Auch auf dem Außengelände der Martin-Luther-Kirche Oberaden soll es Heiligabend einen Gottesdienst geben. © Stefan Milk (Archiv)
Evangelische Kirche

Martin-Luther-Gemeinde stellt ihre Gebäude auf den Prüfstand

Die Martin-Luther-Kirche muss saniert werden. Auch andere Immobilien der Gemeinde sind offenbar nicht im besten Zustand. Aber mit dem Aufgeben von Gebäuden hat sie schlechte Erfahrungen gemacht.

Das Wort „Verzicht“ will Pfarrerin Sophie Ihne lieber nicht in den Mund nehmen. Aber die Vorsitzende des Presbyteriums der Martin-Luther-Kirchengemeinde verschweigt auch nicht, dass die verbliebenen Gebäude der Gemeinde auf den Prüfstand kommen.

Zum Beispiel die Martin-Luther-Kirche in Oberaden: Dass ihre Fassade saniert werden muss, ist schon länger klar. Im vergangenen Herbst haben Fachleute Proben aus den Kirchenwänden und dem Kircheninneren genommen. Inzwischen liegt der Gemeinde das Untersuchungsergebnis vor. Allzu konkret will sich Ihne dazu nicht äußern: „Es besteht Handlungsbedarf.“ Aber das gelte auch für die anderen Immobilien der Gemeinde.

Ein Gebäude musste geräumt und abgerissen werden

Im allzu guten baulichen Zustand befinden sich wohl weder das Martin-Luther-Zentrum neben der Kirche und das Familienzentrum „mittendrin“ in Oberaden noch die Christus-Kirche und das „Haus der Mitte“ in Rünthe. Was im schlimmsten Fall passieren kann, hat die Gemeinde im Sommer 2019 erlebt: Damals musste sie wegen massiver Bauschäden den ehemaligen Kindergarten neben der Martin-Luther-Kirche räumen, in dem unter anderem das Jugendzentrum „John“ untergebracht war. Inzwischen ist das Gebäude abgerissen.

Bis Sophie Ihne und die anderen Pfarrerinnen und Pfarrer der Martin-Luther-Kirchengemeinde Bergkamen  wieder Präsenz-Gottesdienest feiern, wird es noch dauern.
Bis Sophie Ihne und die anderen Pfarrerinnen und Pfarrer der Martin-Luther-Kirchengemeinde wieder Präsenz-Gottesdienest feiern, wird es noch dauern. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Allerdings hat die Gemeinde vor einigen Jahren auch erfahren, wie problematisch es ist, sich aus wirtschaftlichen Gründen von einem renovierungsbedürftigen Gebäude zu trennen. Als sich das Presbyterium entschied, die Kapelle Heil aufzugeben, schlugen die Wellen des Protestes in dem Stadtteil hoch. Womöglich sind die Wunden bis heute nicht richtig verheilt.

Gemeinde arbeitet an Gesamtkonzept

Vermutlich ist Ihne deshalb so vorsichtig dabei, konkrete Gebäude in Frage zu stellen. Dabei steht das Thema auf der Tagesordnung, seitdem sich das Presbyterium vor fast einem Jahr konstituiert hat. Schon damals war klar, dass es im „Haus der Mitte“ in Rünthe mehr Platz gibt, als die Gemeinde eigentlich benötigt. Zudem ist wohl auch dieses Gebäude sanierungsbedürftig.

Auch auf dem Parkplatz am Haus der Mitte sind Gottesdienste geplant. © Stefan Milk (Archiv) © Stefan Milk (Archiv)

Laut Ihne arbeitet das Führungsgremium der Gemeinde an einem Gesamtkonzept für die beiden Standorte in Oberaden und in Rünthe und die jeweiligen Immobilien. Dabei wolle man auch schauen, welche Aktivitäten der Gemeinde man wo anbieten könne, meint die Pfarrerin. Deshalb will sie auch das Wort „Verzicht“ nicht im Zusammenhang mit den Gemeinde-Gebäuden in den Mund nehmen. Eine explizite Bestandszusage gibt sie allerdings auch nicht.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne
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