Maßnahmen für Fußgänger, aber einige lassen länger auf sich warten

dzFußverkehrs-Check

Die Erkenntnisse aus dem Fußverkehrs-Check sollen in einen Maßnahmenkatalog einfließen. Fußgänger müssen Geduld haben: Bei einigen der Maßnahmen kann es länger dauern, bis sie umgesetzt werden.

Bergkamen

, 14.12.2019, 12:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als sich die städtischen Planer zusammen mit Vertretern des Dortmunder Planungsbüros „Planersocietät“ vor einigen Wochen zum „Fußgänger-Check“ aufmachten, waren sie selbst überrascht. Es war erstaunlich, wie viele Bürger gekommen waren, um ihre Meinung zu dem einen oder anderen kleinen oder größeren Problem zu sagen.

Experte ist allerdings auch fast jeder, denn jeder Mensch, der laufen kann, ist auch als Fußgänger unterwegs.

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Viele Probleme für Menschen mit Behinderungen

Erstaunt waren die Planer aber auch, wie viele Mängel ihnen selbst bei der Begehung auffielen: Gehwege mit Seitengefälle, die Menschen mit Rollstuhl und Rollatoren Probleme machen, Hindernisse, an denen selbst Eltern mit Kinderwagen nur schwer vorbeikommen und völlig unübersichtliche Stellen, an denen viele Menschen die Straße überqueren.

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Hinzu kamen an der Jahnstraße und an der Rünther Straße Zebrastreifen an der falschen Stelle, unsichere Mittelinseln, Wege ohne Beleuchtung und fehlende Ruhebänke - ganz abgesehen von Konflikten mit den Elterntaxis an Grundschulen.

Maßnahmen für Fußgänger, aber einige lassen länger auf sich warten

An der Rünther Straße ging es auch um die sogenanten „Elterntaxis“, von denen sich Fußgänger im Umfeld der Grundschule bedroht fühlen. © Borys Sarad

Stadt will Maßnahmenkatalog im Frühjahr vorstellen

Alle diese Erkenntnisse sollen in einen Maßnahmenkatalog einfließen, den er schon im Februar oder März vor dem Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr vorstellen will, sagte Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters. Einige der Maßnahmen sollen schnell umgesetzt werden, zum Beispiel wenn es um neue Verkehrsschilder und ähnlich einfach umzusetzende Dinge geht. „Wir müssen sehen was das Budget hergibt, um möglichst viele Maßnahmen schnell umzusetzen“, sagte Peters.

Bei anderen Maßnahmen, zum Beispiel wenn es um den Bau von Verkehrskreiseln mit Zebrastreifen oder den Umbau von Gehwegen geht, müssten zum Teil erst in den kommenden Jahren die Haushaltsmittel bereitgestellt werden.

Der Baudezernent hofft darauf, dass das Land Fördermittel für Verbesserungen beim Fußgängerverkehr zur Verfügung stellt. Mit deren Hilfe könnte die eine oder andere Maßnahme schneller finanziert werden.

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Bergkamen war nur eine von zehn Kommunen in NRW, die am Fußverkehrs-Check teilgenommen haben. Falls es tatsächlich Fördermittel gebe, habe die Stadt deshalb gute Chancen kalkuliert Peters.

Der Bergkamener Umweltbeauftragte Norman Raupach hatte bereits angekündigt, dass er die Erkenntnisse aus Oberaden und Rünthe auch auf andere Straßen anwenden will - wie die Schulstraße in Weddinghofen oder die Ebertstraße in Mitte.

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