Die Probe wird im Drive-In-Testcenter direkt an der Seitenscheibe genommen. Wer sich testen lassen will, kann aber auch zu Fuß kommen. © Marcel Drawe
Schnelltestzentrum bei Poco

Mit Video: Der erste Corona-Schnelltest in Bergkamen im eigenen Auto

Das Drive-In-Schnelltest-Zentrum bei Poco in Rünthe hat viel zu tun, obwohl es erst am Samstag eröffnet wurde. Es kommen nicht nur Menschen, die nebenan im Möbelmarkt einkaufen wollen.

Achim Dirkschnieder aus Lünen sitzt am Steuer und tippt auf seinem Handy. Er ist kein Verkehrssünder, sondern steht in der Schlange vor dem neuen Testzentrum vor dem Poco-Einrichtungsmarkt in Rünthe – dem bisher einzigen Schnelltestzentrum in Bergkamen, in dem man noch nicht einmal aus dem Auto aussteigen muss, um sich testen zu lassen. Der Lüner hat gelesen, dass es seit Samstag geöffnet hat. Er will zu Poco und sich das notwendige negative Testergebnis gleich vor der Haustür holen.

Mittlerweile hat er sich angemeldet und rollt bis zum Testcontainer vor. Eine Mitarbeiterin kommt zum Seitenfenster und hat das Wattestäbchen schon in der Hand. „Das kitzelt jetzt ein bisschen“, warnt sie. Dann ist der Test schon genommen. An der Seitenscheibe bei seiner Frau noch kurz die gleiche Prozedur – dann bekommt Dirkschnieder einen Zettel mit einem QR-Code, kann weiterfahren, warten und auf das Testergebnis warten.

„Wir verschicken dann eine Mail, dass das Ergebnis da ist“, erläutert Sebastian Faber von der Firma Schreurs Consulting, die das Testzentrum leitet. Wer dann den QR-Code auf dem Zettel einscannt, bekommt das Ergebnis direkt aufs Handy.

Auch Schüler kommen vor der Schule zum Test

Die Autos, die vor dem Test Schlange stehen, sind nicht die einzigen. Gleich nebenan gibt es eine Fußgängerschlange – meist ebenfalls Kunden, die zu Poco wollen und den Test jetzt benötigen. So wie Sylvia Konderla aus Hamm-Heessen, die sich ebenfalls noch schnell über das Handy anmeldet.

Zeitweise bildete sich eine lange Autoschlange vor der Teststation auf dem Poco-Parkplatz. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Das Drive-In-Testzentrum scheint schon jetzt ein großer Erfolg zu sein. Schon am ersten Tag, am Samstag, ließen sich 114 Menschen testen, sagt Faber. Für diesen Montag gab es schon allein 75 Voranmeldungen über das Internet und bis zum Mittag 25 weitere Menschen, die sich spontan zum Test entschlossen haben.

Das sind nicht nur Poco-Kunden hat Faber festgestellt. „Wir hatten auch schon einige Schüler hier, die zum Unterricht müssen und den Test nicht in der Schule machen wollten“, berichtet er. Viele wollten ihn auch gleich für mehrere Einkäufe an einem Tag nutzen.

Das Testzentrum in Bergkamen ist das zehnte, das die Unternehmensgruppe aus Moers in NRW eröffnet hat. Gleichzeitig hat sie auch ein Schnelltestzentrum an der Poco-Filiale in Dortmund eröffnet. Die Mitarbeiter sind von der Malteser Unfallhilfe für die Tests geschult worden. Sie arbeiten sonst in anderer Position für Schreurs oder sind speziell für die Schnelltestzentren eingestellt worden.

Vanessa Stephan (l.) und Ines Karle verarbeiten die Proben in einem Container. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Das Bergkamener Testzentrum ist von montags bis freitags von 10 bis 15 Uhr und von 16 bis 19 Uhr geöffnet, dazu samstags von 9 bis 16 Uhr und sonntags von 10 bis 16 Uhr. Jeder kann sich also auch vor dem Kaffeebesuch am Sonntag bei den Großeltern freitesten lassen.

Anmelden online, telefonisch oder direkt vor Ort

Die Öffnungszeiten sind jedoch nur vorläufig. „Wir richten uns an jedem Standort nach dem Bedarf, den wir feststellen“, sagt Faber. Es kann also sein, dass das Testzentrum demnächst auch noch früher öffnet, weil die Nachfrage da ist – zum Beispiel von Arbeitnehmern, die sich vor Arbeitsbeginn testen lassen möchten.

Der Leiter des Testzentrums rät dazu, sich online auf der Seite testcov.de anzumelden und einen Termin zu vereinbaren. Möglich ist aber auch eine telefonische Anmeldung unter Tel. (02841)3684511 oder direkt vor Ort. Wer kein Smartphone hat, kann auch warten und sich das Testergebnis ausdrucken lassen.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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