Nach tödlichem Unfall auf der Jahnstraße: Autofahrer vor Gericht

dzGericht

Im Februar fuhr ein Autofahrer auf der Jahnstraße ein Seniorin an, die Frau starb einige Tage später. Nun musste sich der Fahrer vor Gericht verantworten. Das sieht ihn nicht allein als schuldig an.

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 11.12.2019, 10:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Dunkelheit übersah ein Autofahrer in Bergkamen eine Seniorin und es kam zur Kollision. Vier Tage später verstarb die alte Dame in der Klinik. Der Fahrer musste sich nun wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Beim Supermarkt an der Jahnstraße in Oberaden wollte die 86-Jährige am Abend des 14. Februar nur noch ein Brot kaufen. Nach dem Einkauf überquerte die dunkel gekleidete Rentnerin die Straße mit ihrem Rollator, der bedauerlicherweise nicht mit Reflektoren ausgestattet war. Der Autofahrer, ein 48-jähriger Bergkamener, war in der 30er-Zone mit bis zu 38 Stundenkilometer unterwegs und augenscheinlich nicht aufmerksam genug. Er registrierte sie erst beim Zusammenstoß.

Die Verletzungen waren ursächlich für den Tod der Frau

Die Seniorin erlitt multiple Frakturen, ein Lungenflügel kollabierte und es kam zu Einblutungen. Am 18. Februar verstarb sie, die gesundheitlich ohnehin angeschlagen war, am plötzlichen Herztod. Die Verletzungen waren offenbar mit ursächlich für ihren Tod.

Sichtlich erschüttert stellte sich der Autofahrer nun seinem Verfahren vor dem Amtsgericht Kamen. Er, der strafrechtlich und auch verkehrstechnisch nie in Erscheinung trat, kämpfte um Fassung. „Ich bin sehr traurig über diesen Vorgang. Das hätte nicht passieren müssen, können, sollen.“ Die Jahnstraße, die er gut kenne, sei eine vielbefahrene Straße und gerade diese Stelle sei in der Dunkelheit sehr unüberschaubar. „Ich hoffe für die Zukunft, dass diese Ecke verkehrssicherer gestaltet wird.“

Richter: „Das ist viel Unglück zusammengekommen“

Zeugenaussagen und das Gutachten eines Kfz-Sachverständigen ergaben für das Gericht am Ende ein Gesamtbild. Der Angeklagte sei etwas zu schnell und unaufmerksam gewesen. Sonst hätte er die alte Dame gesehen. Doch auch die habe Fehler gemacht und hätte die Fahrbahn an der Stelle nicht betreten dürfen, so der Richter: „Da ist viel Unglück zusammengekommen.“

Auch betonte er: „Das ist ein Unfall – da kann sich, glaube ich, keiner von freisprechen.“ Das Verfahren wurde gegen Zahlung von 3000 Euro Geldbuße vorläufig eingestellt. Auch erhalten die beiden Töchter der verstorbenen Seniorin jeweils 2500 Euro Hinterbliebenengeld.

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