Minarett ohne Muezzin bekommt Genehmigung der Stadt

dzMoschee Ernst-Schering-Straße

Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) kann sich recht sicher sein, dass sie ihre Moschee erweitern darf. Dazu gehören neben einem Minarett auch neue Räume.

Bergkamen

, 09.10.2019, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Architekt Dietmar Scherff, der die Planungen für die Moschee-Erweiterung an der Ernst-Schering-Straße macht, hat mit seiner Taktik offenbar Erfolg. Er hat schon vor Monaten erstmals Kontakt zum Bergkamener Bauordnungsamt aufgenommen, um seine Pläne für eine Erweiterung der Darul-Erkam-Moschee an der Ernst-Schering-Straße abzustimmen. Die Stadt hat zwar nie einen Zweifel daran gelassen, dass sie die als sehr islamisch-konservativ geltende Gemeinschaft kritisch sieht. Einen Grund, ihr die Baugenehmigung zu verweigern, sieht sie jedoch nicht.

Pläne sind mit der Bauordnung abgestimmt

Scherff habe alle geplanten Erweiterungen im Rahmen einer Bauberatung mit der Stadt abgestimmt, teilte Dezernent Marc Alexander Ulrich mit. Der Architekt will jetzt den Bauantrag stellen. „Wenn er sich dabei an alle Absprachen hält, sehen wir keinen Grund, keine Genehmigung zu erteilen“, sagte Ulrich.

Bei der Prüfung des Antrags sind in diesem Fall auch das Kreis-Gesundheitsamt und die benachbarten Chemieunternehmen beteiligt. Außer dem Minarett möchte die IGMG auch eine Toten-Waschanlage zur Vorbereitung von Begräbnissen nach islamischem Ritus und einen Festsaal für Hochzeiten anbauen.

Gesundheitsamt prüft Toten-Waschanlage

Baurechtlich hat die Stadt keine Einwände gegen die Toten-Waschanlage. In diesem Fall muss aber auch das Gesundheitsamt des Kreises prüfen, ob alle Hygienevorschriften eingehalten sind. Wegen des Festsaals soll sich die Islamische Gemeinschaft mit den benachbarten Chemieunternehmen ins Benehmen setzen. Die Moschee liegt in der Sicherheitszone um die Unternehmen. Dort darf sich immer nur eine bestimmte Anzahl Personen auf einmal in einem Gebäude befinden.

Saal für den Hochzeits-Ritus

Bei dem geplanten Saal handelt es sich nicht um einen Raum, in der Hochzeitsfeiern mit oft vielen hundert Gästen gefeiert wird. Er ist nach Angaben von Ulrich laut Antrag für den islamischen Trauungsritus vorgesehen. Die große Feier soll an einem anderen Ort stattfinden.

Für die neue Nutzung muss die IGMG weitere Parkplätze schaffen. Aber auch das ist kein Problem: Die Gemeinschaft hat auf der anderen Straßenseite ein Gelände erworben.

Das Minarett ist schon das dritte, das in dem Bereich entstehen soll. An der im Bau befindlichen Ditib-Moschee an der Erich-Ollenhauer-Straße sind zwei Minarette vorgesehen. Die IGMG wollte schon vor knapp zehn Jahren ein Minarett bauen, stellte den Antrag dann aber doch nicht.

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