Nachfrage nach Gasanschlüssen geht zurück

dzInvestitionen der GSW ungewiss

Die Gemeinschaftstadtwerke (GSW) haben etwa eine Million Euro pro Jahr eingeplant, um ihr Bergkamener Gasnetz zu erweitern. Ob es überall dazu kommt, ist ungewiss.

Bergkamen

, 18.11.2018, 14:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) haben für die kommenden Jahre bereits einige Schwerpunkt-Projekte bei der Gasversorgung vorgesehen: Das sind Bereiche, in denen noch Gasleitungen verlegt werden sollen, um Häuser mit Heizenergie zu versorgen. Ob es an allen Stellen dazu kommt, ist aber ungewiss: Zumindest wenn es um neue Häuser geht, sehen viele Bauherren gar keine Gasheizung mehr vor. Sie setzen eher auf Erdwärme, auf Luft-Wärmepumpen und gelegentlich auch auf andere Energieträger wie Holzpellets.

Bei der jüngsten Pressekonferenz zur Erneuerung der Gaskonzession im Versorgungsgebiet der GSW in Bergkamen, Kamen und Bönen lieferte der kommunale Energieversorger auch eine Liste mit Bereichen in Bergkamen, in denen er in den kommenden Jahren noch eine Gasleitung verlegen will. Dabei geht es um die künftige Wasserstadt Aden, Bereiche an der Hansastraße, an der Industriestraße, am Sandbochumer Weg und an der Büscherstraße. „Dort haben wir angedacht, Leitungen zu verlegen. Ob es dazu kommt, hängt von der tatsächlichen Nachfrage ab“, sagt GSW-Sprecher Timm Jonas auf Nachfrage. Bei der Wasserstadt beispielsweise sieht das Konzept vor, das Grubengas zu nutzen, das dort aus dem ehemaligen Bergwerk zutage tritt. Falls es dort keine Nachfrage nach Erdgas gibt, wollen die GSW auch keine Leitung verlegen. In einigen anderen Bereichen ist die geplante Investition sogar schon unterblieben. In einem Bergkamener Baugebiet gab es keine Nachfrage, weil die Bauherren auf andere Heizungsarten setzen, um den vom Gesetzgeber mittlerweile geforderten niedrigen Energieverbrauch zu schaffen. Jonas bestätigt, dass die Nachfrage nach Gasanschlüssen im gesamten Versorgungsgebiet nachlässt.

Auch in das bestehende Gasnetz müssen die Stadtwerke vorerst nicht in größerem Maße investieren. Das Bergkamener Gasnetz ist noch relativ jung, weil früher vor allem die Bergleute mit Kohle und Koks heizten. Die Schwerpunktinvestitionen waren erst in den 80er- und 90er-Jahren erfolgt. Deshalb rechnen die Stadtwerke erst etwa 2043 mit einem erhöhten Investitionsbedarf, weil dann viele Leitungen ihre maximale Nutzungsdauer erreicht haben.

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