Miniphänomenta begeistert Förderschüler

dzAusprobieren und Staunen

Naturwissenschaftliche Phänomene statt Sport: In der Turnhalle der Friedrich-von-Bodelschwinghschule in Heil weckten 26 spannende Experimentierstationen kindgerecht das Interesse an Physik.

Heil

, 22.03.2019, 15:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich ist die Wanderausstellung Miniphänomenta für Grundschulen konzipiert, damit die dort anschaulich dargestellten naturwissenschaftlichen Phänomene anschließend im Sachunterricht besprochen werden können. Denn jede schnöde Theorie macht viel mehr Spaß, wenn vorher spielerisch das eine oder andere ausprobiert oder direkt beobachtet werden konnte.

An der Freiherr-von-Bodelschwingh-Schule gestaltet sich das Unterrichtskonzept jedoch ein wenig anders. Für viele der dortigen Förderschüler sind die Erklärungen zu komplex und kaum verständlich. „Wir können das meiste hier nur ganz rudimentär erklären“, sagt Lehrerin Dani van der Velde.

Nichtsdestotrotz üben die Phänomene eine besondere Faszination aus - und wecken zumindest das Interesse der Schülerinnen und Schüler an Naturwissenschaften.

Miniphänomenta begeistert Förderschüler

Wenn die Kugel bergauf rollt, müssen geheimnisvolle Kräfte am Werk sein. © Borys Sarad


Tolle Erfahrung für Schüler und Lehrer

Die inzwischen pensionierte Lehrerin Rotraud Fischer hatte daher eine besondere Idee: Sie wollte die Wanderausstellung an die Schule holen, und die sich dadurch ergebende Möglichkeit nutzen, zwei Lehrer fortbilden zu lassen und die Exponate im Anschluss im Arbeitslehreunterricht (Holz) von Schülern für die Schule nachbauen zu lassen.

Die beiden Lehrerinnen, die sich fortbilden ließen, waren Dani van der Velden und Iris Reher. Und beide waren begeistert, wie gut die Miniphänomenta bei ihren Schützlingen an der Bodelschwingh-Schule ankam. Gebannt verfolgten die den Verlauf dreier Murmeln auf unterschiedlich gekrümmten Kugelbahnen, staunend standen sie vor dem Verkehrshütchen, durch dessen Öffnung Luft strömte, so dass ein Luftballon in der Luft tanzte, oder absolut fasziniert waren sie vom Pendel, das in seinem Sandbett immer kleiner werdende Kreise zog.

Besonders überrascht waren sie jedoch, wie sehr einige Schüler über sich hinauswuchsen: „Eine Schülerin, die eigentlich einen sehr großen Förderbedarf hat, hat einem Mitschüler ganz genau erklärt, wie ein Experiment funktioniert hat“, schilderte Reher. „Das war toll.“

Auch ein junger Autist war völlig fasziniert. „Der war voll dabei“, freute sich van der Velde. „Normalerweise ist der immer allein in einem Nebenraum und arbeitet still vor sich hin. Doch hier wollte er alles ausprobieren. Das war toll zu sehen.“

Miniphänomenta begeistert Förderschüler

Taucht man eine klingelnde Stimmgabel ins Wasser, spitzt das Wasser und erklärt, warum es Schallwellen heißt. © Borys Sarad


Deshalb heißt es Schallwellen

Die Atmosphäre der Turnhalle lud auch dazu ein, sich von Station zu Station treiben zu lassen und Dinge einfach in die Hand zu nehmen. „Wir sind mit maximal 26 Kindern hier, für 26 Stationen“, so Reher.

„Ich versuche das schon die ganze Woche, aber es klappt nicht“, jammerte eine Lehrerin, als sie sah, wie ein Schüler ohne Probleme eine Kugel mithilfe von zwei beweglichen Eisenstangen „bergauf“ rollen ließ. Bei den Schülern stießen jedoch die Wasser-Experimente auf reges Interesse: Eins war besonders schwierig, aber faszinierend. Wurde eine angeschlagene und klingende Stimmgabel in flaches Wasser gehalten, wurde ihre Schwingung durch kleine Spritzer und Wellen auf der Wasseroberfläche sichtbar. Da wurde allen schnell klar, warum von Schallwellen gesprochen wird.

Bis einschließlich Montag wird der Parcours noch in der Turnhalle stehen, dann wird er in einer kleineren Ausführung im Mehrzweckraum der Schule aufgebaut, denn die Sportvereine sollen die Halle dann wieder nutzen können.

Nach insgesamt zwei Wochen werden die 25 Leih-Exponate der Miniphänomenta die Schule wieder verlassen, doch im Laufe der nächsten Jahre sollen sie von der Berufspraxis-Stufe in der Sekundarstufe II kontinuierlich nachgebaut werden und so ein Fundus für die schuleigene Sammlung entstehen.

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