Löscheinsatz mit Maske stellt die Feuerwehr vor Probleme

dzCoronavirus

Während des Shutdowns hatte die Bergkamener Feuerwehr etwas weniger zu tun als sonst. Diese relative Ruhe ist längst vorbei. Doch die Folgen des Coronavirus spüren die Retter immer noch.

Bergkamen

, 30.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vom Corona-Shutddown merkt Bergkamens Feuerwehrchef Dirk Kemke längst nichts mehr: „Wir sind wieder soweit, dass wir im Durchschnitt einen Einsatz pro Tag haben.“ Das sind zum Glück nicht immer spektakuläre Brände, aber gerade die technischen Hilfeleistungen unter dem Stichwort „Hilflose Person hinter Tür“ haben zuletzt stark zugenommen, berichtet Kemke.

Die Corona-Pandemie spüren die Feuerwehrleute aber immer noch. Zum Beispiel, weil sie bei jedem Einsatz eine Maske tragen müssen. Das ist nicht nur anstrengend, es erschwert auch die Verständigung. Im Ernstfall spielt die Mimik der Einsatzkräfte eine nicht zu unterschätzende Rolle, meint der Feuerwehrchef.

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Weniger Feuerwehrleute in den Löschfahrzeugen

Im Einsatzgeschehen lassen sich die Abstandsregeln nicht immer einhalten. Gleichwohl hat die Feuerwehrleitung auch in dieser Hinsicht Konsequenzen aus der Corona-Gefahr gezogen: Sie hat die Zahl der Personen reduziert, die in einem Löschfahrzeug mitfahren dürfen. In normalen Zeiten sitzen die Feuerwehrleute dort dicht an dicht, im Moment ist das natürlich nicht möglich.

Auch während der Höhepunktes der Corona-Krise war die Bergkamener Feuerwehr einsatzbereit: Zum Beispiel beim Brand in der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule in Oberaden.

Auch während der Höhepunktes der Corona-Krise war die Bergkamener Feuerwehr einsatzbereit: Zum Beispiel beim Brand in der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule in Oberaden. © Stephanie Tatenhorst

Im März und April war es deutlich ruhiger als sonst, berichtet Kemke. Aber auch auf dem Höhepunkt der Corona-Krise war die Bergkamener Feuerwehr durchgehend in der Lage, zu löschen, zu helfen und zu retten. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, kam das übrige Feuerwehr-Leben allerdings komplett zum Erliegen.

So langsam läuft das Feuerwehrleben wieder an

„Der Dienstplan war bis Anfang Juni vollständig ausgesetzt“, sagt Kemke. Dabei ging es nicht um Einsätze, sondern um Übungen, Lehrgänge und sonstige Dienste, zu denen sich die sechs Bergkamener Feuerwehreinheiten geplant treffen. Inzwischen laufen die Aktivitäten langsam, aber sicher wieder an. „Im Moment stehen die praktischen Dienste im Vordergrund“, sagt Kemke.

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Die haben den Vorteil, dass die Feuerwehrleute dafür nicht in die zumeist engen Schulungs- und Sozialräume müssen. Vielmehr trainieren sie unter freiem Himmel, wo die Corona-Ansteckungsgefahr geringer ist und sie außerdem Abstand halten können.

Angesichts der vielen Einsätze hat die Feuerwehr allerdings so genug zu tun - auch tagsüber. Da kämpft Kemke in normalen Zeiten zuweilen mit dem Problem, dass viele freiwillige Feuerwehrleute nicht in Bergkamen arbeiten und nicht zur Verfügung stehen. Das habe sich durch Corona ebenfalls geändert, sagt der Feuerwehrchef: „Auch bei uns sind viele im Homeoffice.“

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