Mehr klassische Musik für das Bergkamener Kulturprogramm

dzGroßes Publikumsinteresse

Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel will den Freunden klassischer Musik mehr Platz im Kulturprogramm einräumen. Wie, ist aber noch nicht klar.

Bergkamen

, 26.07.2018, 13:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als das Kulturreferat im vergangenen Jahr zum Silvesterkonzert einlud, waren die Organisatoren selbst ein wenig überrascht, wie viele Zuhörer ins studio theater kamen. Die Nachfragen nach einer Wiederholung waren so groß, dass es die Karten für die Neuauflage am 31. Dezember jetzt schon im Rathaus zu kaufen gibt.

Mehr klassische Musik für das Bergkamener Kulturprogramm

Tenor Johannes Groß gab ein Konzert mit Rudolf-Schock-Liedern im studio theater – und hatte damit einen beachtlichen Erfolg. Der Musiker kann sich durchaus vorstellen, häufiger in der Stadt aufzutreten.Archiv © Stefan Milk

Interesse an Klassik

Das ist nicht das einzige Indiz, dass es in Bergkamen viele Freunde der klassischen Musik gibt, die Interesse an weiteren Konzerten haben. Als Tenor Stefan Lex Anfang Juli im Rahmen des Bergkamener Sommerprogramms mit zwei Tenorkollegen unter freiem Himmel auftrat, war der Platz der Partnerstädte am Rathaus voll – trotz eines klassischen Konzertes in Kamen am selben Abend. Auch der Abend mit Tenor Johannes Groß, der im studio theater mit einem Rudolf Schock-Liederabend auftrat, fand ein ausverkauftes Haus und ein begeistertes Publikum.

Grund genug, für das Kulturreferat über das Ausweiten des klassischen Angebots nachzudenken. Fest steht schon: Es soll mehr Klassik in Bergkamen geben. Es ist aber noch nicht klar, in welcher Form.

Im aktuellen Kulturprogramm, das erst vor wenigen Tagen vorgestellt wurde, finden die Überlegungen noch keine besonderen Auswirkungen. Neben dem Silvesterkonzert mit dem Orchester der Musiklandschaft Westfalen (MLW) findet sich nur noch ein weiteres klassisches Konzert, für das Musiker nach Bergkamen kommen: das Konzert am 28. Oktober im Rahmen des „Cello-Herbst“ in der städtischen Galerie sohle 1. Hinzu kommen allerdings, wie immer, die Angebote der städtischen Musikschule – zum Beispiel der Klavierabend mit französischer Klaviermusik mit Musikschullehrer Johannes Wolff. „Der ist nicht nur Lehrer, sondern auch ein ausgezeichneter Musiker“, sagt Schmidt-Apel. Er sei nur ein Beispiel für das hohe musikalische Niveau, über das die städtische Musikschule verfüge, sagte die Kulturreferentin.

Im kommenden Jahr soll es bekanntlich noch deutlich mehr Konzerte mit der Musikschule geben. Insgesamt 50 Veranstaltungen sind geplant, denn die Städtische Musikschule wird im nächsten Jahr 50 Jahre alt.

Auch Experimente

Das gibt dem Kulturreferat noch etwas mehr Zeit, sich Gedanken über das künftige Klassik-Programm in Bergkamen zu machen. Für die Kulturreferentin gibt es mehrere Optionen. Sie tendiert nach eigenen Angaben eher dazu, keine eigenständige Reihe mit regelmäßigen Konzerten aus der Taufe zu heben, sondern mehr einzelne Sonderveranstaltungen mit klassischer Musik in Programm aufzunehmen. Ansprechpartner dafür gibt es bereits. Johannes Groß habe beispielsweise schon signalisiert, dass er nach dem Erfolg im studio theater auch Interesse an weiteren Auftritten in Bergkamen hat. Denkbar sei auch, die Neue Westfälische Philharmonie anzusprechen und zum Beispiel mit den Nachbarstädten gemeinsam zu einer Konzertreihe einzuladen.

Auf jeden Fall will Schmidt-Apel an einer Tradition des Bergkamener Kulturreferats festhalten: der Lust am Experiment. Das bedeutet: Es soll nicht nur Konzerte mit etablierten Künstlern und bekannter Musik geben, die Zuhörer garantieren – sondern auch Einladungen an Künstler, die eher ungewöhnliche Musik machen, auf die sich das Publikum erst einlassen muss. So, wie es bei der beliebten Reihe Kabarett/Cabaret nicht nur Politkabarett gibt, das die Bergkamener mögen. In der nächsten Kultursaison gibt es auch einen Abend mit französischer Slapstick-Comedy.

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