Die Stadtwerke haben einen Vorschlag für das neue Bad in Bergkamen ausgearbeitet. Die beiden großen Fraktionen stimmen zwar grundsätzlich zu. Die CDU möchte aber erneut noch eine andere Frage klären.

Bergkamen

, 08.07.2019, 16:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das neue Bergkamener Schwimmbad soll folgende Elemente haben, zumindest wenn es nach dem Vorschlag geht, den die Gemeinschaftsstadtwerke nach einem Bürgerinformationsabend, nach einer Bürgerbefragung auf einer Online-Platform und nach der Beratung mit dem Bergkamener Stadtrat machen:

  • Ein 25-Meter Becken mit sechs Bahnen ohne Hubboden
  • Ein Multifunktionsbecken mit 100 Quadratmetern Wasserfläche mit Hubboden
  • Ein weiteres Multifunktionsbecken mit Hubboden und einer Wasserfläche von 80 bis 100 Quadratmetern, das einen Sprungturm hat und als Sprungbecken dienen kann
  • Ein Erlebnisbecken mit einer Fläche von 150 Quadratmetern
  • Ein Kinderplanschbecken
  • Dampfbad
  • Eine etwa 85 Meter lange Röhrenrutsche
  • Einen Multifunktionsraum für die Vereine
  • Gastronomie
  • Verschiebbare Fassade zum Außenbereich

Freibadbecken ist nicht vorgesehen

Ein Freibadbecken, wie es sich eine ganze Reihe von Bürgern gewünscht hatte, die an der Befragung teilgenommen haben, ist allerdings nicht vorgesehen. Trotzdem gehen die Stadtwerke von Investitionskosten von etwa 26,5 Millionen Euro aus. Die Röhrenrutsche, die das Bad attraktiver für Freizeitnutzer machen soll, kostet nach Angaben der GSW schon allein etwa 1,2 Millionen Euro kosten. Das Dampfbad würde mit etwa 250.000 Euro zu Buche schlagen.

Mehr Angebote als bisher im neuen Bad – aber Extrawünsche sind teuer

Das Becken im Hallenbad hat bisher fünf Bahnen, wie an den Startblöcken zu sehen ist. Im neuen Bad soll es eine Bahn mehr werden. Außerdem soll es zusätzlich zwei Mehrzeckbecken geben, davon eines mit Sprungturm. © Stefan Milk

Cabriodach für 600.000 Euro extra

Bei zwei anderen Elementen, die ebenfalls in der Diskussion waren, haben die Stadtwerke zumindest ausgerechnet, wie viel sie kosten würden: Eine Textilsauna würde 200.000 Euro kosten und ein Cabriodach, mit dessen Hilfe sich das Hallen- in ein Freibad verwandeln lassen würde, kostet immerhin noch etwa 600.000 Euro extra.

SPD will zustimmen, aber sich noch eine Hintertür offen lassen

Angesichts der Kosten ist es kein Wunder, dass die SPD-Fraktion, die über die Mehrheit im Bergkamener Rat verfügt, dem Konzept zwar zustimmen will, aber sich noch ein Hintertür offen lässt. „Wenn der Architektenentwurf vorliegt, müssen wir noch einmal über die Kosten reden“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernd Schäfer. Extra-Wünsche hat seine Fraktion angesichts der Kosten nicht mehr. Schäfer weist darauf hin, dass der Kämmerer im Haushalt 19,5 Millionen Euro für das Bad veranschlagt hat. Wie der Rest finanziert werden soll, müsse ohnehin noch erst geklärt werden.

CDU vermisst Aussagen über Einzel-Betriebskosten

Auch die Christdemokraten als zweitgrößte Ratsfraktion würden dem Konzept so zustimmen. Sie wollen aber erst noch einmal endgültig geklärt haben, ob sich die Nachbarstadt Kamen nicht doch noch von einem gemeinsamen Zentralbad überzeugen lässt, bevor sie dem Bau eines eigenen Bergkamener Bades zustimmen.

Außerdem vermissen die Christdemokraten im GSW-Konzept die Zuordnung der Betriebskosten zu einzelnen Elementen des Bades – mit anderen Worten: welche Betriebskosten welche Elemente im Bad verursachen. „Immerhin sind das die Kosten, mit denen wir es über die gesamte Lebensdauer des Bades zu tun haben“, sagte der Fraktionsvorsitzende Thomas Heinzel.

Mehr Angebote als bisher im neuen Bad – aber Extrawünsche sind teuer

Das neue Bad soll anstelle des Wellenbades am Häupenweg gebaut werden. Eines der Freibadbecken zu erhalten hälten die GSW angesichts ihres Zustandes für zu teuer. © Stefan Milk

Kosten sollen Erlöse der GSW nicht übersteigen

Ratssitzung

Stadtrat bestimmt die Elemente des Bades

Der Stadtrat berät in seiner Sitzung am Donnerstag, 11. Juli, über das neue Bergkamener Bad. Vorgesehen ist, dass er einen Grundsatzbeschluss fasst, welche Elemente das neue Bad haben soll. Die GSW sollen anschließend einen Architekten mit der Planung des Bades beauftragen. Die Planung dauert etwa ein Jahr. Die Sitzung des Stadtrats ist öffentlich. Der Rat tagt im Ratssaal. Die Sitzung beginnt um 17.15 Uhr.

Angesichts sinkender Erlöse bei Strom und Gas dürfe Bergkamen nicht in die Situation kommen, dass die Kosten des Bades noch nicht einmal mehr von den Erlösen der GSW gedeckt würden. „Wir wollen nicht bezahlen, um uns unsere Stadtwerke noch leisten zu können“, sagte er. Außerdem will die CDU immer noch die Frage des Konsortialvertrages zwischen den GSW-Partnern Bergkamen, Kamen und Bönen geklärt haben. Er regelt, wie die Verluste aus den Freizeitanlagen verteilt werden. Bisher geschieht das nach Anteilen an den Stadtwerken. Der Bergkamener Rat strebt eine Verteilung nach den tatsächlichen Kosten an.

Die Grünen müssen sich noch beraten, bevor sie sich eine endgültige Meinung zu den GSW-Vorschlägen machen, wie der Fraktionsvorsitzende Jochen Wehmann sagte.

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BergAUF will ein Freibad

Die Fraktion BergAUF will sie ablehnen, weil das Konzept der Stadtwerke kein Freibadbecken im Außenbereich vorsieht. Das hätten sich auch viele gewünscht, die sich bei der Online-Befragung geäußert haben, sagte der Fraktionsgeschäftsführer Werner Engelhardt. Für seine Fraktion sei das ein unverzichtbares Element im neuen Bergkamener Bad. SPD und CDU verweisen allerdings darauf, dass Bergkamen noch ein Freibad hat: das Naturfreibad in Heil.

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