Neue Ausschreibung für den Klimaraum

dzStadtmuseum

Museumsleiter Mark Schrader kennt die Technik, die er braucht, um den „Herrn von Bergkamen“ auszustellen. Ob er sie allerdings auch bezahlen kann, ist eine andere Frage.

Bergkamen

, 16.10.2018, 15:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sollten die Arbeiten für einen Klima-Raum im Museum in Kürze beginnen. Schrader will dort die bedeutenden Grabfunde präsentieren, die die Archäologen 2011 auf der Fläche des Logistikparks A2 ausgegraben haben. Dabei geht es insbesondere um die Inhalte eines Fürstengrabes, das in Fachkreisen als „Herr von Bergkamen“ bekannt ist. Damit die Archäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) dem Stadtmuseum die empfindlichen Funde überlässt, muss Schrader entsprechende Ausstellungsbedingungen herstellen – und dafür ist der Klimaraum absolut notwendig.

Die Ausschreibung für die Technik und die Arbeiten am Klimaraum hat aber ein für Schrader ziemlich unbefriedigendes Ergebnis erzielt: „Die Anbieter verlangen unverschämte Preise“, sagt der Museumschef. Und die will und kann er nicht bezahlen. „Wir werden die Ausschreibung wiederholen.“ Die Stadt will die Firmen noch einmal anschreiben und hofft auf etwas günstigere Angebote. Schrader ist sich sicher, dass die Anbieter dafür durchaus noch Luft in ihrer Kalkulation haben. Denn bei der Ausschreibung ist er mit einem Phänomen konfrontiert worden, das derzeit viele Bauwillige erleben und das die Stadt auch schon bei anderen Vorhaben zu spüren bekommen hat: Weil die Baukonjunktur derzeit boomt, haben nahezu alle Unternehmen aus der Branche bestens gefüllte Auftragsbücher, was die Preise nach oben treibt – das gilt auch für die Anbieter von Raum- und Klimatechnik. Und so wichtig der Klimaraum ist, für Schrader existiert eine finanzielle Schmerzgrenze – zumal er noch weitere Ausbaupläne für das Gebäude hegt, die weitere Investitionen notwendig machen.

Gleichwohl gibt er die Hoffnung auf ein Angebot nicht auf, das den finanziellen Möglichkeiten der Stadt entspricht. „Und ich bleibe auch optimistisch, dass wir die Grabfunde dauerhaft im Museum ausstellen können“, sagt er.

Die befinden sich derzeit im Martin-Gropius-Bau in Berlin, wo noch bis zum 6. Januar 2019 die Sonderausstellung „Bewegte Zeiten“ über Archäologie in Deutschland zu sehen ist (wir berichteten). Danach gehen sie zunächst zurück zu den LWL-Archäologen, meint Schrader: „Ich denke, dass wir dann ab März oder April konkrete Verhandlungen führen können.“

Und das lässt den Kulturreferenten und Kämmerer Marc Alexander Ulrich hoffen, dass die Stadt ein besseres Angebot bekommt. Denn der ersten Ausschreibung lag die Annahme zugrunde, dass die Arbeit am Klimaraum bis zum Jahresende abgeschlossen sein muss. „Dieser Zeitraum war einigen Anbietern zu knapp“, sagt Ulrich.

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