Mit vielen Bildern: Die Oberadener Barock-Möbel kommen aus Ägypten

dzRepliken-Handel „Louis XV“

Freunden antiker Möbel müsste beim Anblick der „Louis XV“-Halle das Herz aufgehen: Dort lagern Stühle, Tische und Betten aus Barock und Rokoko. Sie haben einen Nachteil: Sie sind nicht echt.

Bergkamen

, 08.11.2019, 14:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Louis XV war von 1710 bis 1774 König von Frankreich. Nach ihm ist eine eigene Stilepoche benannt, die den Übergang vom Spätbarock zum Rokoko markiert. Und aus dieser Zeit scheint auch ein Großteil der Möbel in einer Oberadener Lagerhalle zu stammen, die den Namen des Regenten trägt. Doch der Schein trügt: Es handelt sich um Kopien, die den Originalstücken haargenau gleichen. Aber sie sind keineswegs Fälschungen.

Repliken sind keine Fälschungen

Darauf legt Margret Naunheim, die Eigentümerin von „Louis XV“, großen Wert. „Ich handele mit Repliken“, betont sie. Wer bei ihr kauft, der weiß, dass er keine antiken Möbel erwirbt, sondern Nachbauten.

Mit vielen Bildern: Die Oberadener Barock-Möbel kommen aus Ägypten

Tibor Schieferdecker arbeitet in der Louis XV-Werkstatt. Dort packt er die Möbel, die aus Ägypten kommen, aus und beseitigt eventuelle Reparaturschäden. © Stefan Milk

Die haben den Vorteil, dass sie deutlich günstiger sind, als die wirklich historischen Stücke. Die handeln Sammler zu ziemlich horrenden Preisen. Bei „Louis XV“ bekommt man zum Beispiel einen Hocker im Barock-Stil schon für 97 Euro. Man kann aber auch deutlich mehr Geld loswerden, wenn man es denn hat: Das „Barock Bett rokoko Louis XV“ schlägt zum Beispiel mit 10.344 Euro zu Buche.

Die Möbel sind Importe aus Ägypten

Wer es bestellt, muss sich ein wenig gedulden. Auf der Homepage ist die Lieferzeit mit acht bis zwölf Wochen angegeben. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die Möbel eine ziemlich lange Reise hinter sich haben: „Sie werden allesamt in Ägypten hergestellt“, berichtet Naunheim. Dort gebe es eine Menge Firmen, die auf solche Repliken spezialisiert sind. Naunheim gibt nur das in Auftrag, was Kunden zuvor bei ihr bestellt haben.

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"Louis XV" in Oberaden handelt mit Kopien antiker Möbel

08.11.2019
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Margret Naunheim handelt mit Replikas von antiken Möbeln Antiquitäten im Internet und am Standort ihres Unternehmens Louis XV in Oberaden© Stefan Milk
Margret Naunheim handelt mit Replikas von antiken Möbeln Antiquitäten im Internet und am Standort ihres Unternehmens Louis XV in Oberaden© Stefan Milk
Margret Naunheim handelt mit Replikas von antiken Möbeln Antiquitäten im Internet und am Standort ihres Unternehmens Louis XV in Oberaden© Stefan Milk
Margret Naunheim handelt mit Replikas von antiken Möbeln Antiquitäten im Internet und am Standort ihres Unternehmens Louis XV in Oberaden© Stefan Milk
Margret Naunheim handelt mit Replikas von antiken Möbeln Antiquitäten im Internet und am Standort ihres Unternehmens Louis XV in Oberaden© Stefan Milk
Margret Naunheim handelt mit Replikas von antiken Möbeln Antiquitäten im Internet und am Standort ihres Unternehmens Louis XV in Oberaden© Stefan Milk
Margret Naunheim handelt mit Replikas von antiken Möbeln Antiquitäten im Internet und am Standort ihres Unternehmens Louis XV in Oberaden© Stefan Milk
Margret Naunheim handelt mit Replikas von antiken Möbeln Antiquitäten im Internet und am Standort ihres Unternehmens Louis XV in Oberaden© Stefan Milk
Margret Naunheim handelt mit Replikas von antiken Möbeln Antiquitäten im Internet und am Standort ihres Unternehmens Louis XV in Oberaden© Stefan Milk
Margret Naunheim handelt mit Replikas von antiken Möbeln Antiquitäten im Internet und am Standort ihres Unternehmens Louis XV in Oberaden© Stefan Milk
Margret Naunheim handelt mit Replikas von antiken Möbeln Antiquitäten im Internet und am Standort ihres Unternehmens Louis XV in Oberaden© Stefan Milk
Margret Naunheim handelt mit Replikas von antiken Möbeln Antiquitäten im Internet und am Standort ihres Unternehmens Louis XV in Oberaden Margret Naunheim handelt mit Replikas von antiken Möbeln Antiquitäten im Internet und am Standort ihres Unternehmens Louis XV in Oberaden
Tibor Schieferdecker repariert einen Transportschäden an einer Kommode© Stefan Milk Stefan Milk
Margret Naunheim handelt mit Replikas von antiken Möbeln Antiquitäten im Internet und am Standort ihres Unternehmens Louis XV in Oberaden Margret Naunheim handelt mit Replikas von antiken Möbeln Antiquitäten im Internet und am Standort ihres Unternehmens Louis XV in Oberaden
Carsten Tesmer verpackt einen Beispieltisch für den Versand© Stefan Milk Stefan Milk

