Neue Arbeitsplätze in direkter Nachbarschaft zur Wasserstadt

dzKraftwerksgelände Heil

Wann das Kraftwerk Heil stillgelegt wird, steht noch nicht fest. Auf der Fläche sollen sich Betriebe ansiedeln, die in die neu gestaltete Umgebung passen.

Bergkamen

, 06.09.2019, 13:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters sieht gute Chancen, die Fläche des Kraftwerks Heil für neue Gewerbeansiedlungen zu vermarkten, wenn das Kraftwerk eines Tages stillgelegt und abgerissen wird. „Der Standort hat einen direkten Anschluss an einer Bundeswasserstraße. Das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt der Dezernent.

Dass das Kraftwerk stillgelegt wird, steht fest, seit die Bundesregierung beschlossen hat, bis 2038 aus der Kohleverstromung auszusteigen.

Aus für das Kraftwerk wahrscheinlich vor 2038

Wann das Kraftwerk in Heil zur Stilllegung ansteht, steht noch nicht fest. Das wird eine Frage des Preises sein, der die Stilllegung kostet. Wahrscheinlich ist ein Aus vor 2038, weil das Kraftwerk früher abgeschrieben und damit die Stilllegung preiswerter wäre als beispielsweise beim Trianel-Kraftwerk in Lünen.

Peters sieht sich für alle Eventualitäten gerüstet, wenn die Kraftwerksfläche in Heil im neuen Regionalplan zu einem „regionalen Kooperationsstandort“ wird – einem interkommunalen Gewerbegebiet. Das hat der Kreis beantragt. „Der Regionalplan soll die mittelfristige Entwicklung in den kommenden 10 bis 15 Jahren abbilden“, sagt Peters. In diesem Zeitraum könnte das Kraftwerk stillgelegt werden.

Neues Gewerbe soll zu den IGA-Projekten passen

Für eine Neuansiedlung von Gewerbe oder Industrie auf der Fläche gibt es aus Sicht des Baudezernenten ein wichtiges Kriterium: Sie soll in die Umgebung passen, die 2027 immerhin einer der zentralen Orte der Internationalen Gartenausstellung (IGA) im Ruhrgebiet werden soll – mit der zur Freizeitlandschaft umgestalteten Halde und der Wasserstadt. Er kann sich auch gut vorstellen, dass die Fläche ein Energiestandort bleibt, auf dem Unternehmen angesiedelt werden, die sich mit regenerativen Energien beschäftigen.

Neue Arbeitsplätze in direkter Nachbarschaft zur Wasserstadt

Die geplante Wasserstadt könnte eine Rolle bei der Ansiedlung von sogenannten wissensbasierten Arbeitsplätzen spielen.

Wasserstadt als Wohnort für gut Qualifizierte

Die Wasserstadt hält Peters übrigens für eine wichtige Hilfe bei der Vermarktung der Kraftwerksfläche. Er kann sich durchaus vorstellen, dass dort auch sogenannte „wissensbasierte Arbeitsplätze“ entstehen. Seine Idee: Die Spezialisten könnten in der Wasserstadt leben und hätten einen kurzen Weg zum Arbeitsplatz.

Bei der Vermarktung der Fläche arbeitet die Stadt mit der Wirtschaftsförderung (WFG) des Kreises Unna und mit der „Business Metropole Ruhr“ (BMR) zusammen. Die BMR ist beim Regionalverband Ruhr (RVR) in Essen angesiedelt. Peters kann sich sogar vorstellen, dass ein Wettbewerb ausgelobt wird, um die Gewerbefläche nach der Stilllegung des Kraftwerks in das sogenannte „Kanalband“ einzupassen, das als Bindeglied für die örtlichen IGA-Projekte in Bergkamen und Lünen entstehen soll.

Fördermittel stehen zur Verfügung

Um die erforderliche Infrastruktur auch in Bergkamen zu schaffen, steht vermutlich Geld zur Verfügung. Die Standorte von Steinkohlekraftwerken in NRW sollen rund 600 Millionen Euro Unterstützung bekommen, um den Verlust der Kraftwerke und der insgesamt über 3000 Arbeitsplätze auszugleichen. Auch das Kraftwerk in Heil ist in Bergkamen ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor.

Peters fordert, dass von den Fördermitteln kein Geld für den Abriss der Kraftwerke ausgegeben werden muss. Geregelt, wer dafür aufkommen muss, ist das bisher nicht, sagt er. Er setzt darauf, dass die Energiewirtschaft eine Mitverantwortung sieht und sich an den Abrisskosten für die Altkraftwerke beteiligt.

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