Mehr Sicherheit für Radler und mehr Lärmschutz beim Autobahnausbau

dzA1-Ausbau

Die Bergkamener Stadtverwaltung hat wenig Bedenken, dass die A1 von vier auf sechs Spuren ausgebaut wird. Trotzdem hat sie noch einige Änderungswünsche bei den Planungen.

Bergkamen

, 22.10.2019, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn der Landesbetrieb Straßen.NRW sich mit den Einwendungen gegen den Ausbau der A 1 von vier auf sechs Spuren beschäftigt, muss er von Seiten der Stadt Bergkamen zumindest keine grundsätzlichen Einwände befürchten. Das Baudezernat empfiehlt dem Stadtentwicklungsausschuss und dem Stadtrat, den Plänen grundsätzlich zuzustimmen – jedoch mit kleinen Einschränkungen. Bei einigen Details hätte die Bergkamener Stadtverwaltung doch gerne eine Änderung bei der Planung.

Radweg bis zur Straße „An der Bummannsburg“

Dabei geht es vor allem um die Belange der Radler und um den Lärmschutz. Den Fahrradverkehr sieht das Baudezernat an zwei Stellen in Rünthe und an einer in Overberge nicht ausreichend berücksichtigt. Es bemängelt, dass die Pläne zum Autobahnausbau zwar einen Radweg am Ostenhellweg/Dortmunder Straße im Bereich der Autobahnauffahrt Hamm/Bergkamen vorsehen Die Planung des Radweges, der an der Südseite der Landstraße verlaufen soll, reicht aber nicht bis zur Straße „An der Bummannsburg“ in Rünthe. Es sei sinnvoll, dieser Lücke zu schließen, meinen die städtischen Planer.

Mehr Sicherheit für Radler und mehr Lärmschutz beim Autobahnausbau

Der Ostenhellweg soll an der rechten Seite einen Radweg bekommen, der von Hamm bis zur Straße „An der Bummannsburg“ reicht, um ihn sicher ans Bergkamener Radwegenetz anzubinden. © Stefan Milk

Sandbochumer Weg soll für Autos Sackgasse werden

Auch am Sandbochumer Weg sollen Radler und Fußgänger stärker berücksichtigt werden. Dort sehen die Pläne von Straßen.NRW vor, dass die Straßenbrücke abgerissen und neu gebaut wird. Die Stadt will aber keine Brücke mehr für Autos. Sie sieht nur Bedarf für Radler und Fußgänger. Für Autos soll die Straße zur Sackgasse werden.

Auch an der Beverbach-Unterführung möchte die Stadt nach dem Neubau die Situation für Radler und Fußgänger verbessern. Sie will fordern, dass der Weg auf 3,50 Meter Breite ausgebaut wird.

An der Landwehrstraße an der Stadtgrenze zu Hamm hat der Landesbetrieb offenbar übersehen, dass es dort schon den erst kürzlich gebauten „Bürgerradweg“ gibt. Dort ist in der Autobahn-Planung nur ein „später geplanter Radweg“ eingezeichnet. Die Stadt macht die Autobahn-Planer darauf aufmerksam, dass mit Straßen.NRW in Bochum bereits fest vereinbart ist, den Radweg auch über die Autobahnbrücke hinweg als fest asphaltierten Weg anzulegen, wenn die Brücke neu gebaut wird. Die Autobahnplanung macht die Landesbetrieb-Niederlassung in Coesfeld.

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Mehr passiver Lärmschutz in Rünthe-Ost und Overberge

Außerdem soll die Stadt darauf aufmerksam machen, dass über den Bau von neuen Lärmschutzwällen und -wänden hinaus weitere Lärmschutzmaßnahmen notwendig sind. Geplant sind solche Wände in Höhe von Rünthe auf etwa 1,2 Kilometern Länge von der Autobahnauffahrt in Richtung Süden.

Die Stadtverwaltung hält weitere „passive Lärmschutzmaßnahmen“ im Bereich Rünthe-Ost und im Außenbereich von Overberge für erforderlich. „Passive“ Maßnahmen sind zum Beispiel bessere Lärmschutzfenster. Der Lärm durch die Autobahn in diesen Bereichen sei sehr massiv, argumentiert die Stadt.

Die Planfeststellungsunterlagen für den Autobahnausbau haben bis zum 15. Oktober im Rathaus ausgelegen. Auch Privatleute können Einwendungen noch bis zum 15. November geltend machen. Das ist bei der Bezirksregierung Arnsberg oder auch im Bergkamener Rathaus möglich. Die Einwendungen werden an Straßen.NRW weitergeleitet.

Die A1 soll wegen des erheblich gestiegenen Verkehrsaufkommens nach und nach auf dem gesamten Teilstück zwischen den Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück und dem Kamener Kreuz von vier auf sechs Spuren ausgebaut werden.

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