See in der Wasserstadt Aden: Die Spitze ist schon zu erkennen

dzMit Video

Der Untergrund für die Wasserstadt Aden wächst schon gewaltig in die Höhe. Sogar die östliche Spitze des Sees ist schon zu erkennen. Wir zeigen den Baufortschritt auch im Video.

Bergkamen

, 18.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mancher Autofahrer, der auf der Jahnstraße über die neue Bahnbrücke fährt, wird einen erstaunten Blick zur Seite werfen. Dort, wo noch vor einigen Wochen ein Abgrund neben der Straße klaffte, besteht nur noch ein kleiner Höhenunterschied.

Video
Erdarbeiten in der Wasserstadt Aden

Das Gelände der Wasserstadt ist gewaltig in die Höhe gewachsen. An der Bahnlinie ist sogar schon fast zu sehen, wie hoch der neue Stadtteil künftig liegt.

Dort muss praktisch nur noch die letzte, etwa 60 Zentimeter hohe Schicht aufgetragen werden, sagt Stadtplanerin Christiane Reumke.

Die Bodenarbeiten dauern noch bis 2022

Betrachter sollten sich jedoch nicht täuschen lassen. Bei dem hohen Erdhaufen, der parallel zur Bahnlinie liegt, handelt es sich um ein Bodenlager. Der Boden wird noch auf der Fläche verteilt. Die Wasserstadt ist auch noch längst nicht fertig, sagt die Stadtplanerin. Tatsächlich abgeschlossen sind die Bodenarbeiten wohl erst 2022. Im Jahr darauf, 2023, sollen die ersten Grundstücke vermarktet werden.

Die Lastwagen von mehreren Speditionen aus der weiteren Umgebung, die den Boden fast ununterbrochen anliefern, rollen seit diesem Montag nicht mehr durch die Rotherbachstraße. Endlich ist die Rampe von der Jahnstraße auf das Wasserstadt-Gelände fertig, so dass alle Lkw mit Boden die Route über den Westenhellweg und die Jahnstraße nehmen.

Den ganzen Tag über liefern Lastwagen Boden von Baustellen in der weiten Umgebung an. Er wird doppelt beprobt, bevor er eingebaut wird.

Den ganzen Tag über liefern Lastwagen Boden von Baustellen in der weiten Umgebung an. Er wird doppelt beprobt, bevor er eingebaut wird. © Stefan Milk

Etwa 300.000 Kubikmeter Boden müssen noch angeliefert werden

Insgesamt muss für die Wasserstadt etwa eine Million Kubikmeter Boden bewegt werden. Etwa 270.000 Kubikmeter, die schon angeliefert waren, sind verbaut. Weitere rund 300.000 Kubikmeter fehlen noch. Der Rest stammt vom Zechengelände selbst und wird nur umgelagert.

Wer ein wenig Zeit hat, sich einen Platz für das Auto in der Nähe sucht und von der Jahnstraße in aller Ruhe einen Blick auf das Jahnstraßen-Gelände wirft, kann sogar schon erkennen, wo der See entstehen soll. Die östliche Spitze senkt sich schon in den aufgeschichteten Boden.

Radlader verteilen den Boden, der in die Wasserstadt angeliefert wird. Anschließend wird er mit Walzen verdichtet. An einigen Stellen muss bis zu acht Meter neuer Boden aufgetragen werden.

Raupen verteilen den Boden, der in die Wasserstadt angeliefert wird. Anschließend wird er mit Walzen verdichtet. An einigen Stellen muss bis zu acht Meter neuer Boden aufgetragen werden. © Stefan Milk

Erde von Baustellen von Münster bis zum Sauerland

Die Erde, die in der Wasserstadt verbaut wird, stammt von Baustellen aus der weiteren Umgebung – von Münster bis zum Sauerland, wie Reumke erläutert. Die Qualität der Böden, die von der RAG Montan-Immobilien beschafft werden, wird doppelt beprobt: von der Deutschen Montan-Technologie (DMT) und von der Stadt Bergkamen.

An den Stellen, an denen Boden abgegraben werden muss, wird der Boden mit einer Fallplatte verdichtet. Dazu hievt ein Kran eine tonnenschwere Platte zehn Meter hoch und lässt sie fallen.

