Mittwochsmix mit Rap und viel Wortwitz zum unnötigen „Nein“ in vielen Lebenslagen

dzStand-Up-Comedian

Erst stand er im Stau, dann legte er richtig los. Bei Wortakrobat und Rapper „Quichotte“ ging es im Mittwochsmix um die verpassten Chancen in allen Lebenslagen.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 23.01.2020, 11:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Publikum beim aktuellen Mittwochsmix musste schon reichlich Geduld mitbringen, bevor es etwas zu lachen gab.. „Quichotte“, Stand-Up-Comedian aus Köln, steckte irgendwo bei Gevelsberg im Stau auf der A1 fest und konnte sich infolgedessen erst mit fast einer Stunde Verspätung auf die Bühne in der Galerie sohle1 schwingen.

Dort bewies er jedoch gleich seine Qualitäten als eloquenter Stand-Up-Comedian, als er seine gerade erlebten und reichlich absurden Stau-Erlebnisse zum Bestandteil seines aktuellen Bühnenprogramms „Die unerträgliche Leichtigkeit des Neins“ machte.

Origineller Rap-Shit-Song

„Wo überall begegnet mir eigentlich das leichtfertig ausgesprochene „Nein“, wo ich doch besser hätte Ja sagen sollen?“ fragte sich der wortgewaltige Poetry-Slammer und griff zu seiner spanisch klingenden Gitarre, um in dem originellen Rap-Shit-Song „Got no Money“ diverse und nicht selten skurrile Antworten auf diese Frage zu geben.

Auf seiner Suche nach dem leichtfertigen „Nein“ analysierte Quichotte dabei auch allerlei missliche Lebenslagen, wie beispielsweise bei der Frage nach einer anstehenden Penisverlängerung, oder bei seinem Selbstversuch mit Alpecin-Forte, welcher bei „Quichotte“ nachweislich zum Gegenteil geführt hatte. Er traut sich jetzt nur noch mit Base-Cap unter die Leute.

Stimmungspegel fortwährend im oberen Bereich

Mit viel spontanem Wortwitz hielt der Wortakrobat Quichotte alias Jonas Klee den Stimmungspegel im Publikum fortwährend im oberen Bereich – zum Beispiel wenn er in die quäkende und zornige Stimmlage von Marcel Reich Ranicki wechselte.

Kräftigen Beifall und Jubelrufe erntete der Rapper „Quichotte“, als er mit seiner „Loop Machine“ die Elemente BeatBox und Geige miteinander verwob und vom Publikum spontan zugerufene Wörter zu einem Free-Style-Rap-Song verarbeitete.

Äußerst witzig war die Metapher vom Schnittlauch und ebenso seine Erlebnisse mit dem Kiosk-Betreiber Killer Hakan im Kölner „Veddel“ und dessen Kunden, dem schwulen Italiener Francesco. Am Ende fragte sich Quichotte beim Vergleich mit dem deutschen Spießbürgertum, wer am Ende denn überhaupt der wirkliche Kanake sei.

Dass Quichotte aber nicht nur „lustig“ kann, bewies er schließlich in seinem philosophisch anmutenden und nachdenklich machenden Gedicht vom „Orchester“. In dem Gedicht fand sich jeder als Teil des Ganzen wieder und durfte seine Rolle hinterfragen.

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