Nach Anwohner-Protesten ist UKBS-Projekt im Kiwitt-Park vom Tisch – Diskussion geht weiter

dzGrünfläche

Wegen der Anwohner-Proteste hat sich die UKBS endgültig von ihrem Mehrgenerationen-Projekt Am Kiwitt verabschiedet. Aber der „Kiwitt-Park“ liefert weiter Diskussionsstoff.

Bergkamen

, 30.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pläne für ein Mehrgenerationenhaus auf der Grünfläche Am Kiwitt sind endgültig vom Tisch. „Wir verfolgen dieses Projekt an dieser Stelle nicht weiter“, sagte der Geschäftsführer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft UKBS, Matthias Fischer, auf Anfrage.

Dass aus dem Vorhaben nichts wird, hatte sich schon länger abgezeichnet. Anwohner hatten sich zusammengeschlossen zu einer Bürgerinitiative für den Erhalt des „Kiwitt-Parks“ , wie sie die Fläche getauft haben.

Rat eröffnete ein Bebauungsplanverfahren

Allerdings können sie sich auch nach dem Rückzug der UKBS nicht ganz sicher sein, dass der „Park“ so bleibt, wie er ist. Der Stadtrat hatte im vergangenen Jahr ein Bebauungsplanverfahren eröffnet. In Zuge dessen soll geprüft werden, ob und wenn ja wie die Fläche umgestaltet und genutzt werden könnte.

Nach Anwohner-Protesten ist UKBS-Projekt im Kiwitt-Park vom Tisch – Diskussion geht weiter

Die Ratsmehrheit will das Bebauungsplanverfahren für die Fläche Am Kiwitt nicht beenden. Es soll ausdrücklich ergebnisoffen prüfen, was mit dem Areal geschehen soll. © Stefan Milk

Obwohl der Ratsbeschluss ausdrücklich ergebnisoffen formuliert ist, also eine Bebauung oder auch nur Veränderung nicht ausdrücklich als Ziel festschreibt, stieß das bei den Anwohnern durchaus auf Skepsis. Nun bekommen sie Rückendeckung aus der Politik.

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Die Grünen haben für die nächste Ratssitzung am 19. Februar einen Antrag gestellt, das Bebauungsplanverfahren einzustellen. Grünen-Fraktionschef Jochen Wehmann argumentiert mit dem Klimaschutz und damit, dass die Grünfläche ein „Kleinod“ sei, das erhalten werden müsse.

Ratsmehrheit stimmt wohl gegen die Grünen

Ob die Grünen allerdings eine Mehrheit für ihren Vorstoß bekommen, erscheint zweifelhaft. Sowohl die SPD, die bekanntlich im Rat die absolute Mehrheit hat, als auch die CDU tendieren offenbar dazu, den Grünen-Antrag abzulehnen. Dabei argumentieren die beiden Fraktionsvorsitzenden Bernd Schäfer (SPD) und Thomas Heinzel (CDU) durchaus ähnlich.

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Sie betonen, dass der Rat ausdrücklich eine ergebnisoffene Prüfung beschlossen habe. Das bedeute ja keineswegs, dass am Ende der Kiwitt-Park auch tatsächlich bebaut würde. Wenn dann am Ende tatsächlich ein Bebauungsplan beschlossen werde, scheibe der schließlich fest, was auf der Fläche geschehen dürfe und was nicht. „Das schafft Rechtssicherheit – auch für die Anwohner“, sagte Schäfer. Sonst könnte ja nach drei oder vier Jahren wieder jemand auf die Idee kommen, dort etwas zu bauen.

Die UKBS wird das nicht sein. Sie hat inzwischen offenbar konkrete Alternativflächen für ihr Mehrgenerationenprojekt in Bergkamen ins Auge gefasst. Soweit, dass sie konkrete Ergebnisse nennen könne, sei sie aber noch nicht, sagte Fischer.

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