Mieter müssen frieren: Bagger reißt bei Abrissarbeiten Loch in Fernwärmeleitung

dzAbriss der Heideschule

Mieter in den Mehrfamilienhäusern an der Amselstraße und Berliner Straße müssen frieren. Die Heizung ist ausgefallen – weil beim Abriss der Heideschule ein Loch in die Fernwärmeleitung gerissen wurde.

Bergkamen

, 29.10.2020, 16:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn die Bergkamenerin Kim Schimanski zuhause ist, dann hilft nur noch eine warme Decke. In ihrer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Amselstraße ist die Fernwärmeversorgung ausgefallen. Seitdem ist die Heizung genau so kalt wie das Wasser, das aus dem Warmwasserhahn kommt.

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Schimanski ist nicht die einzige, die betroffen ist. Auch in den anderen Häusern an der Amselstraße, der Berliner Straße und der Breslauer Straße sei die Wärmeversorgung ausgefallen. Betroffen sind wahrscheinlich über hundert Menschen, die in den Häusern wohnen.

Leitung war auf Plan nicht eingezeichnet

Die Ursache für den Fernwärme-Ausfall ist klar, von wem sie wann beseitigt wird, aber nicht. Offenbar hat das Abrissunternehmen, das zurzeit die ehemalige Heide-Hauptschule an der Berliner Straße abreißt, die Leitung beschädigt.

Mieterin Schimanski hat gehört, dass sie wohl nicht an dieser Stelle auf den Plänen eingezeichnet war, an der sie verläuft. Seitdem werde die Verantwortung für den Schaden und die Reparatur hin und hergeschoben, sagen die Betroffenen.

Ein handschriftlicher Aushang des Fernwärmeversorgers Engie hängt im Hausflur.

Ein handschriftlicher Aushang des Fernwärmeversorgers Engie hängt im Hausflur. © Marcel Drawe

Zunächst versuchten die Bewohner der Häuser verzweifelt einen Ansprechpartner zu finden, der für die Reparatur zuständig ist. Klar ist nur: Die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW), die für den größten Teil der Fernwärmeversorgung in Bergkamen zuständig sind, haben in diesem Fall nichts damit zu tun.

„Das Netz an dieser Stelle gehört einem anderen Betreiber“, sagt GSW-Sprecherin Anna Lootze. Energieversorger für die LEG-Häuser in diesem Bereich ist die Engie Deutschland GmbH mit Sitz in Köln, die zum französischen Engie-Konzern gehört.

LEG versichert, dass die Leitung schnell repariert werden soll

Von dem Wärmeversorger war am Donnerstag zwar bisher auf eine schriftliche Anfrage nichts zu erfahren. Immerhin hat Astrid Schatz, „Chief Communication Officer“ und Prokuristin bei Engie, eine Antwort zugesichert.

Beim Abriss der Heideschule ist eine Fernwärmeleitung beschädigt worden.

Beim Abriss der Heideschule ist eine Fernwärmeleitung beschädigt worden. Sie soll nicht an der Stelle eingezeichnet gewesen sein, an der sie sich befand. © Marcel Drawe

Dafür hat sich der Vermieter LEG eingeschaltet. Wie Pressesprecher Mischa Lenz mitteilt, hat das Wohnungsunternehmen erst am Mittwoch von diesem Vorfall erfahren. Selbst könne sie nichts machen, denn das Leck befinde sich nicht auf dem LEG-Grundstück. Lenz hat trotzdem eine gute Nachricht für die Mieter: An diesem Freitag soll die Fernwärmeleitung repariert werden.

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Für das Fall, dass das doch nicht geschieht, will die LEG vorsorgen, versichert er.

Die Mieter sollen dann noch am Wochenende Heizlüfter bekommen. Die LEG werde dann auch die Stromkosten für die Heizlüfter übernehmen, versichert Lenz.

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