Mehr als 400 Unterschriften für Erhalt des „Kiwitt-Parks“

dzBürgerinitiative

Wenn es um die Grünfläche am Kiwitt geht fallen der neu gegründeten Bürgerinitiative auf Anhieb viele Gründe ein, warum die Fläche nicht bebaut werden sollte.

Bergkamen

, 20.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Das sehen offenbar viele Anwohner im Umfeld so. An diesem Donnerstag übergaben Monika Wagner, Frank Eisermann und Heinz-Günter Hofeditz von der BI über 400 Unterschriften gegen die Bebauung und für den Erhalt der Grünfläche, die sie „Kiwitt-Park getauft haben an Bürgermeister Roland Schäfer – mehr als die SPD-Kandidatin im Kommunalwahlbezirk an Stimmen bekommen hat, wie Hofeditz bemerkte. Christina Pattke hatte den Wahlbezirk mit „nur“ etwa 380 Stimmern gewonnen – was aber über 58 Prozent der abgegebenen Stimmen ausmachte.

Die Meinung der BI lässt sich leicht zusammenfassen: Sie hält das Mehrgenerationenprojekt der Kreis-Baugesellhaft UKBS für eine „tolle Idee“ – die Grünfläche am Kiwitt aber für den falschen Platz, um sie umzusetzen. Es gebe in diesem ganzen Bereich im südlichen Bergkamen nur diese eine Grünfläche – und die sei Treffpunkt für „alle Generationen und Nationen“, wies Hofeditz formulierte. „Also eigentlich genau das, was sich die Stadt Bergkamen eigentlich wünscht.“

Wagner machte zudem darauf aufmerksam, dass die Grünfläche mit der kleinen Halde am ehemaligen Schacht Grillo 3 in Bergkamen recht einmalig sei. Die Anregung der BI der Initiative: Die Stadt sollte lieber Infotafeln aufstellen, die auf die Bergbau-Vergangenheit aufmerksam machen und einen Radrundweg am ehemaligen Schacht vorbeiführen.

Noch nicht einmal eine Bebauung des Geländes des ehemaligen Bergbau-Ledigenheims am Kiwitt halten sie unbedingt für sinnvoll. Dort habe es nach ihren Recherchen auch Werkstätten gegeben – die BI geht von Bodenbelastungen aus.

Bürgermeister Roland Schäfer erklärte, dass Bodenuntersuchungen vor der Bebauung eines Geländes ohnehin obligatorisch seien. Außerdem versicherte er, dass die Stadt keinesfalls schnell Fakten schaffen will. Angesichts der massiven Proteste im Umfeld müsse die Stadt zumindest ein Bauleitplanverfahren einleiten, bei dem Bürger umfangreich die Möglichkeit haben, ihre Meinung einzubringen – und bei dem alle Belange gegeneinander abgewogen werden können.

Um ein solches Verfahren zu starten, müsste der Stadtrat zunächst einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan fassen. Den wiederum müsste die Stadtverwaltung erst vorbereiten. „In diesem Jahr passiert da bestimmt nichts mehr“, scherzte er. Ob es im Stadtgebiet ein alternatives Grundstück zur Kiwitt-Grünfläche gibt, wollte er nicht beurteilen.

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