An den Stellen, an denen Boden abgegraben werden muss, wird der Boden mit einer Fallplatte verdichtet. Dazu hievt ein Kran eine tonnenschwere Platte zehn Meter hoch und lässt sie fallen. © Stefan Milk

Jetzt auch Verdichtung mit der Fallplatte

Mittlerweile ist neben den Walzen, die den Boden verdichten, auch ein Kran mit einer Fallplatte im Einsatz. Je nach Anforderung lässt er eine 10 oder eine 20 Tonnen schwere Platte aus einer Höhe von zehn Metern Boden fallen, um ihn zu verdichten. Die Fallplatte wird allerdings nur dort eingesetzt, wo Boden abgegraben wird. Die Festigkeit des Untergrunds, in dem sich zum Teil auch noch Fundamente befinden, ist nicht ganz klar. Deshalb wird er sicherheitshalber verdichtet.

Mit den Arbeiten hat die Stadt besondere Eile: Sie will fertig sein, wenn die RAG beginnt, die geplante neue Grubenwasserleitung zur Lippe zu verlegen. Dann wären die Verdichtungsarbeiten in manchen Bereichen nicht mehr möglich.

Interessanter für den Betrachter werden die Arbeiten im kommenden Jahr. Dann soll der Bau des Sees beginnen. Dazu muss das Unternehmen, das den See und die Gracht baut, am Ufer wieder einen Teil des Bodens wegnehmen. Anschließend wird der Untergrund so angelegt, dass kein Wasser auslaufen kann.

Der gesamte Lkw-Verkehr mit Bodenlieferungen für die Wasserstadt und die Halde rollt mittlerweile über die Rampe an der Jahnstraße. Das entlastet die Wohngebiete an der Rotherbachstraße in Oberaden.

Der gesamte Lkw-Verkehr mit Bodenlieferungen für die Wasserstadt und die Halde rollt mittlerweile über die Rampe an der Jahnstraße. Das entlastet die Wohngebiete an der Rotherbachstraße in Oberaden. © Stefan Milk

Stadt will die Planung für den See noch einmal ändern

Bevor der Bau beginnt, will die Stadt die ursprüngliche Planung noch einmal ändern. Statt der eigentlich vorgesehenen Spundwände am Seeufer soll es Stützwände aus Beton und Spundwände geben, die bis zu den Hausgrundstücken reichen.

Vermarktung
Mehr Interessenten als Baugrundstücke

  • Schon jetzt gibt es mehr Interessenten für ein Baugrundstück als Flächen, die dort vorhanden sind.
  • Die Stadt hält alle Interessenten auf einer Liste fest, die aber bisher noch unverbindlich ist.
  • Zu den Interessenten gehören nicht nur Privatpersonen, die bauen wollen, sondern auch Bauunternehmen. Es gibt sogar Anfragen, ob in der Wasserstadt Eigentumswohnungen entstehen können, die bisher im Konzept nicht vorgesehen waren.
  • Nach welchen Kriterien die Stadt die Baugrundstücke vergibt, will sie noch entschieden und es allen Interessenten auf der Liste rechtzeitig mitteilen.
  • Christiane Reumke rechnet wegen des engen Zeitplans nicht damit, dass die Wasserstadt bis zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 komplett bebaut ist. Für freie Grundstücke soll es ein Gestaltungskonzept geben, beispielsweise mit Wildblumen.

„Wir wollen sichergehen, dass die Abdichtung des Sees auch später nicht durch Abgrabungen beschädigt wird“, erklärte Reumke. Die Spundwände sollen so eingebaut werden, dass sie über der Wasseroberfläche nicht zu sehen sind.

Außerdem möchte die Stadt auf das Sperrtor verzichten, dass eigentlich an der Verbindung zwischen dem See und dem Datteln-Hamm-Kanal geplant ist. Das Sperrtor soll bei einem Leck im See geschlossen werden, damit der Kanal nicht mit Auslaufen kann.

Havariekonzept mit der Feuerwehr Dortmund

„Die Gefahr besteht nicht. So schnell läuft der See nicht aus“, ist sich die Stadtplanerin sicher. Die Stadt will stattdessen die Zufahrt vom See auf den Kanal auf 15 Meter verringern und sogenannte Dammtafeln an Land lagern. Die Tafeln werden bei einem Leck von einem Feuerwehr-Kran eingesetzt. Den hat allerdings nur die Feuerwehr in Dortmund. Die Stadt ist zurzeit dabei, ein „Havariekonzept“ mit der Dortmunder Feuerwehr zu erstellen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt muss der Änderung allerdings noch zustimmen.

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