Endlich wieder shoppen: Im Kaufhaus Schnückel und anderen Läden freuten sich Kunden und Verkäuferinnen. © Marcel Drawe
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Mit Video: Geschäfte dürfen öffnen: „Schön, dass Sie wieder da sind!“

Die Läden dürfen wieder öffnen, aber von Normalität ist das Einkaufen noch weit entfernt. In Bergkamen erleichtern Teststationen vor der Ladentür den Einkauf. Anderswo ist weniger los.

Den Satz „Schön, dass Sie wieder da sind!“, haben Claudia Klammer und ihre Kolleginnen am Freitag ziemlich oft gehört. Kein Wunder: Nicht nur die Mitarbeiterinnen des Kaufhaus Schnückel in Bergkamen freuen sich, dass sie endlich wieder ihre Türen öffnen, sondern auch die Kunden.

Vom Normalzustand ist das Kaufhaus aber auch nach Ende der jüngsten coronabedingten Zwangsschließung noch weit entfernt: Wer etwas kaufen will, muss einen Termin buchen und eine negativen Coronatest vorweisen. Im Falle von Schnückel ist letzteres nicht ganz so schwierig: Direkt vor dem Haupteingang steht auf dem Herbert-Wehner-Platz ein Schnelltestzentrum. „Das macht uns sehr glücklich“, sagt Klammer und spricht dabei für ihre Kunden mit. Für die kommenden Tage seien schon etliche Termine für das Shopping gebucht, berichtet sie.

Zeitweise bildete sich eine lange Autoschlange vor der Teststation auf dem Poco-Parkplatz. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Beim Möbeldiscounter Poco an der Industriestaße in Rünthe ist die Situation ähnlich komfortabel. Auch dort kann man auf dem Parkplatz einen Schnelltest machen, sogar aus dem Auto heraus. Viele Kunden hätten diese Möglichkeit am Brückentag genutzt, sagt Poco-Sprecherin Lisa Kreyenbaum. Manche Poco-Kunden können aber auch direkt in die Verkaufsräume: „Etwa 15 Prozent brauchen keinen Test, weil sie schon zweifach geimpft sind.“

Großer Andrang bei Poco

Ansonsten vermeldet die Poco-Sprecherin einen regen Andrang: Im Lauf des Tages rechne sie mit rund 600 Menschen, die zu Poco kommen: „Und die Leute wollen nicht nur schauen, die kaufen auch“, freut sich Kreyenbaum.

Ein ähnliches Bild dürfte sich auch beim Globus-Baumarkt bieten, denn auch dort gibt es ein Testzentrum direkt vor der Tür. Zudem müssen die Käufer auch hier einen Termin vereinbaren. Doch an der Geschwister-Scholl-Straße gibt es ebenfalls Ausnahmen: Wer sich auf den Besuch des Gartenmarktes beschränkt, braucht laut Globus-Homepage weder Test noch Anmeldung.

Und wie bei Poco besteht bei Globus nach wie vor die Möglichkeit von „click and collect“: Der Kunde bestellt die gewünschte Ware im Internet und holt sie dann am Markt ab.

Noch sind die Türen bei Berlet in Rünthe geschlossen. Doch das wird sich am Montag ändern. © Stefan Milk © Stefan Milk

Diese Regel gilt auch weiterhin beim Elektrofachmarkt Berlet in Rünthe. Filialleiter André Mazur hat sich in Absprache mit der Geschäftsleitung dazu entschieden, die neuen Öffnungsmöglichkeiten noch nicht zu nutzen. Beim letzten Lockdown-Ende sei der Andrang zunächst sehr groß gewesen, dann aber schnell wieder abgeflaut, sagt er. Deshalb will er jetzt erst einmal die Erfahrungen abwarten, die die Kollegen in der Filiale Soest sammeln: Dort dürfen Kunden mit einem Negativ-Test einkaufen. „In den nächsten Tagen werden wir dann entscheiden, wie es bei uns weiter geht“, sagt Mazur.

Kein Ansturm auf die Geschäfte in Kamen

Auch in der Kamener Innenstadt haben am ersten Öffnungstag noch nicht alle Läden geöffnet. Der Großteil der Geschäfte hieß am Freitag aber Kunden willkommen – und verwies gleich am Eingang darauf, dass für den Besuch ein negativer Corona-Test notwendig ist.

Vielleicht hatten die Kamener keine Lust, sich vorher testen zu lassen, vielleicht haben einige auch noch nicht mitbekommen, dass die Läden wieder offen sind. Jedenfalls blieben die Geschäfte am Freitag die meiste Zeit über leer. Hier und da stöberten Bummelnde durch die Ware draußen, aber nur wenige nutzten die Chance, wieder im Laden einzukaufen.

Vor dem Einrichtungshaus Ikea war am Freitagvormittag noch nicht sonderlich viel los. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Dass die Innenstadt so gut besucht war, lag vor allem am Wochenmarkt, wo sich die Besucher von frischen Erdbeeren, Spargel und Blumen locken ließen. Ein Ansturm auf die Geschäfte blieb aber aus. Übrigens auch beim Einrichtungshaus Ikea. Zumindest bis mittags bildeten sich dort noch keine Schlangen. Das wird sich aber vermutlich schnell ändern.

Ihre Autoren
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne
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