Meterhohes Denkmal soll zeigen, wie stark der Bergbau Bergkamen abgesenkt hat

dzBergsenkungen

Der „Aktionskreis Wohnen und Leben“ will ein Denkmal für den Bergbau der anderen Art. Es soll kritisch dokumentieren, wie sehr der Bergbau die Landschaft in Bergkamen verändert hat

Bergkamen

, 26.02.2020, 15:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Karlheinz Röcher, der Sprecher der Rünther Initiative „Aktionskreis Wohnen und Leben“ ist sich fast sicher, dass der neue Antrag seines Vereins vom Stadtrat abgelehnt wird. Der Verein fordert ein Grundstück für ein Bergbau-Denkmal, das eine Art Gegenpol zu den Plänen auf der Zeche Haus Aden sein soll.

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Auf der ehemaligen Zeche möchten ehemalige Bergleute am liebsten den Förderturm als Erinnerung an den Bergbau erhalten. Zumindest aber soll das Pumpenhaus, das die RAG dort plant, als eine Art Denkmal für den Bergbau gestaltet sein.

Durch die Hohlräume, die der Bergbau unter Tage hinterlassen hat, ist die Erde abgesunken – in Bergkamen an einigen Stellen um bis zu 15 Meter.

Durch die Hohlräume, die der Bergbau unter Tage hinterlassen hat, ist die Erde abgesunken – in Bergkamen an einigen Stellen um bis zu 15 Meter. © picture-alliance/ dpa

Stele, die so hoch ist wie die Bergsenkung

An den Bergbau wollen Röcher und seine Mitstreiter auch erinnern, aber eher an die negativen Folgen. Sie wollen, dass auf einem städtischen Grundstück eine Stele errichtet wird, die zeigt, um wie viel Meter das Gelände durch den Bergbau abgesenkt worden ist.

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Falls eine solche Stele tatsächlich aufgestellt würde, dann hätte sie je nach Standort die Höhe eines größeren Gebäudes. Der „Verband der Bergbaugeschädigten Hauseigentümer“ geht davon aus, dass sich die Erde an einigen Stellen in Bergkamen zwischen 10 und 15 Metern gesenkt hat, je nachdem wie intensiv der Bergbau an dieser Stelle war. Genaue Zahlen können nur die RAG nennen, sagt der Markscheider des VBHG, Dr. Volker Baglikow.

Nicht überall, wo die Erde abgesunken ist, hat es auch Schieflagen und Risse an Gebäuden gegeben. Bei großflächigen Senkungen gab es keine Gebäudeschäden, auch wenn der Boden zum Teil um mehrere Meter abgesackt ist.

Nicht überall, wo die Erde abgesunken ist, hat es auch Schieflagen und Risse an Gebäuden gegeben. Bei großflächigen Senkungen gab es keine Gebäudeschäden, auch wenn der Boden zum Teil um mehrere Meter abgesackt ist. © Stefan Milk

Starke Senkungen vor allem im Süden von Bergkamen

Er geht davon aus, dass es besonders im Süden von Bergkamen großflächig zu so starken Absenkungen gekommen ist. Auch Röcher geht davon aus, dass ein geeigneter Standort in Weddinghofen oder im Süden von Bergkamen-Mitte wäre.

Der Aktionskreis beantragt nur, dass die Stadt das Grundstück zur Verfügung stellen soll. Die Stele soll die RAG-Stiftung bezahlen. Röcher hat auch schon ein entsprechendes Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Bernd Tönjes, geschickt. Darin weist der Aktionskreis darauf hin, dass die Stiftung sich auch darum bemüht, das „kulturelle Erbe“ des Bergbaus in Form von historischen Bergbau-Anlagen oder Fördertürmen zu erhalten.

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„Um die ganze Breite der Wirkungen des Bergbaus gerecht zu werden, ist es aus unserer Sicht aber auch notwendig, die sichtbaren Folgen des Bergbaus (großflächige Absenkungen von Siedlungsgebieten bzw. landwirtschaftlicher Flächen) deutlich zu machen“, schreibt der Aktionskreis an Tönjes.

Auch wenn der Antrag scheitert, hält Röcher es für sinnvoll, ihn zu stellen. Uns ist es wichtig, das Thema ins Gespräch zu bringen“, sagt er.

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