Die Zufahrt zum Bayer-Werk am Tor 1 – an der Ernst-Schering-Straße – war gesperrt. Eine Spezialeinheit des LKA aus Duisburg untersuchte den verdächtigen Briefumschlag. Es bestand der verdacht, dass er Sprengstoff enthielt. © Stefan Milk
Verdächtige Post

Mit Video: Missverständnis löst Großeinsatz im Bergkamener Bayer-Werk aus

Eine Briefsendung hat am Dienstag im Bergkamener Bayer-Werk einen Großalarm ausgelöst. Der verdächtige Umschlag war um 9.45 Uhr in der Poststelle aufgetaucht. Eine Spezialeinheit des LKA gab schließlich Entwarnung.

Ein verdächtiger DIN-A4-Umschlag hat an diesem Dienstag einen Großalarm im Bayer-Werk ausgelöst. Der Briefumschlag war gegen 9.45 Uhr in der Poststelle aufgefallen. Er war nicht speziell an das Bergkamener Werk adressiert, sondern an die Bayer AG allgemein. Außerdem trug er keinen Absender. Bayer hat strenge Sicherheitsvorkehrungen, sodass der Umschlag sofort auffiel.

Die Mitarbeiter in der Poststelle hatten außerdem den Eindruck, dass sich in dem Umschlag ein Kunststoffteil befand, aus dem Drähte herausragten. Ein Mitarbeiter der Werkssicherheit schlug sofort Alarm und verständigte die Polizei und die Werkfeuerwehr.

Die Kreispolizeibehörde Unna riegelte das Werk mit starken Kräften ab und sperrte das Tor 1, die Zufahrt zum Werksgelände an der Ernst-Schering-Straße. Gleichzeitig trafen der Rettungsdienst und Kräfte der freiwilligen Feuerwehr Bergkamen ein, um die Werkfeuerwehr zu unterstützen.

Die Spezialeinheit des LKA traf mit einem Lastwagen am Werksgelände ein. Die Spezialisten erkannten schnell, dass der Inhalt des Briefs harmlos war. © Stefan Milk © Stefan Milk

Später am Vormittag traf eine Spezialeinheit des Landeskriminalamtes aus Duisburg ein, die beim Verdacht auf einen Sprengstoffanschlag eingesetzt wird. Sie untersuchte den Umschlag genauer und konnte nach wenigen Augenblicken Entwarnung geben: In dem Umschlag befanden sich elektronische Ausweiskarten, die der Absender mit Büroklammern zusammengesteckt hatte.

Die Polizei hatte das Gelände des bayer-Werks mit starken Kräften abgesperrt. © Stefan Milk © Stefan Milk

Offenbar sei der Brief nicht ausreichend adressiert gewesen, sagte der Sprecher des Bayer-Werks, Dirk Frenzel, und der Absender sei vergessen worden. Außerdem hätten sich die Büroklammern so unglücklich an der Verklebung befunden, dass der Eindruck entstanden sei, dass es sich um Drähte handle.

In diesem Fall habe es sich noch nicht einmal um einen dummen Scherz gehandelt, sondern schlicht um ein Missverständnis, weil die Adresse verdächtig war und der Absender der Briefsendung fehlte.

Die Spezialeinheit des LKA gab gegen Mittag Entwarnung. Polizei, Rettungsdienst und die Kräfte der freiwilligen Feuerwehr konnten wieder abrücken.

Im Bayer-Werk ist ein verdächtiger Umschlag angekommen. Eine Spezialeinheit der Polizei untersucht ihn. © Stefan Milk © Stefan Milk

In den vergangenen Jahren gab es mehrfach Einsätze von Polizei und Feuerwehr, weil verdächtiges weißes Pulver in Briefumschlägen bei Behörden und Institutionen aufgetaucht war. Unter anderen war das Jobcenter in Bergkamen schon zwei Mal betroffen. In allen Fällen bisher erwies sich das Pulver nach einer genauen Analyse als harmlos.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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Michael Dörlemann

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