Der Landesbetrieb Straßen.NRW geht davon aus, dass der sechspurige Ausbau im Bereich Bergkamen wahrscheinlich 2024 beginnt. Dann müssen sich die Bergkamener auf Verkehrsprobleme einstellen.

Bergkamen

, 04.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Der sechspurige Ausbau der Autobahn A1 im Bereich Bergkamen ist schon lange geplant. In diesem Jahr will die Niederlassung Coesfeld der Landesbehörde Straßen.NRW den ersten Schritt machen, ihn auch umzusetzen. Die Niederlassung, die zentral für den Ausbau in NRW zuständig ist, will bei der Bezirksregierung Arnsberg den Antrag auf Planfeststellung stellen - oder um es im nicht Nicht-Behörden-Deutsch zu sagen: Sie will sich den Ausbau genehmigen lassen. Dieses Verfahren wird sich allerdings eine beträchtliche Zeit hinziehen. Projektleiter Roland Krumm geht von etwa drei bis vier Jahren aus - wenn alles glatt geht. Eine Unwägbarkeit gibt es für die Niederlassung aus dem Münsterland auch noch: Sie hatte bisher wenig mit der Bezirksregierung in Arnsberg zu tun und kann noch nicht so recht einschätzen, wie sie arbeitet.

Neue Brücken sind beim A1-Ausbau die größte Herausforderung

Der Ausbauabschnitt reicht von der Auffahrt in Werne bis zum Kamener Kreuz. Für die breitere Autobahn müssen auch die Brücken sowie alle Über- und Unterführungen angepasst werden. © Stepmap

Großbaustelle an der östlichen Stadtgrenze

Wenn der Planfeststellungsbeschluss vorliegt, soll es mit der Umsetzung schnell gehen. Krumm schätzt, dass es dann nur noch maximal ein Jahr dauert, bis der Ausbau des Autobahnabschnitts beginnt, der sich von der Anschlussstelle Hamm/Werne bis zum Kamener Kreuz erstreckt und komplett an der östlichen Bergkamener Stadtgrenze entlang führt.

Lippe- und Kanalbrücke werden wahrscheinlich vorgezogen

Dann dürften auch die ersten Verkehrsprobleme für die Bergkamener beginnen. Bevor der eigentliche Ausbau der Autobahn um eine zusätzliche Fahrspur in jede Richtung beginnt, soll die Brückenbauwerke erneuert werden. Krumm geht davon aus, dass der Landesbetrieb zunächst die beiden großen Brücken über die Lippe und den Kanal komplett neu baut, denn die beiden alten Brücken sind zu schmal. um sechs Spuren plus Standspur aufzunehmen.

Neue Brücken sind beim A1-Ausbau die größte Herausforderung

Der Neubau der Brücke über den Datteln-Hamm-Kanal ist eine der größtem Herausforderungen beim Ausbau der A1. Sie muss komplett neu gebaut werden. © Stefan Milk

Neue Brücken werden parallel gebaut

Dabei soll es zu möglichst wenig Behinderungen für den Verkehr kommen. „Wir wollen ein elegantes Verfahren“, sagt Krumm. Er geht davon aus, dass die neuen Brücken neben den alten gebaut werden. Erst wenn sie fertig sind, würden die alten Brücken abgerissen und die neuen an ihre Position gerückt werden. Möglicherweise werde der Landesbetrieb auch mit sogenannten Halbfertigteilen arbeiten, die einen schnelleren Brückenbau ermöglichen und später asphaltiert würden.

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Natur muss geschützt werden

Den Neubau der beiden Brücken bezeichnete der Projektleiter als die „größte Herausforderung“ beim Ausbau der A1 auf diesem Teilstück. Dabei gehe es nicht nur darum, dass der Verkehr während der Bauphase möglichst ungehindert fließt, sondern auch um die ökologische Bedeutung des Bereichs zwischen Lippe und Kanal.

Neue Überführung an der Landwehrstraße

Der Neu- oder Umbau betrifft allerdings nicht nur die beiden großen Autobahnbrücken, sondern alle Über- und Unterführungen, die die Autobahn kreuzen. Die Unterführung der Hamm-Osterfelder Bahn muss ebenso verlängert werden wie die Unterführung für den Beverbach. Wesentlich mehr Probleme dürfte jedoch machen, dass auch ein Teil der Straßenüberführungen erneurt werden muss. Die Brücke im Zuge der Landwehrstraße über die A1 muss zum Beispiel komplett abgerissen und neu gebaut werden. Das bedeutet, dass die Verbindung in Richtung Hamm an dieser Stelle für eine längere Zeit unterbrochen ist. Der neue „Bürgerradweg“, der über die Brücke führt, wird in diesem Bereich vorerst nur provisorisch angelegt.

Neue Brücken sind beim A1-Ausbau die größte Herausforderung

Der Verkehr auf der A1 ist oft sehr dicht. Bergkamener befürchten Umfahrungsverkehr während der Bauphase, wenn es an Baustellen zu längeren Staus kommt. © Stefan Milk

Bergsenkungen werden ausgeglichen

Im Zuge des Ausbaus soll die A1 im Bereich Bergkamen auch stellenweise angehoben werden. Zurzeit gilt dort wegen der Bergsenkungen in einem Bereich ein Tempolimit. Die Bergsenkungen seien mittlerweile abgeklungen und sollen ausgeglichen werden, sagte Krumm. „Wir wollen die Autobahn so ausbauen, dass kein Tempolimit notwendig ist“, erklärte der Projektleiter.

Bergkamener befürchten, dass während der Ausbauphase der A 1 der Umfahrungsverkehr durch die Stadt zunimmt, insbesondere wenn es zu Staus wegen der Baustelle kommt.

Flüsterasphalt, aber nicht überall Lärmschutzwände

Krumm verwies darauf, dass der Ausbau auch Vorteile für die Anwohner hat. Der gesamte Streckenabschnitt soll sogenannten „Flüsterasphalt“ bekommen. Auf einem großen Teil sind weitere Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen. Die soll es allerdings nicht überall geben. Bei der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung hatten Anwohner aus dem Bereich Hammer Straße in Overberge beklagt, dass dort keine Lärmschutzwand vorgesehen ist.

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