Kampf für das Naturfreibad Heil: „Nach 109 Jahren kann doch nicht plötzlich Schluss sein.“

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Als Karl-Friedrich Knäpper im Januar bekannt gab, aufzuhören, war der Schreck für den Schwimmverein Heil groß. Wie soll das Naturfreibad Heil überleben, wenn die treibende Kraft fehlt?

Heil

, 17.08.2019, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Schon als Kind bin ich hier auf einem Reifen durch das Wasser gepaddelt“, sagt Daniela Jack. Der Geschäftsführerin des Schwimmvereins Heil liegt der Erhalt des Freibades am Herzen. Auch das aktive Vereinsmitglied Ute Scheunemann kann sich nicht vorstellen, dass es das Freibad eines Tages nicht mehr geben könnte: „Nach 109 Jahren kann doch nicht plötzlich Schluss sein.“

Die beiden Frauen sind heute gelassener, denn die Zukunft des Bades ist fast in trockenen Tüchern. Im Januar, als das Ehepaar Knäpper bekannt gab, dass es nach dieser Saison die Arbeit im Freibad niederlegt, war das ein Schock für den Verein. Friedrich-Karl Knäpper und seine Frau sind die treibenden Kräfte des Freibades.

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Die treibende Kraft des Naturfreibades Heil hört auf

Obwohl abzusehen war, dass die Knäppers diese Aufgabe nicht ewig übernehmen werden können, traf die Entscheidung Scheunemann, Jack und andere Vereinsmitglieder wie ein Schlag. Die Frauen bewundern die Arbeit, die das Ehepaar etwa 35 Jahre leistete. Im Sommer seien die Tage lang. „Es muss ja vor- und nachbereitet werden“, sagt Scheunemann.

Wie viel Arbeit das Freibad macht, erleben sie und die anderen Vereinsmitglieder bald selbst. Sie wollen einen Helferkreis gründen, der mit geballter Kraft das aufrecht erhalten soll, was die Knäppers erfolgreich am Leben hielten. „Wir wollen schließlich nächstes Jahr das 110. Jubiläum feiern“, so Scheunmann.

Mit einem Helferkreis ist es aber nicht getan. Nachdem Friedrich-Karl Knäpper im Januar bekannt gab, den Vorsitz aufzugeben, musste ein neuer Kandidat gefunden werden. Und das ist trotz etwa 100 Mitgliedern keine einfache Aufgabe. „Ein paar sind unter 18 und viele über 65 Jahre alt. Und die, die anpacken könnten, sind berufstätig“, schildert Jack ein Problem, das derzeit viele Vereine umtreibt.

Kampf für das Naturfreibad Heil: „Nach 109 Jahren kann doch nicht plötzlich Schluss sein.“

Kinder lieben es, im Reifen durch das natürliche Wasser im Naturfreibad zu treiben. „Das ist aber nicht nur zum Schwimmen schön“, sagt Ute Scheunemann über den schönen Flecken Erde in Heil. © Marcel Drawe

Neuer Vorsitzender wird wohl Achim Rudolph

Ein glücklicher Zufall könnte nun die Rettung des Vereins sein: Achim Rudolph ist ein langjähriges Vereinsmitglied und geht dieses Jahr in den Ruhestand. Er kennt sich bestens mit dem Freibad aus und hat sich nun dazu bereit erklärt, für den Vorsitz zu kandidieren. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass er gewählt wird“, verrät Jack.

Auch sie wird wohl als Geschäftsführerin im Amt bleiben – da ist sich zumindest Scheunemann sicher. Scheunemann selbst hat noch kein Amt im Vorstand inne, kann sich aber vorstellen ihn aufzufüllen, wenn es vakante Plätze gibt.

Doch der künftige Vorstand soll anders arbeiten, als der jetzige. Die Arbeit wird nicht mehr auf wenigen Schultern lasten, sondern auf denen eines starken Helferkreises. Damit das funktioniert, wurde kürzlich eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet, über die nun auf schnellem Wege kommuniziert werden kann. Darüber werde etwa geregelt, wer welche Aufgaben wann erledigen kann, erklärt Scheunemann.

Der Helferkreis plane schon jetzt, welche Arbeiten im Herbst vorgenommen werden können, damit im nächsten Frühjahr nicht zu viel zu tun ist.

Die Helfer wollen das Freibad auf Vordermann bringen und es noch lange am Leben erhalten. Doch das geht nur mit motivierten Freiwilligen. Die zwei Frauen wissen, dass die Zukunft des Naturfreibades von den Ehrenamtlichen abhängt. „Wir müssen die Helfer, die sich gemeldet haben, jetzt bei der Stange halten“, sagt Scheunemann.

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