Dass Naunheim ihre Ware aus Afrika kommen lässt, hat auch etwas mit den Herstellungskosten zu tun: In den antiken Nachbauten steckt eine Menge Handarbeit. Wenn dafür deutsche Löhne gezahlt würden, wären die meisten Stücke für die „Louis XV“-Kunden unerschwinglich.

Kundschaft vom Arbeitslosen bis zum Professor

Denn Naunheim macht keineswegs nur Geschäfte mit sehr begüterten Stilmöbel-Freunden: „Unserer Kundschaft reicht vom Arbeitslosen bis zum Professor“, sagt sie. Deshalb hält sie ja auch Möbel in unterschiedlichen Preisklassen bereit. Die meisten Stücke verkauft Naunheim über ihren Online-Shop.

Louis XV


Von der Angestellten zur Chefin

  • Margret Naunheim arbeitet schon seit 2010 bei „Louis XV“. Zunächst war sie Angestellte des Firmengründers Peter Kemper.
  • Als der sich aus dem Geschäft zurückzog, übernahm sie „Louis XV“. Seit April diesen Jahres ist sie ihre eigene Chefin.
  • Das Unternehmen hat seinen Sitz In der Schlenke 32 in Bergkamen-Oberaden und ist unter Tel. (02306) 933371 oder per E-Mail verkauf@louisxv.de zu erreichen.
  • In den Online-Shop gelangt man unter der Adresse www.louisxv.de

In Bergkamen und Umgebung ist das Interesse an antiken Möbel-Repliken ziemlich gering. „Woran das liegt, weiß ich auch nicht“, sagt Naunheim. Die meisten ihrer Kunden wohnen in Richtung Süddeutschland. Laufkundschaft ist eher selten in der Halle im Gewerbegebiet In der Schlenke: „Manchmal kommen Stammkunden vorbei, die auf der Durchreise sind“, sagt Naunheim.

Die Firma hat drei Mitarbeiter

Doch auch wenn sich Besucher rar machen, herrscht durchaus Betrieb in der „Louis XV“-Halle. Naunheim beschäftigt immerhin drei Mitarbeiter, davon zwei fest Angestellte. Einer davon ist Tibor Schieferdecker, der in der Werkstatt im hinteren Hallenteil arbeitet: Dort packt er die aus Ägypten gelieferten Stücke aus und beseitigt die Transportschäden. Viel Zeit am Lenkrad verbringt Carsten Tesner. Er liefert als Fahrer jene Möbel aus, die Naunheim nicht mit externen Paketdiensten oder Speditionen verschicken kann: „Da ist er schon einmal drei oder vier Tage unterwegs“, sagt sie.

Mit vielen Bildern: Die Oberadener Barock-Möbel kommen aus Ägypten

Carsten Tesmer beliefert als Fahrer die Louis XV-Kunden. Viele von ihnen wohnen in Süddeutschland. © Stefan Milk

Und die Auswahl, die die Kunden haben, ist groß: Naunheim wirbt auf ihrer Homepage mit 3000 Basisartikeln und 100.000 Varianten. Die Vorbilder der Repliken stammen auch nicht aus der Regentschaft des namensgebenden Königs: „Louis XV“ liefert Nachbauten von Möbeln vom 17. bis 19. Jahrhundert, vom Barock bis zum Jugendstil.

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