Wo der Wald es nicht schafft, sich selbst zu erneuern, ist eine Wiederaufforstung erforderlich. Der Regionalverband Ruhr (RVR) übernimmt diese Aufgabe an der Halde Großes Holz (hier im Bild) und am Beversee. © Dirk Becker

Neue Bäume sollen die Wälder klimafest machen

Bergkamen verfügt über schöne Waldgebiete am Beversee und an der Halde Großes Holz. Doch trockene Sommer lassen Bäume sterben. An der Wiederaufforstung kann sich jeder indirekt beteiligen.

Lukas Sieberth weiß nur zu gut, wie es um die Bäume im Ruhrgebiet steht. Er ist Förster und trägt Verantwortung beim Regionalverband Ruhr (RVR) – genauer gesagt bei RVR Ruhr Grün. Der Eigenbetrieb ist auch für die Forstgebiete am Beversee und an der Halde Großes Holz zuständig.

„Die vergangenen drei trockenen Jahre haben den Wäldern schon zugesetzt“, sagt Sieberth. Tatsächlich haben viele Bäume diese Bedingungen nicht überlebt. Das Stichwort lautet dann Wiederaufforstung.

Doch wie kann ein Wald aussehen, der dem sich verändernden Klima standhalten kann? Dieser Frage sind Sieberth und seine Kollegen nicht erst jetzt auf der Spur. „Monokulturen bauen wir schon lange nicht mehr an. Wir achten darauf, mindestens vier verschiedene Baumarten zu pflanzen, wenn wir ein Gebiet wiederaufforsten“, sagt der Förster. Dieses Vorgehen soll sicherstellen, dass Arten überleben, wenn sich ein auf eine spezielle Baumart spezialisierter Käfer breit macht.

Wenn Wiederaufforstungen vorgenommen werden – wie es zuletzt schon an der Halde geschehen ist –, dann geschieht das standortgerecht. Soll heißen: Die Experten prüfen genau, welche Mengen an Wasser und Nährstoffen vermutlich zur Verfügung stehen werden.

Experten sind sich darüber einig, dass Mischwälder auch dem Klimawandel besser Paroli bieten können als Monokulturen, die deutlich anfälliger sind. Während Fichten aus Mitteleuropa mehr und mehr in den Norden und in höhere Regionen verdrängt werden, wird immer auf die Kraft der Buchen hingewiesen. Doch so einfach ist es nicht, weiß Sieberth: „Wir wissen heute nicht, ob die Buche auch in 100 Jahren noch ein für das Klima in Mitteleuropa geeigneter Baum ist.“

Deswegen gibt es längst auch Pflanzungen anderer Baumarten. Douglasien, Küstentannen oder Roteichen könnten ein wärmeres und trockenes Klima deutlich besser vertragen als die Arten, die jetzt in unseren Wäldern stehen. Dennoch: Beim Einführen neuer Arten gehen die Experten behutsam vor.

„Waldbrot“ für die Wiederaufforstung

Welche Bäume aber auch immer gepflanzt werden – sie kosten viel Geld. Deswegen freut sich Sieberth, dass es inzwischen in 100 Bäckereifilialen im Ruhrgebiet – unter anderem bei der Bergkamener Bäckerei Braune – das sogenannte „Waldbrot“ zu kaufen gibt. Wer sich dafür entscheidet, unterstützt zugleich die Wiederaufforstung im Ruhrgebiet. 25 Cent von jedem Brot gehen dafür an den RVR.

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Redaktion Unna

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