Mutter berichtet aus Quarantäne: Am 3. Tag bekommt die Familie Verhaltensregeln

dzCoronavirus

Eine Bergkamener Familie hat bis Donnerstag auf das Testergebnis für ihren Sohn gewartet. Er hätte mit dem Coronavirus infiziert sein können. Am 3. Tag in Quarantäne kam der erste Brief vom Gesundheitsamt.

Kreis Unna

, 13.03.2020, 11:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Langsam wird es langweilig“, gibt die Bergkamener Mutter, deren Sohn sich derzeit in Quarantäne befindet, zu. Die Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, betreut ihren Sohn derzeit zu Hause. Er geht in die Klasse der Kettelerschule, die sich seit Sonntag in Quarantäne befindet.

Die Mutter des Jungen und ihr Mann dürfen das Haus zwar verlassen – ihr Sohn aber nicht. Das hat die Familie allerdings erst am Dienstag schriftlich erfahren. Mittags habe sie ein Schreiben bekommen, erzählt die Frau. Darin stehe, dass ihr Sohn nicht nach draußen gehen darf und getrennt von den anderen Familienmitgliedern essen soll.

Jetzt lesen

Das sind Regeln, die für die Familie neu sind. „Das ist das erste Schreiben, das wir bekommen haben“, sagt die Mutter. Bevor der Brief die Familie erreichte, gab es keinen Zettel mit Verhaltensregeln oder Ähnliches. Das verwunderte die Mutter etwas.

Wann die Schreiben an die Familien geschickt werden, entscheidet aber nicht, wie man womöglich meinen könnte, das Gesundheitsamt. Max Rolke, Pressesprecher des Kreises Unna erklärt, das dafür die Ordnungsbehörden der einzelnen Kommunen zuständig seien – in diesem Fall also das Ordnungsamt der Stadt Bergkamen. Was in dem Schreiben steht, sei freilich mit dem Gesundheitsamt abgestimmt, erklärt Rolke.

So läuft die Kommunikation zwischen Gesundheitsamt und Betroffenen

Er erklärt auch, wie die Kommunikation zwischen Gesundheitsamt und Betroffenen funktioniert – und warum das Amt für jede Hilfe aus Schulen oder Kitas dankbar ist. „Wir sind dankbar, wenn etwa ein Schulleiter sagt, dass er das Informieren über negative Tests übernimmt“, so Rolke.

Jetzt lesen

Über ein negatives Testergebnis freut sich auch die Bergkamener Mutter. Am Donnerstagnachmittag verkündete sie erleichtert: „Alle Kinder sind gesund.“ In Quarantäne muss ihr Sohn bis Dienstag dennoch bleiben. „Wir wollen auf Nummer sicher gehen, es kann sein, dass trotzdem noch einmal Symptome auftreten oder das etwas mit dem Test nicht gestimmt hat“, so Rolke.

Dass die Kettelerschule auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat, dass kein Kind aus der 3c mit dem Coronavirus infiziert ist, hilft dem Kreis. Sofort und selber greifen die Mitarbeiter des Gesundheitsamts übrigens zum Hörer, wenn der Test positiv ausfällt. „Dann rufen wir sofort an.“ Wenn man lange nichts höre, dann sei das ein gutes Zeichen, sagt Rolke. Das liegt dann vermutlich daran, dass die Mitarbeiter im Gesundheitsamt schlicht alle Hände voll zu tun haben.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Coronavirus
In der Krise wachsen: Fernunterricht der Musikschule ermöglicht Freiheit und Eigenständigkeit