Wenn die Weddinghofer eine Gelegenheit haben, sich bei der oder über die Stadt zu beklagen, dann kommt ein Thema garantiert auf den Tisch: Der Parkplatz des Wellenbades.

Weddinghofen

, 09.11.2018, 15:41 Uhr / Lesedauer: 3 min

Den nutzen gerne junge Leute als Treffpunkt, die Wert auf ihre Motorisierung legen. Und weil diese Autofahrer sich bevorzugt in den Abendstunden und insbesondere am Wochenende versammeln, leiden die Anwohner dann unter Belästigungen durch den Motorenlärm, laute Gespräche und Musik.

Neu ist dieses Problem keineswegs. „Das beschäftigt uns schon seit Jahren“, sagt die für die öffentliche Ordnung zuständige Beigeordnete Christine Busch. Zwischendurch wurde es ruhiger, doch in jüngster Zeit kocht das Thema wieder hoch. Nachdem es bei der Bürgermeistersprechstunde in Weddinghofen sowie beim politischen Frühschoppen der IG BCE aufs Tapet kam, war es auch in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses ein Thema. Allerdings zeigt die Diskussion eine gewisse Macht- und Hilflosigkeit der Behörden. „Das fühlt sich schon ein wenig nach Sisyphos an“, gibt Busch zu.

Zwar verfügt die Stadt über einen Ordnungsdienst. Aber der ist mit zwei Stellen nicht gerade üppig besetzt – und auch eher nicht zu den Zeiten im Dienst, in dem es Probleme auf dem Parkplatz gibt. Außerdem bräuchten die Ordnungshüter eine Handhabe, um überhaupt eingreifen zu können, gibt Busch zu bedenken: „Es ist ja nicht verboten, sich auf einem öffentlichen Parkplatz zu treffen.“

Ruhestörender Lärm allerdings stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.

Machtlos gegen den Lärm auf dem Wellenbad-Parkplatz

Es ist nicht verboten, sich auf öffentlichen Parkplätzen zu treffen, ruhestörender Lärm stellt aber eine Ordnungswidrigkeit dar.

Platzverweise sind möglich

Die kann die Polizei ahnden. Die rückt auch des öfteren zum Wellenbad-Parkplatz aus, wie ihr Pressesprecher Thomas Röwekamp auf Nachfrage berichtet: „Wegen des schönen Wetters im Sommer etwas häufiger.“ Allerdings ging es dabei nicht allein um die jungen Autofahrer. Auch bei Partys im benachbarten Tennis-Heim sei es schon mal zu laut geworden, sagt Röwekamp. Bei Lärm vom Parkplatz halten sich die Sanktionsmöglichkeit der Beamten allerdings auch in Grenzen: „Wir können Platzverweise erteilen“, sagt Röwekamp. Aber die gelten auch nur für den jeweiligen Abend. „Allerdings ist der Häupenweg auch kein Einsatzschwerpunkt“, betont der Pressesprecher. Das mag allerdings daran liegen, dass die genervten Anwohner schon gar nicht mehr zum Telefon greifen, weil sie inzwischen wissen, dass ein Anruf bei der Polizei auch nicht wirklich hilft.

Wenn schon Ordnungs- und Gesetzeshüter nicht weiterhelfen, dann vielleicht die städtischen Streetworker. Die haben schließlich in der Vergangenheit schon häufiger Erfolge erzielt, wenn sich Anwohner über den Lärm von Jugendlichen beklagten. Auf dem Wellenbad-Parkplatz allerdings blieben die Streetwork-Instrumente stumpf, fürchtet Busch: „Dort treffen sich keine Jugendlichen mit Problemen, sondern gut situierte junge Erwachsene, die sich die Autos leisten können.“

Auch die baulichen Möglichkeiten sieht Busch ausgereizt: Immerhin habe die Stadt diverse Absperrungen und Poller aufgestellt, um die besonders lärmintensiven Rundfahren zu verhindern. Komplett absperren könne man den Parkplatz auch abends nicht, meint die Beigeordnete. Denn auch die Zufahrt zum Sportplatz des VfK Weddinghofen erfolgt über den Parkplatz. Außerdem ist das Gelände ziemlich offen und weitläufig: „Mit dem Draht, den wir für einen Zaun bräuchten, könnten wir das neue Schwimmbad bauen“, sagt Busch.

Gleichwohl setzt sie auf den geplanten Badneubau, in dessen Zuge das gesamte Gelände neu geplant werden soll. Dann könne man auch eine Parkfläche bauen, die genug Platz für Badgäste habe, aber nicht unbedingt als abendlicher Treffpunkt diene. Allerdings wird bis zum Neubau noch eine ganze Weile vergehen.

Manch ein lärmgeplagter Anwohner sehnt sich daher nach Zeiten zurück, als der Wellenbad-Parkplatz einem ganz anderem Zweck diente, meint Busch: „Als dort die Zeltstadt für die Flüchtlinge stand, herrschte Ruhe.“

Machtlos gegen den Lärm auf dem Wellenbad-Parkplatz

Die Lage des Parkplatzes am Wellenbad. Nördlich des Häupenwegs ist die Wohnbebauung in unmittelbarer Nähe.

Security an der Eishalle

Anders als auf dem Wellenbad-Parkplatz gibt es im unmittelbaren Umfeld der Eishalle derzeit wohl kaum Probleme mit Lärmbelästigungen. Das war allerdings auch schon einmal anders, weshalb der Betreiber der Halle, Dr. Martin Brodde inzwischen einen Security-Dienst engagiert hat. Der kommt bei den Freitags-Discos sowie bei größeren Veranstaltungen wie den Halloween-Partys zum Einsatz. „Da bewegen sich viele junge Leute im Umfeld der Halle.“ Die Security-Leute achten darauf, dass die Besucher vor der Halle keine zu großen Gruppen bilden und nicht zu viel Lärm machen. Zudem stehen am Halleneingang Taschen- und Alkoholkontrollen an. Seitdem die Sicherheitsprofis an der Halle tätig sind, gebe es dort bei den Veranstaltungen kaum noch Probleme, sagt Brodde: „Ich bin zufrieden.“

  • Die Stadt hat das Wellenbad und das dazugehörige Gelände den Gemeinschaftsstadtwerken überlassen.
  • Das gilt aber nicht für den Parkplatz am Häupenweg. Der befindet sich nach wie vor im städtischen Eigentum.
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