Neubaugebiet Jahnstraße: Wegen Corona dürfen sich die Bürger nicht versammeln

dzErdbeerfeld in Oberaden

Das Erdbeerfeld an der Jahnstraße/Hermann-Stehr-Straße in Oberaden soll bebaut werden. Beim dafür notwendigen bürokratischen Verfahren soll es aber keine Bürgerversammlung geben.

Bergkamen

, 24.09.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aller Voraussicht nach wird der Rat der Stadt Bergkamen an diesem Donnerstag die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Erdbeerfeld an der Jahnstraße/Hermann-Stehr-Straße beschließen. Die Mehrheit aus SPD und CDU gab im Ausschuss für Bauen, Umwelt und Verkehr grünes Licht für das Projekt - den Bedenken der Grünen und BergAUF zum Trotz.

Die Beta Bauland als Investor möchte hier 26 Einfamilienhäuser, 74 Doppelhäuser, drei Reihenhäuser und 18 Wohneinheiten im geförderten Wohnungsbau errichten. Insgesamt sollen auf dem fünf Hektar großen Gelände 118 Wohneinheiten entstehen.

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Im Zuge des Verfahrens zur Aufstellung des Bebauungsplans werden diverse Stellen und Behörden um Stellungnahmen gebeten, auch die Bürger können ihre Anregungen und Bedenken mitteilen. Eine Bürgerversammlung wie im Sommer 2019, als viele Oberadener ihr Interesse an dem Bauvorhaben bekundeten, wird es jedoch nicht geben.

Corona macht klassische Bürgerversammlung unmöglich

“Eine corona-konforme Bürgerbeteiligung wird es in Form einer digitalen Veröffentlichung der Pläne im Internet und als Aushang im Rathaus geben“, gab Planungsamtsleiter Thomas Reichling in Vertretung des erkrankten Ersten Beigeordneten Dr. Hans-Joachim Petrers bekannt. Unter den aktuellen Einschränkungen, die Covid 19 und die Coronaschutzverordnung mit sich brächten, sei eine klassische Bürgerversammlung nicht möglich. Die Bürger müssen also von sich aus aktiv werden, wenn sie Wünsche oder Befürchtungen im Rahmen der vorgeschriebenen Öffentlichkeitsbeteiligung äußern wollen.

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Grüne und BergAUF gegen die Pläne

„Wir sind nicht zufrieden“, erklärte Thomas Grziwotz von den Grünen. „Tatsächlich stoßen die Pläne bei uns eher auf Ablehnung.“ Vorrangig scheine es nämlich „um die Vermarktungsinteressen der Grundstückseigentümer und Entwickler“ zu gehen als um den vorhandenen Bedarf, erklärte Grziwotz das Nein der Grünen zum Aufstellungsbeschluss. Auch das angestrebte beschleunigte Verfahren stieß sowohl bei Grünen als auch BergAUF sauer auf. Das solle schließlich den Großstädten dienen bei der Verminderung der Wohnungsknappheit. „Aber die wird bei uns nicht dadurch behoben“, erklärte Grziwotz. Claudia Schewior erklärte sogar, sich durch die Veränderung der Ursprungspläne „hinters Licht geführt“ zu fühlen.

Verfahren noch ganz am Anfang

Das Verfahren, so erklärte Reichling jedoch, stünde noch ganz am Anfang. Der anwesende Investor sei bestimmt bereit, die eine oder andere Anregung aufzunehmen und am Bedarf orientiert zu handeln. Und schließlich sei es nun Aufgabe der Stadt, den notwendigen Rahmen zu setzen.

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