Mit vielen Bildern: Die alte City ist in wenigen Tagen aus Bergkamen verschwunden

dzAbrissarbeiten

Sie sollte einmal das neue Zentrum der neuen Stadt Bergkamen werden. Jetzt ist die alte City fast komplett abgerissen. Ihr Schutt hat aber trotzdem noch einen Nutzen.

Bergkamen

, 07.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bergkamener, die etwas im Rathaus zu erledigen haben, bei Kaufland einkaufen oder am Busbahnhof auf den Bus warten, schauen immer wieder unwillkürlich hin: Auf der anderen Seite der Töddinghauser Straße beseitigen die Abrissbagger ein Stück Bergkamener Stadtgeschichte: Die bereits mehrfach umgebaute City, die künstliche Stadtmitte, die Bergkamen nach der Stadtgründung bekommen sollte, besteht zu einem großen Teil nur noch aus Trümmern.

Mit vielen Bildern: Die alte City ist in wenigen Tagen aus Bergkamen verschwunden

Die Bagger wühlen sich durch den Beton der ehemaligen Turmarkaden. Auch die Fassade an der Töddinghauser Straße ist fast komplett beseitigt. © Stefan Milk

Abriss bis Weihnachten größtenteils abgeschlossen

Alexander Dold, Geschäftsführer der Interra AG aus Düsseldorf geht davon aus, dass die Arbeiten bis Weihnachten nahezu abgeschlossen sind. Die Restarbeiten werden aber wohl noch bis Ende Januar dauern“, sagt er. Die Interra plant den nächsten Anlauf, Bergkamen neben dem Rathaus so etwas wie eine Stadtmitte zu geben.

Dabei spielen die Reste der alten City überraschenderweise sogar noch eine Rolle. Sie bilden so etwas wie das Fundament für die geplante neue Bergkamenn Galerie“ und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Mit vielen Bildern: Die alte City ist in wenigen Tagen aus Bergkamen verschwunden

Die Betontrümmer werden zerkleinert und als Schüttmaterial verwendet, um das Gelände für den Neubau vorzubereiten. © Stefan Milk

Betonteile werden nach dem Abriss wiederverwertet

Die meisten Baustoffe, die bei dem Abriss anfallen, werden überraschenderweise nicht abtransportiert. Schadstoffe werden zwar deponiert und Metalle und anderes zum Recycling gegeben. Die Betonteile werden zermahlen und wieder auf dem Gelände eingebaut.

Das hat etwas mit der Topografie zu tun. Das Gelände ist von der Hubert-Biernat-Straße in Richtung Zentrumsplatz abschüssig. „An den Hang bauen wollen wir aber nicht“, erklärt Dold. Deshalb soll das Gelände mit den Abriss-Resten der Vorgängerbauten so aufgefüllt werden, dass für den Neubau eine ebene Fläche entsteht.

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Der Treppenturm steht noch, soll aber auch noch abgerissen werden. © Stefan Milk

Ein Teil der Gebäudereste wird verkauft

Alles das, was nicht gebraucht wird, hofft die Interra noch verkaufen zu können. Solches Material wird auch auf anderen Baustellen benötigt, wo es nicht bei einem Abriss automatisch anfällt.

Bergkamener, die stehen bleiben, um sich den Abriss anzuschauen, wundern sich möglicherweise, dass der Treppenturm noch steht. Das bedeutet nicht, dass er in den Neubau integriert werden soll. „Er wird definitiv auch noch abgerissen“, sagt Dold.

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Die ehemalige Sparkassen-Hauptstelle ist schon für den Abriss vorbereitet. Ohne Fassade und Fenster hat sie etwas von Endzeit-Stimmung. © Marcel Drawe

Ehemalige Sparkassen-Hauptstelle ist für den Abriss vorbereitet

Das gilt auch für die ehemalige Hauptstelle der Sparkasse, an der mittlerweile die Fassadenplatten und die Fenster fehlen, den Eingangsbereich zu den Turmarkaden und der Bereich der ehemaligen Markthalle am Zentrumsplatz.

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Der Blick in den ehemaligen Zulieferungshof hinter der Sparkasse. Der Abriss-Bereich ist durch Bauzäune und Sperrgitter abgesperrt. © Marcel Drawe

Die Planungen für den Neubau laufen schon seit einiger Zeit. Mittlerweile sind die Architekten bereits bei der Detailplanung, berichtet Dold. „Es geht beispielsweise darum, wo die Einkaufswagen stehen und wo es Abstellplätze für Fahrräder gibt“, sagt er.

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Namen von Mietern will der Interra-Geschäftsführer noch nicht nennen. „Aber sie werden gut für Bergkamenn sein“, versichert er.

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Die ehemals geräumten Häuser an der Töddinghauser Straße sollen durch eine Mauer vom neuen Einkaufszentrum „Bergkamen Galerie“ abgetrennt werden. Der Abriss rückt näher zu ihnen und beunruhigt die Bewohner gelegentlich. © Marcel Drawe

Vertrag zu den ehemals geräumten Häusern

Die Bewohner der ehemals geräumten Häuser beobachten die Abrissarbeiten immer noch mit Misstrauen. „Es gibt schon einige Erschütterungen durch die Abrissarbeiten in den Häusern“, sagt Hausverwalter Jörg Berchem. Das beunruhigt die Leute.“ Er geht aber davon aus, dass die Substanz der Häuser nicht angegriffen wird. Eine Vereinbarung mit dem Unternehmen, das die Bergkamen Galerie baut ist in Vorbereitung, aber noch nicht endgültig abgeschlossen.

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Es soll eine Trennmauer entstehen, um die beiden Häuser, die auf dem ehemaligen Einkaufszentrum stehen, von dem neuen Zentrum abzugrenzen. Die Mauer sei auch schon halb fertig, sagt Berchem.

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