Mit Video: So kämpft die Stadt Bergkamen gegen gefährliche Raupen in den Eichen

dzEichenprozessionsspinner

Die Eichenprozessionsspinner drohen auch in diesem Jahr viele Eichen zu befallen und Menschen zu gefährden. Der Baubetriebshof in Bergkamen hat für die Bekämpfung der Raupen kräftig aufgerüstet.

Bergkamen

, 03.06.2020, 16:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Sommer hat noch nicht einmal richtig begonnen und schon ist eine Plage zurück, die viele Bergkamener schon im vergangenen Jahr in Schrecken versetzt hat: Schon jetzt sind wieder viele Eichen im Stadtgebiet von den Raupen des Eichenprozessionsspinnern befallen. Der Befall ist schon so stark, dass der städtische Baubetriebshof im Einsatz ist und sogar schon ein Spezialunternehmen mit der Beseitigung der Raupen beauftragt hat.

Video
Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in Bergkamen

Nistkästen für „Fressfeinde“ und Fallen mit Lockstoff

Eigentlich hat die Stadt diverse Vorbeugungsmaßnahmen getroffen, damit sich die Raupen nicht so stark ausbreiten, wie im vergangenen Jahr. Unter anderem hat sie im gesamten Stadtgebiet Nistkästen für Vögel aufgehängt, die Fressfeinde der Raupen sind. Viele davon hatte die Stadt bestellt, einige haben Schüler der Willy-Brandt-Gesamtschule gebastelt. Sie hängen vor allem an den Eichen, die im vergangenen Jahr stark befallen waren.

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Hinzu kommen Fallen, die vor allem auf dem Parkfriedhof an Eichen hängen. Es handelt sich um Plastiksäcke, in denen sich ein Lockstoff aus Pflanzen befindet. Die Mitarbeiter des Baubetriebshofs hoffen, dass die Raupen in die Säcke kriechen und anschließend durch Hitze vernichtet werden können.

Die Stadt hat solche Fallen angebracht. Ein Lockstoff soll die Raupen in den Sack locken. Er wird bei Erfolg abgenommen und die Eichenprozessionsspinner mit Hitze vernichtet.

Die Stadt hat solche Fallen angebracht. Ein Lockstoff soll die Raupen in den Sack locken. Er wird bei Erfolg abgenommen und die Eichenprozessionsspinner mit Hitze vernichtet. © Marcel Drawe

Erfolg der Vorbeugungsmaßnahmen steht noch nicht fest

Wie groß der Erfolg dieser Maßnahmen ist, kann Stefan Mazur vom Baubetriebshof noch nicht sagen. „Dazu müssen wir erst die Entwicklung in diesem Jahr abwarten, sagt er. Noch weiß er nicht, wie schlimm die Plage in diesem Jahr wird. Die Raupen kommen zwar schon seit jeher an Eichen vor. Zur Plage sind sie in Bergkamen und allen Nachbarkommunen im Kreis Unna aber erst im vergangenen Jahr geworden.

„Der Kontakt mit den Raupen ist äußerst unangenehm.“
Stefan Mazur, Baubetriebshof

Das gefährliche an den Tieren sind die sogenannten „Brennhaare“, die sie bei Gefahr auch verschießen können. Sie rufen beim Kontakt mit der Haut heftige allergische Reaktionen hervor.

Zur chemischen Keule will der Baubetriebshof bei der Bekämpfung der Raupen aber trotzdem nicht greifen, wie Mazur sagt. Er setzt auf auf andere Maßnahmen, um die Raupen wieder los zu werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stadt Bergkamen einen Sauger und Schutzkleidung angeschafft, um die Raupen von befallenen Bäumen zu saugen.

Ein Nest auf Kopfhöhe. Die Nester sind auch an dem Gespinst zu erkennen, das sie umgibt. Auch darin befinden sich oft Brennhaare.

Ein Nest auf Kopfhöhe. Die Nester sind auch an dem Gespinst zu erkennen, das sie umgibt. Auch darin befinden sich oft Brennhaare. © Marcel Drawe

Zweiten Sauger beschafft und Mitarbeiter geschult

In diesem Jahr hat sie einen weiteren Sauger und die entsprechende Schutzausrüstung beschafft. Zwei weitere Mitarbeiter haben schon eine Schulung bekommen. Zusätzlich setzt sie eine Heißwasser-Spritze ein. Trotzdem kommt der Baubetriebshof allein kaum nach mit der Bekämpfung der Raupen. Sie ist sehr aufwendig, weil der Hubsteiger für fast jeden Baum versetzt werden muss. Mazur geht davon aus, dass von den 12.000 Bäumen, für die der Baubetriebshof zuständig ist, etwa die Hälfte Eichen sind.

Die Brennhaare sind das Gefährliche an den Raupen. Sie lösen beim Kontakt mit der Haut oder den Atemwegen zum Teil heftige Allergien aus. Die Haare verteilen sich auch in der Luft um die Bäume. Menschen sollten sich von befallenen Eichen unbedingt fern halten.

Die Brennhaare sind das Gefährliche an den Raupen. Sie lösen beim Kontakt mit der Haut oder den Atemwegen zum Teil heftige Allergien aus. Die Haare verteilen sich auch in der Luft um die Bäume. Menschen sollten sich von befallenen Eichen unbedingt fern halten. © Marcel Drawe

Nester auf Kopfhöhe

An der Preinstraße in Oberaden war deshalb an diesem Mittwoch auch ein privates Unternehmen im Einsatz und hat die Raupen abgesaugt. Dort ist ein großer Teil der vielen Eichen befallen. Die Raupen befinden sich oft an einer ungünstigen Stelle, direkt in Kopfhöhe. Daher sollte zurzeit niemand nah an den Bäumen vorbei gehen.

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Wenn Privatleute die Raupen an einem Baum auf einem Grundstück feststellen, sind sie selbst für die Beseitigung zuständig. Mazur rät, ein Unternehmen zu beauftragen, den Baum bis dahin weiträumig abzusperren und ihm nicht zu nahe zu kommen. „Der Kontakt mit den Raupen kann sehr unangenehm sein“, weiß er.

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