Manege frei! Bei diesem Zirkusprojekt dürfen Kinder mit dem Feuer spielen

dzInklusives Projekt „Manegentraum“

Beim inklusiven Zirkusprojekt „Manegentraum“ stehen Gemeinschaft und Spaß im Vordergrund. Doch spätestens, wenn die Kinder zu Feuerspuckern werden, ist Vorsicht geboten.

Rünthe

, 16.07.2019 / Lesedauer: 3 min

„Ich will feuerspuken“, sagt Mia. Angst vor den Flammen hat das Mädchen nicht. Sie hat sich sogar schon mit einer brennenden Fackel über den Arm streichen lassen, sagt sie. „Das war etwas warm, aber nicht zu heiß.“ Nicht nur Mia traut sich in diesem Jahr mehr zu. In der Gruppe „Feuerspucker“ sind in diesem Jahr überraschend viele Mädchen, sagt Ann-Katrin Bichlmeier vom Mitmachzirkus „Manegentraum“.
Der Verein für Betreuung und Unterstützung von Menschen mit Behinderung und deren Familien (Vebu) hat die Zirkusfamilie nach Rünthe eingeladen. Innerhalb einer Woche lernen 85 Kinder, auf dem Seil zu balancieren, ihr Publikum als Clowns zum Lachen zu bringen oder es mit Akrobatik auf dem Boden oder im Luftring zu begeistern. Bei der großen Gala-Vorstellung am Samstag, 20. Juli, führen die Kinder eine „klassische traditionelle Zirkusvorführung“ auf, sagt Bichlmeier. Neben Feuerspucken, Akrobatik und Clowns, gib es eine Westernshow mit Lasso-Würfen und richtiges Messerwerfen.

Manege frei! Bei diesem Zirkusprojekt dürfen Kinder mit dem Feuer spielen

Mit dem Hula-Hoop-Reifen will eine der Gruppen ihre Zuschauer begeistern. Dabei kreisen die Reifen nicht nur um die Hüfte. © Stefan Milk

Zirkusprojekt bringt gesunde und behinderte Kinder zusammen

Das besondere an der Gruppe ist, dass Kinder mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen und gesunde Kinder gemeinsam in der Manege stehen werden. Bei dem inklusiven Zirkusprojekt des Vebu geht es um das Miteinander. Die Kinder studieren nicht nur Kunststücke ein, sondern essen auch gemeinsam zu Mittag, probieren Kostüme an, basteln und denken sich kreative Namen für ihre Gruppen aus. Auch gilt es zu klären, wer die Gruppe anmoderiert.

Manege frei! Bei diesem Zirkusprojekt dürfen Kinder mit dem Feuer spielen

Luftakrobatik in einem echten Zirkuszelt – so mancher Kindertraum wird vom Zirkus „Manegentraum“ erfüllt. © Stefan Milk

Viele Kinder seien Wiederholungstäter, sagt Kathrin Hilf vom Vebu. „Es sind schon Freundschaften entstanden.“

Neben dem Feuerspucken sind auch die Tauben sehr beliebt – und die Clowns. 20 Kinder wollen sich rote Nasen aufsetzen und den Tollpatsch spielen. Damit ist die Clown-Gruppe von den insgesamt neun Gruppen die größte.
Bevor die Kinder sich für eine Gruppe entscheiden mussten, bekamen sie eine Privatvorführung von Familie Bichlmeier, die einst selbst mit ihrem Zirkus durchs Land zog, sich vor 25 Jahren aber auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen spezialisiert hat.
Das große Zirkuszelt ist auf dem Bolzplatz des Gästehauses Marina-Nord am Friedrich-Ebertplatz 2 aufgebaut. Die Vorstellung am Samstag beginnt um 11 Uhr, Karten können bei unter Tel. (02398) 953 943 erworben werden.

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