Nach Brandstiftung konnte Abriss am Montag nicht beginnen

dzHeideschule

Händeringend wartet man in Bergkamen auf den Abriss der alten Heideschule. Doch als am Montag ein Abrissunternehmer anrückte, konnte er nicht tätig werden: Das Gebäude ist nun ein Tatort.

Bergkamen

, 14.09.2020, 16:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Jahren ist sie ungenutzt. Seit langem steht fest, dass sie abgerissen und das dann freie Grundstück mit einer Wohnsiedlung neu bebaut werden soll. Seit Jahren gibt es zudem Probleme mit Vandalismus. Mehrfach rückte die Feuerwehr an, weil es im Inneren des Gebäudes brannte. Zuletzt am Wochenende.

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Abriss sollte an diesem Montagmorgen beginnen

Genau dieser letzte Vorfall verzögert nun, was sich Stadt, Anwohner, neue Eigentümer und übrige Beteiligte seit Jahren wünschen: den Abriss. Denn ausgerechnet an diesem Montagmorgen stand das Abrissunternehmen an der Berliner Straße und wollte mit dem Rückbau der alten Hauptschule beginnen. Doch es musste unverrichteter Dinge wieder abrücken. Weil die Polizei im Fall der Brände vom Samstag von Brandstiftung ausgeht, hat sie das gesamte Schulgelände als Tatort beschlagnahmt und hofft, Spuren zu finden, die zu dem oder den Tätern führen. Bevor die Ermittlungen nicht abgeschlossen sind, kann mit dem Abbruch nicht begonnen werden.

„Das war wirklich ein blöder Zufall - und sehr, sehr bedauerlich“, sagt ein Sprecher der Fakt AG, die das Schulgebäude einst von der Stadt Bergkamen übernommen hatte, es nun aber an eine Wohnungsbaugesellschaft weiter verkauft hat. Vertraglich ist die Fakt AG allerdings noch verpflichtet, für den Abbruch der Schule und die Baureifmachung sowie die Erschließung des Geländes zu sorgen.

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Länge der Verzögerung noch unbekannt

Wie lange sich die Abrissarbeiten nun verzögern werden, kann der für das Projekt zuständige Fakt-Mitarbeiter nicht abschätzen. Da bei den Bränden zum Glück nur Sachschaden entstand, hofft er, dass das die Ermittlungen in wenigen Tagen bis Wochen abgeschlossen sind. „Bei schlimmeren Folgen sähe das vermutlich anders aus“, schätzt der Sprecher der Fakt-AG. Doch so oder so müsse man das Ende der laufenden Ermittlungen abwarten. „Wir müssen uns jetzt hinten anstellen“, sagt der Fakt-Mitarbeiter. „Das ist höhere Gewalt.“

Die Fakt AG koste der Vorfall zwar nur Zeit, aber für alle anderen, in erster Linie die Stadt, sei der Schaden groß. Immerhin soll ein Schandpfleck mitten in Weddinghofen verschwinden und eine Wohnsiedlung entstehen.

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Baubeginn wohl wie geplant im kommenden Sommer

Die Fakt AG hat den neuen Eigentümer, die Bonova Wohnbau GmbH, natürlich sofort über den Brand und die Verzögerungen informiert. „Die haben aber einige Zeitfenster als Puffer eingeplant. Denen stehen gerade noch nicht die Schweißperlen auf der Stirn“, sagt der Fakt-Sprecher, der deshalb weiter davon ausgeht, dass Mitte nächsten Jahres dann der Baubeginn erfolgen kann.

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