Ein gepflasterter Weg für die Bogenschützen in Overberge: Die Stadt Bergkamen hat eine Bergkamener Gala-Bau-Firma mit der Erstellung eines 50 Meter langen Weges beauftragt, der den Weg zur Scheibe deutlich erleichtert. © privat
Bogenschießen in Bergkamen

Nachteil für Rollstuhlfahrer beseitigt: Über nassen Boden kämpfen war gestern

Im Winter über den schlammigen Boden stapfen, um seinen Pfeil zurückzuholen: Das ist für die Bogenschützen in Bergkamen jetzt Geschichte. Vor allem für Rollstuhlfahrer ist das ein Segen.

Claudia Schäfers ist eine talentierte Bogenschützin. Ihre Erfolge können sich sehen lassen, unter anderem belegte sie den 1. Platz bei den Landesmeisterschaften im Freien. „Wir haben mehrere deutsche Meister, die hier schießen“, sagt Marco Breyer, Vorsitzender des Bogensportclubs Bergkamen.

Zwar können die Schützen zurzeit nicht trainieren, aber sobald sie wieder dürfen, wird sich das Training für Schützen wie Claudia Schäfers deutlich angenehmer gestalten.

Schäfers sitzt im Rollstuhl. Bislang war es für sie schwer, ihre Pfeile wiederzuholen, wie Breyer erklärt. Besonders wenn es nass war, wurde es zur Herausforderung, den Rollstuhl über den schlammigen Boden zur Scheibe zu bewegen.

Doch nicht nur für die Rollstuhlfahrer, von denen es im Verein mehrere gibt, war das ein Kraftakt. Auch die älteren hatten es nicht so einfach, sagt Breyer.

„Gerade Rollifahrer und ältere mit Gehhandicaps kommen jetzt leichter an die Scheibe, wenn sie über die Wiese müssen“, freut er sich. Grund für die Erleichterung ist ein neuer gepflasterter Weg, der zu einer 40 Meter entfernten Scheibe und zu einer 50 Meter entfernten Scheibe führt.

Ein gepflasterter Weg für die Bergkamener Bogenschützen

An den Stellen gibt es jeweils Abzweigungen. Die Stadt hat diesen Weg jetzt bauen lassen, um den Schützen das Training zu erleichtern. „Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Breyer. Der Verein habe das Thema vor etwa eineinhalb Jahren an die Stadt herangetragen.

„Die mit ca. 9.000 Euro veranschlagte Baumaßnahme wird in diesen Tagen abgeschlossen und stellt bei der Wiederaufnahme des Freilufttrainings, das zumindest ab dem 01. April geplant ist, eine Aufwertung der Bogenschießanlage dar“, informiert Heiko Rahn vom Amt für Schulverwaltung, Weiterbildung und Sport.

Die rund 9.000 Euro teure Baumaßnahme wird in diesen Tagen abgeschlossen. © privat © privat

Dass sie im April wieder trainieren können, hofft auch Breyer. Denn zurzeit können die Schützen – bis auf jene, die zu Hause eine besondere Ausstattung haben, gar nicht trainieren. „Bogenschießsport im freien Gelände ist eher schwierig“, schmunzelt Breyer. Er und seine Vereinskollegen versuchen deshalb, wie zurzeit viele andere auch, sich mit Trockenübungen, Walken und Wandern fit zu halten.

Ein richtiger Ausgleich zum Hallentraining, das sonst jetzt stattfinden würde, ist das nicht.

Auch Meisterschaften und Turniere fallen weg und Breyer hofft, dass es im Mai oder Juni endlich wieder losgeht. Schließlich werden in seinem Verein so einige Preise geholt – auch von Breyer selbst.

„Gerade wenn man so einen Leistungsanspruch hat wie wir, ist es blöd, nicht trainieren zu können“, sagt er. Und: „Wir sind eben keine Berufssportler, bei uns steht nicht Erste Bundesliga dran…“

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott
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