Mädchen verprügelt: Mutter zeigt Realschule an, Oliver Pocher und Carsten Stahl schalten sich ein

dzRealschule in Bergkamen

Ein Mädchen greift ein anderes an, beschimpft es und prügelt auf es ein. Die Mutter des Opfers zeigt die Freiherr-vom-Stein-Realschule in Bergkamen an und schaltet einen bekannten Mobbingberater ein.

Bergkamen

, 28.08.2020, 18:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Video, das in vergangenen Tagen in sozialen Netzwerken die Runde machte, war erschreckend: Ein Mädchen prügelt unvermittelt auf ein anderes ein, schreit und pöbelt. Dass ihr Opfer sich nicht wehrt, scheint ihr nichts auszumachen. Sie prügelt weiter, wirft einen Gegenstand nach dem anderen Mädchen, der ihrem Opfer heruntergefallen ist und stößt es in einen Busch. Im Hintergrund ist Gejohle und Lachen von anderen Kindern zu hören. Die beiden Mädchen sind offenbar noch jung, wahrscheinlich noch Kinder.

Zu dem Vorfall soll es an der Bushaltestelle gekommen sein

Der Vorfall soll sich so nach dem Unterricht am Freitag der vergangenen Woche an der Bushaltestelle vor der Freiherr-vom-Stein-Realschule an der Hochstraße abgespielt haben. Für die Schule hat er Konsequenzen: Die Mutter des Mädchens, das angegriffen worden ist, hat Anzeige gegen die Schule wegen unterlassener Hilfeleistung erstattet. Ihr Vorwurf: Sie hat die Schule im Laufe des vergangenen Schuljahrs mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass ihr Kind von dem anderen Kind gemobbt und sogar angegriffen worden ist. Getan habe sich nichts, sagt die Mutter.

Video in sozialen Netzwerken und bei Oliver Pocher

Sie gibt zu, dass sie das Video, das ihr von einem anderen Kind zugespielt worden ist, selbst ins Netz gestellt hat – aus Verzweiflung, weil die Schule aus ihrer Sicht immer noch nichts getan habe, wie sie sagt.

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Es ging auch an den Comedian Oliver Pocher, der es zeitweise auf seinem Instagram-Account veröffentlichte. Aus den sozialen Netzwerken hat die Mutter es mittlerweile gelöscht, nach ihren Angaben auf Anweisung der Polizei – wahrscheinlich weil Persönlichkeitsrechte von Opfer und Täterin verletzt wurden. „Es tut mir auch Leid, dass ich das getan habe. Aber ich war so verzweifelt“, sagt die Mutter.

Carsten Stahl, der sich als „Präventionscoach und Anti-Mobbing und Anti-Gewalt Trainer“ bezeichnet, hat sich in den Fall eingeschaltet. Der 47 Jahre alte Berliner ist auch als Darsteller einer Serie bei RTLII bekannt.

Carsten Stahl, der sich als „Präventionscoach und Anti-Mobbing und Anti-Gewalt Trainer“ bezeichnet, hat sich in den Fall eingeschaltet. Der 47 Jahre alte Berliner ist auch als Darsteller einer Serie bei RTLII bekannt. © Seiring Design GmbH

„Gewalt-Präventionsberater“ hat sich eingeschaltet

Mittlerweile ist die Mutter selbst in den sozialen Netzwerken zu sehen, wie sie – teilweise unter Tränen – schildert, was ihrer Tochter geschehen ist. Nach ihren Angaben wird ihre Tochter immer noch über soziale Medien von dem anderen Mädchen bedroht. Das Video wird auch in Bergkamener Gruppen geteilt.

Inzwischen hat sich auch der bundesweit tätige „Präventionscoach und Anti-Mobbing und Anti-Gewalt-Trainer“ Carsten Stahl aus Berlin eingeschaltet. Er bezeichnet sich selbst so.

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Stahl, bekannt als Darsteller aus der RTLII-Serie „Privatdetektive im Einsatz“, beschuldigt die Schule, zu lange weggesehen zu haben. Die Schule hätte konsequent gegen das Mobbing vorgehen, der Täterin Grenzen setzen und die anderen Schüler über richtiges Verhalten in einem solchen Fall informieren müssen. Sie hätten dazwischen gehen müssen, statt wegzusehen oder die Täterin sogar zu ermutigen, meint Stahl.

Fall liegt jetzt bei der Bezirksregierung

Schulleiterin Petra Huß bestätigte an diesem Freitag nur, dass es zu dem Fall „außerhalb des Schulgeländes“ gekommen ist. Sie verwies darauf, dass die Bezirksregierung Arnsberg den Fall übernommen hat. Die will am Montag Stellung nehmen.

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