Minarett geplant – aber der Umbau der Milli-Görüs-Moschee ist noch nicht genehmigt

dzIslamische Gemeinschaft

Die Milli-Görüs-Moschee in Bergkamen soll ein Minarett bekommen. Die Pläne liegen schon länger vor. Die Genehmigung des Umbaus ist aber an Bedingungen geknüpft.

Bergkamen

, 12.08.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bauantrag für den Umbau der Moschee an der Ernst-Schering-Straße liegt der Stadt schon seit einigen Wochen vor. Eine Genehmigung hat die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) allerdings noch nicht bekommen. Nach Auskunft der Stadt sind die Antragsunterlagen mittlerweile vollständig.

Bevor die städtische Bauordnung jedoch einen Bescheid erteilen kann, müssen noch andere Stellen gehört werden. „Das ist bisher noch nicht abgeschlossen“, sagte Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters auf Anfrage.

Umbau zulässig, wenn nicht mehr Besucher kommen

Dabei dürfte es unter anderem darum gehen, ob der Umbau direkt neben dem Chemiepark Bergkamen zulässig ist. Nach den geltenden Sicherheitsbestimmungen für chemische Betriebe gibt es eine sogenannte „Umhüllende“ um den Chemiestandort herum. Das ist eine Sicherheitszone, in der bestimmte Nutzungen nicht zulässig sind.

Peters erwartet aber von dieser Seite kein grundsätzliches Hindernis für das Umbauvorhaben. „So lange es keine veränderte Nutzung mit mehr Publikumsverkehr als bisher gibt, dürfte das dem Bauantrag nicht widersprechen“, sagte er.

Bisher ist die Moschee nach außen ein eher schmuckloses Gebäude. Sie entstand nah dem Umbau einer ehemaligen Gaststätte.

Bisher ist die Moschee nach außen ein eher schmuckloses Gebäude. Sie entstand nah dem Umbau einer ehemaligen Gaststätte. © Borys Sarad (Archiv)

Minarett soll mit Verspätung doch noch kommen

Die Pläne, die der Architekt Dietmar Scherff bereits im vergangenen Jahr vorgestellt hatte, sehen unter anderem ein Minarett vor. Darauf hatte die IGMG beim ersten Umbau der ehemaligen Gaststätte Just in eine Moschee noch verzichtet. Damals hatte es von Seiten des Baudezernats noch erheblichen Widerstand gegeben.

Jetzt lesen

Peters hatte schon vor einiger Zeit gesagt, dass das Minarett wohl genehmigungsfähig ist. Es ist nicht vorgesehen, dass von dort ein Gebetsruf erschallt. Wenn das so ist und das Minarett nicht höher als 22 Meter werden soll, muss es auch genehmigt werden.

Auch im hinteren Bereich des Moschee-Geländes sind Umbauten geplant.

Auch im hinteren Bereich des Moschee-Geländes sind Umbauten geplant. © Borys Sarad (Archiv)

Weitere An- und Umbauten sind geplant

Das Minarett soll nicht die einzige Veränderung an der Moschee sein. Die IGMG plante nach Scherffs Angaben auch einen Bürokomplex, ein Café, einen Schulungsraum für den Koranunterricht, eine Küche und eine Speiseraum. Außerdem sollte noch ein Raum hinzukommen, in dem Bestattungen nach muslimischem Ritus vorbereitet werden können. Dem Vernehmen nach sind alle diese Elemente auch in dem eingereichten Umbauantrag erhalten.

Wenn das Minarett gebaut ist, gibt es drei solcher Türme auf relativ engem Raum. Die Ditib-Moschee, die in der Nähe an der Erich-Ollenhauer-Straße gebaut wird, hat sogar zwei Minarette.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Umweltausschuss
Giftiges PCB im Grubenwasser: RAG muss in Bergkamen viele offene Fragen beantworten
Hellweger Anzeiger Jubiläum
Ein Schalker in schwarz-gelb: Gerhard Schnock ist seit 50 Jahren der Briefträger im Dorf