Luther-Haus-Verein feiert mit Schriftsteller

dzVortrag von Peuckmann

Schnittchen für den Magen, Heiteres und Nachdenkliches für den Geist – das sind die Zutaten, mit denen der Förderverein des Martin-Luther-Hauses seine jährliche Feier zubereitet.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Weddinghofen

, 04.11.2018, 15:59 Uhr / Lesedauer: 1 min

Beim Gottesdienst hatte Pfarrer Christoph Maties in der Auferstehungskirche zuvor die Frage gestellt: „Was bleibt?“ Was ist geblieben, ein Jahr nach dem so gefeierten Reformationsjubiläum? „Es sind weiterhin die leeren Kirchenbänke“, konstatierte Christoph Maties. „Aber es bleiben auch die vielen Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind und trotzdem weiterhin an Gott glauben wollen.“ Sein Fazit daher: „Die Kirche braucht Reformen, denn nur eine Kirche, die sich ständig reformiert, wird zum Segen für die Menschen.“

Wolfgang Kerak, der Vorsitzende des Fördervereins, begrüßte als Referenten bei der Feier im Martin-Luther-Haus den Kamener Schriftsteller Heinrich Peuckmann, der nun sogar in den Rat für Deutsche Rechtschreibkunde berufen wurde.

Augenzwinkernd nahm Peuckmann das Stichwort gerne auf: „Damals hieß es, dass Arbeiterkinder, wie ich eins war, immer Probleme mit der Rechtschreibung hätten - und nun bin ich sogar in den Rat für Deutsche Rechtschreibkunde berufen worden.“

Nachdenkliches aber auch Besinnliches hatte auch Peuckmann in seinen mitgebrachten Gedichten und Kurzgeschichten parat, Geschichten, die er in seiner Kindheit in und um Kamen selbst erlebt hat.

So gab es damals einen angesehenen Pastor und Lehrer, der immer auf sehr umständliche Weise mit nur einer Hand sein Fahrrad schob. „Damit er nämlich die andere Hand immer frei hatte für den zackigen Hitlergruß.“

Bedrückend das Gedicht vom Schattenmann, in der Peuckmann das schwere Schicksal seines Vaters verarbeitete, der als Bergmann von der Maloche im schwarzen Loch aufgerieben wurde. Äußerst amüsant hingegen die Geschichte von Onkel August, der es mit seinem Auto nicht fertigbrachte, rückwärts zu fahren und immer Leute brauchte, die sein Auto in die richtige Position brachten, damit dieser vorwärts losfahren konnte.

Was sonst meist nur in der Musik vorkommt, ist dann am Ende auch Peuckmann widerfahren. Musste er doch eine „Zugabe“ lesen: Es war die überaus vergnügliche Geschichte vom Friseurbesuch, der für Peuckmann jedes Mal zu einer echten Geduldsprobe wurde.

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