Minarett und Erweiterungsbau für Milli-Görüs-Moschee geplant

dzAn der Ernst-Schering-Straße

Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs will ihre Moschee erweitern – auch um ein Minarett. Anders als vor einigen Jahren scheint das mittlerweile wenig Potenzial für Konflikte zu bieten.

Bergkamen

, 02.10.2019, 16:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Darul-Erkam-Moschee der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) an der Ernst-Schering-Straße soll mit zehn Jahren Verspätung doch noch ein Minarett bekommen. Der Architekt Dietmar Scherff hat eine Erweiterung des Moscheegebäudes entworfen, zu dem auch das Minarett neben dem Gebäude gehört. Scherff lebt in Berlin, stammt aber aus Kamen. Vor zehn Jahren hatte die Ankündigung, ein Minarett zu bauen, noch zu öffentlichen Diskussionen geführt.

Zu Scherffs Entwurf gehören auch ein Bürokomplex, ein Café, ein Schulungsraum für den Koranunterricht, eine Küche, ein Speiseraum und eine Totenwaschanlage, um Bestattungen nach islamischem Ritus vorbereiten zu können. „Das entspricht etwa einer Einsargungshalle bei einem Bestatter“, erklärte der Architekt.

Parkplätze, die auf dem jetzigen Moscheegelände wegfallen, sollen auf einem Brachgrundstück auf der anderen Straßenseite entstehen, das der Moscheeverein mittlerweile erworben hat.

Scherff hatte auch den Umbau der ehemaligen Gaststätte Just zur Moschee vor einigen Jahren geplant. Damals hatte er trotz Ankündigung auf den Bauantrag für ein Minarett verzichtet.

Minarett und Erweiterungsbau für Milli-Görüs-Moschee geplant

Das Gebäude, das ursprünglich eine Gaststätte war, wurde bereits vor knapp zehn Jahren komplett umgebaut und mit einer Kuppel versehen. © Borys Sarad

Architekt: Entwurf mit der Bauordnung vorbesprochen

Nach seinen Angaben hat der Architekt den Entwurf bereits mit der Bergkamener Bauordnung vorbesprochen. Eine offizielle Bauvoranfrage hat er aber nicht gestellt. Scherff kündigte an, dass er den Bauantrag in den nächsten Tagen bei der Stadt einreichen will. Ohne offizielle Bauvoranfrage geht er nach Einschätzung von Bürgermeister Roland Schäfer das Risiko ein, dass die Stadt Teile des Bauantrags nicht genehmigt. Schäfer versicherte, dass die Stadt den Antrag ohne Vorbehalte baurechtlich prüfen will – obwohl Milli Görüs nicht unumstritten ist.

Minarett und Erweiterungsbau für Milli-Görüs-Moschee geplant

Der Vorsitzende der Gemeinde, Recep Kelez, zeigt die Stellen, an der das Minarett gebaut werden soll. © Borys Sarad


Wahrscheinlich keine Probleme für Bau des Minaretts

Das Minarett dürfte bei der baurechtlichen Prüfung das kleinste Problem sein. Schon vor knapp zehn Jahren hatte Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters gesagt, dass ein Minarett von bis zu 22 Metern Höhe baurechtlich unbedenklich sei. Schäfer erinnerte daran, dass es sich auch nicht um das erste Minarett handelt, das in der Stadt genehmigt wird. Die Ditib-Moschee an der Rotherbachstraße in Oberaden hat zumindest ein angedeutetes Minarett. Die im Bau befindliche neue Ditib-Moschee an der Erich-Ollenhauer-Straße soll sogar zwei Minarette bekommen.

Minarett und Erweiterungsbau für Milli-Görüs-Moschee geplant

Hinter der Moschee sind weitere Nebengebäude geplant. Wegfallende Parkplätze sollen auf der anderen Straßenseite neu entstehen. © Borys Sarad

Stadt verspricht rechtlich korrekte Prüfung

Alle anderen Elemente des Bauantrags will die Stadt nach nachbarschafts- und planungsrechtlichen Gesichtspunkten auf ihre Genehmigungsfähigkeit prüfen, sobald ein Bauantrag vorliegt. Dabei geht es unter anderem darum, welche Nutzungen in einem Gewerbegebiet zulässig sind, als das der Bereich ausgewiesen ist.

Mögliche Probleme mit Sicherheitszone

Als größtes Fallstrick könnte sich die sogenannte „Umhüllende“ um das Bayer-Werk erweisen. Dabei handelt es sich um eine Sicherheitszone, die nach der Seveso-Richtlinie um Unternehmen ausgewiesen werden muss, die mit gefährlichen Stoffen umgehen. In diesem Bereich gibt es zum Beispiel Vorschriften, wie viele Personen sich gleichzeitig in einem Gebäude aufhalten dürfen. Die Umhüllende reichte ursprünglich bis über die Erich-Ollenhauer-Straße hinaus. Mittlerweile ist sie zurückgenommen worden. Die neue Ditib-Moschee und die geronto-psychatrische Tagesklinik stehen nicht mehr in der Zone. „Bei der Milli-Görüs-Moschee müssen wir auch das prüfen“, sagte der Bürgermeister.

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