Mutmaßlicher Doppelvergewaltiger: Zeugin glaubt fest an seine Schuld

dzStrafprozess

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Doppel-Vergewaltiger von Kamen und Bergkamen geht die schwierige Suche nach der Wahrheit weiter. Eine Zeugin hatte Angst um eines der mutmaßlichen Opfer.

Bergkamen

, 15.06.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der 25-jährige Angeklagte im Sommer 2019 innerhalb weniger Tage zwei junge Frauen vergewaltigt und dabei mit dem Tode bedroht hat. Der erste Übergriff ereignete sich laut Anklage am Koppelteich in Kamen, der zweite auf einem Feldweg in Bergkamen.

Zusammen mit Freundin zur Polizei

Das erste mutmaßliche Opfer war damals gerade erst 16 Jahre alt. Die Schülerin hatte nicht sofort von der angeblichen Vergewaltigung berichtet, sondern erst, nachdem sie in der Zeitung von dem zweiten Übergriff gelesen hatte. Zusammen mit einer Freundin war sie daraufhin zur Polizei gegangen und hatte ebenfalls Anzeige erstattet.

Jetzt lesen

Diese Freundin wurde am Montag von den Richtern der 31. Strafkammer des Dortmunder Landgerichts als Zeugin vernommen. Auf die Frage, ob sie der 16-Jährigen geglaubt habe, sagte sie mit fester Stimme: „Ja, auf jeden Fall.“ Die Zeugin ist davon überzeugt, dass sich ihre Freundin die Vorwürfe nicht einfach so ausgedacht haben kann. Sie sei zwar damals generell in keiner guten psychischen Verfassung gewesen, aber so weit wäre sie ihrer Ansicht nach nie gegangen.

Zeugin lobt 16-Jährige

In diesem Zusammenhang wollte die 19-jährige Zeugin noch ein Lob loswerden. „Mich fasziniert bis heute, wie normal meine Freundin trotzdem geblieben ist“, sagte sie. Eigentlich habe sie nämlich befürchtet, dass die 16-Jährige sogar versuchen könnte, sich wegen der Vergewaltigung das Leben zu nehmen.

Der Angeklagte zeigte während der Vernehmung der Zeugin keinerlei Regung. Dabei weiß er, dass in diesem Prozess seine Zukunft auf dem Spiel steht. Trotz seines jungen Alters ist der 25-Jährige für die Justiz nämlich alles andere als ein Unbekannter. Tatsächlich ist er sogar schon wegen Vergewaltigung vorbestraft. Nach seiner Haftentlassung soll er sich in einem speziellen Programm für rückfallgefährdete Sexualstraftäter befunden haben.

Sicherungsverwahrung ist weiter möglich

Wegen der Vorstrafe steht in diesem Prozess nun sogar die Unterbringung des Angeklagten in der Sicherungsverwahrung im Raum. Das würde bedeuten, dass er nach Verbüßung einer Haftstrafe für unbestimmte Zeit weiter eingesperrt bliebe, um die Allgemeinheit vor ihm zu schützen.

Jetzt lesen

Ob die Anordnung dieser Maßregel geboten ist, soll dem Gericht die erfahrene Psychiaterin Nalah Saimeh erläutern. Die Sachverständige soll ihr Gutachten nach den derzeitigen Planungen noch im Juni erstatten.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Autohandel in Bergkamen
Skoda-Zentrum in Bergkamen schließt, aber die Werkstatt wechselt nur die Straßenseite
Hellweger Anzeiger Kommunalwahl 2020
Bürgermeisterwahl in Bergkamen: Schild tritt nicht für AfD an – und als Kreissprecher zurück