Mit vielen Bildern: Die Oberadener Bergleute holen die Heilige Barbara nach Hause

dzBergbau-Erinnerung

Nach langen Verhandlungen holt der Bergbaugeschichtskreis die Heilige Barbara zurück nach Oberaden. Sie stand einst in der Zeche Haus Aden. Der Transport verläuft nicht ohne Probleme.

Oberaden

, 15.11.2019, 15:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Heilige Barbara kommt am Freitagmittag gegen 11.43 Uhr nach Hause nach Oberaden. Sie hat einen langen Weg hinter sich. Dabei hat Friedhelm Eul von der Rünther Firma Schmucker mit seinem Pritschen-LKW gar keine allzu weite Distanz zurückgelegt, um die Statue der Bergbau-Schutzheiligen zum Hof des Stadtmuseums zu bringen. Er hat sie am Morgen in der ehemaligen Zeche Prosper Haniel in Bottrop abgeholt. Die liegt knapp 60 Kilometer von Oberaden entfernt. „Daran haben wir vier Jahre gearbeitet“, sagt Volker Wagner, der Sprecher des Bergbau-Geschichtskreises des Museums.

Die Barbara stand von 1993 bis 2001 in Haus Aden

Offenbar war es gar nicht so einfach, die RAG davon zu überzeugen, die Barbara-Figur für die Bergbau-Abteilung des Bergkamener Museums zur Verfügung zu stellen. Dabei stammt sie ursprünglich aus Oberaden. „1993 hat die Firma Deilmann-Haniel sie der Zeche Haus Aden geschenkt“, berichtet Wagner. Dort stand sie in der Lichthalle vor dem Eingang zur Mannschaftskaue. Als die Zeche 2001 den Betrieb einstellte, wechselten die Bergleute zum Bergwerk Ost – die Barbara zog mit.

Mit vielen Bildern: Die Oberadener Bergleute holen die Heilige Barbara nach Hause

Mit Hilfe eines Krans bugsierten die Ex-Bergleute die Figur an ihren Standort hinter dem Museum. © Stefan Milk

Und als 2010 auch das Bergwerk Ost schloss, ging ein Teil der Belegschaft nach Prosper-Haniel in Bottrop. Dort stand dann auch die Barbara. Bis zum Freitag. „Sie sollte so lange in Bottrop bleiben, wie dort noch Bergleute tätig sind“, sagt Wagner. Der Steinkohlebergbau wurde zwar schon vor fast einem Jahr eingestellt, aber auf Prosper-Haniel waren noch einige Restarbeiten zu erledigen. „Jetzt wird der Schacht verfüllt“, sagt Wagner. Also wird auch die Barbara nicht mehr gebraucht.

Der Vorstand der RAG entschied über die Barbara

Allerdings ist die Figur offenbar so wichtig, dass sogar der Vorstand der RAG zustimmen musste, dass sie nach Oberaden darf. „Wir sind dem Vorstandsvorsitzenden Peter Schrimpf dankbar, dass er das ermöglicht hat“, sagt Wagner. Ohne Friedhelm Eul und seinen Laster hätte das allerdings auch nicht funktioniert. „Sonst hat sich keiner den Transport zugetraut“, meint Wagner.

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Die Heilige Barbara kehrt nach Oberaden zurück

15.11.2019
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Die Statue der Heiligen Barbara wird am Stadtmuseum aufgestellt© Stefan Milk
Die Statue der Heiligen Barbara wird am Stadtmuseum aufgestellt© Stefan Milk
Die Statue der Heiligen Barbara wird am Stadtmuseum aufgestellt© Stefan Milk
Die Statue der Heiligen Barbara wird am Stadtmuseum aufgestellt© Stefan Milk
Die Statue der Heiligen Barbara wird am Stadtmuseum aufgestellt© Stefan Milk
Die Statue der Heiligen Barbara wird am Stadtmuseum aufgestellt© Stefan Milk
Die Statue der Heiligen Barbara wird am Stadtmuseum aufgestellt© Stefan Milk

Die Barbara ist zwar nur etwa 1,20 groß, aber sie besteht aus Marmor - und der hat sein Gewicht. Außerdem steht sie auf einem Sockel. Und zu der Heiligen-Figur gehört noch ein Granit-Stein, der deutlich höher ist als die Barbara selbst. „Alles in allem wiegt das 600 bis 700 Kilogramm“, sagt Eul, während er den Kran an seinem Lkw in Betrieb nimmt.

Den Stein hievt er ohne große Probleme an seinen Platz auf dem Museumshof. Wenig später schwebt dann auch die Barbara in der Luft. Doch sie macht Probleme. Als Eul sie an ihren Standort schwenken will, rutscht der Sockel von dem Zapfen, der ihn mit der Figur verbindet. Einer der Ex-Bergleute, die sich zum Empfang der Schutzheiligen versammelt haben, versucht, ihn aufzuheben – aber er ist viel zu schwer.

Figur am Museum

Enthüllung am Barbara-Tag

Der Geschichtskreis Aden/Grimberg 3/4 will die Figur der Heiligen Barbara am Barbaratag an ihrem neuen Standort hinter dem Stadtmuseum an der Jahnstraße in Oberaden enthüllen. Dazu treffen sie sich am Mittwoch, 4. Dezember, um 16 Uhr.

Der Sockel rutscht von der Figur

Doch die Geschichtskreisler wissen Rat. Schließlich haben sie auch einen Lehrstollen samt Bergbau-Ausrüstung hinter dem Museum aufgebaut. Während Wagner die Barbara hält, damit sie nicht aus den Gurten am Kranhaken rutscht, holen zwei seiner Kollegen einen Handkarren. Mit dessen Hilfe lässt sich das Podest transportieren und auf den Stein stellen.

Eul hebt die Figur erneut an, die Bergleute bugsieren sie per Hand in Richtung des Sockels. Um 12.13 Uhr ist die Figur wieder fest verankert. „Nun ist die Heilige Barbara wieder da, wo sie hingehört“, sagt einer der Ex-Bergleute zufrieden.

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