Marktplatz Rünthe soll wieder Eigentum der Stadt Bergkamen werden

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Die Stadt Bergkamen verhandelt mit der Wohnungsbaugesellschaft Viva West über den Rückkauf des Marktplatzes Rünthe. Eine Entscheidung des Kreises ist der Anlass dafür.

Bergkamen

, 20.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt will jetzt Verhandlungen mit der Wohnungsbaugesellschaft Viva West aufnehmen. Dabei geht es um den Rückkauf des ehemaligen Marktplatzes an der Kanalstraße in Rünthe. Ziel der Verhandlungen ist es, dass die Stadt nach Sanierung und erneuten Vermarktung der Fläche mit einer „schwarzen Null“ aus dem Geschäft herauskommt.

Dass wieder Bewegung in die verfahrene Situation um den mittlerweile völlig unansehnlichen Platz gekommen ist, liegt am Kreis Unna. Der hat angekündigt, dass er die Sanierung der Fläche anweisen will. Der Grund ist die Befürchtung, dass Altlasten, die unter der Fläche liegen, das Grundwasser gefährden können. Bei der Sanierung ist die Stadt ohnehin mit im Boot: Ihr gehört immer noch eine Teilfläche.

Die Belastung stammt nicht nur aus einer ehemaligen Hausmülldeponie, sondern auch aus dem Unterbau der Asphaltschicht. Dort gibt es eine hohe Belastung mit Polycyclischen aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Die Belastung stammt nicht nur aus einer ehemaligen Hausmülldeponie, sondern auch aus dem Unterbau der Asphaltschicht. Dort gibt es eine hohe Belastung mit Polycyclischen aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). © Marcel Drawe

Stadt sieht sich in der Pflicht, sich um die Sanierung zu kümmern

Der Kreis hatte schon einmal einen Sanierungsplan genehmigt, als die Stadt die Fläche vor rund 15 Jahren an die Wohnbau Westfalen verkauft hatte. Mittlerweile ist die Genehmigung jedoch verfallen. Das Unternehmen, das in der Viva West aufgegangen ist, hatte die eigentlich geplante Bebauung jedoch nie in Angriff genommen, wohl auch wegen der hohen Sanierungskosten.

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Die Stadt will der Viva West jetzt das Angebot machen, die Fläche zu übernehmen. Anders als ein Unternehmen kann die Stadt Fördermittel für die Fläche beantragen und so die Kosten senken, erläuterte der städtische Beigeordnete Marc Alexander Ulrich. Er sieht die Stadt in diesem Zusammenhang auch in der Pflicht, sich um die Gesundheit der Bürger zu kümmern und für die Sanierung der Fläche zu sorgen.

Mehrere Interessenten für die Fläche – wenn wie saniert ist

Im Bereich des Marktplatzes befand sich vor Jahrzehnten einmal eine Hausmülldeponie, bevor der Platz asphaltiert und als Marktplatz genutzt wurde. Die Belastung stammt aber offenbar nicht nur aus dem Hausmüll. Der Kreis Unna hat Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) festgestellt, die offenbar aus dem Untergrund der Asphaltdecke auf dem Platz stammen.

Nach der Sanierung will die Stadt den Platz wieder vermarkten. Es gibt offenbar mehrere Interessenten. „Sie wollen die Fläche aber nur übernehmen, wenn sie saniert ist“, sagte Ulrich.

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Der Aktionskreis Wohnen und Leben, der die Debatte um den Platz wieder angestoßen hatte, stellt den Antrag, ein städtebauliches Gutachten zu den Entwicklungsmöglichkeiten der Fläche und des angrenzenden Landwehrparks in Auftrag zu geben. Ulrich hält das für zu früh. „Darüber können wir reden, wenn die Fläche saniert ist“, sagte er.

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