Das Team der Bäckerei Braune ist weiter für seine Kunden da. In manchen Filialen wurden die Öffnungszeiten allerdings leicht verkürzt, weil weniger los ist. © Marcel Drawe
Coronavirus in Bergkamen

Lockdown: Bergkamener Bäcker ändern teils ihre Öffnungszeiten

Obwohl sie geöffnet bleiben dürfen, spüren auch Bäcker den Lockdown. Die Umsätze sinken. Wie schon Grobe in Kamen hat etwa die Bäckerei Braune in mancher Filiale die Öffnungszeiten angepasst.

Unter anderem in den Kamener Filialen hat Bäckerei Grobe die Öffnungszeiten angepasst. In der Fußgängerzone gibt es wegen des Lockdowns nachmittags nun vorerst keine frischen Grobe-Brötchen mehr. „Dafür habe ich zwar Verständnis, aber warum öffnet man nur noch morgens?“ fragt daraufhin die Bergkamenerin Martina Kabacinski.

„Ähnliches habe ich bereits bei einem Bäcker in Oberaden erlebt. Dann braucht sich auch niemand wundern, wenn die Menschen ihr Brot im Supermarkt kaufen, was ich normalerweise nicht tue“, so die Bergkamenerin. Das muss sie zum Glück auch nicht, denn die Bergkamener Bäcker haben ihre Öffnungszeiten zumindest nicht drastisch verändert.

„Wir sind am Schulzentrum und leben viel von den Schülern, die sind jetzt nicht da.“ Doch nicht nur die Einnahmen durch Schüler fehlen in den Kassen von Kathi‘s Café an der Hochstraße. Auch der Café-Betrieb wurde wegen des Lockdowns eingestellt. Ein zweiter Punkt, der jetzt wegfällt, wie Geschäftsführer Benjamin Brosse erklärt.

Ohne Cafébetrieb seien die Umsätze gesunken – aber noch stabil. „Der Theken-Verkauf ist etwas weniger geworden. Als würden die Leute sich zweimal überlegen, ob sie wegen ein paar Brötchen rausgehen“, so Brosse. Noch seien die Einnahmen aber stabil und er plane nicht, die Öffnungszeiten zu ändern oder zu verkürzen. Zumindest aktuell nicht. „Im Januar werden wir es dabei belassen, in der Hoffnung, dass dann auch mal gut ist. Wenn es dann noch weitergeht, dann müssen wir nochmal schauen“, so Brosse.

Bäckerei Braune hat einige Öffnungszeiten angepasst

Während es in Kathis Café die Schüler fehlen und jene, die vor Ort sonst einen heißen Kakao und ein Stück Torte genießen , sind es im Falle der Bäckerei Holtmann die Handwerker, die vor der Pandemie zahlreich erschienen sind, um sich morgens ein frisch belegtes Brötchen zu holen. „Viele schmieren sich lieber zu Haus Brote, um zu vermeiden, in Geschäfte zu rennen“, sagt Jan Holtmann junior.

In Kathis Café ändert sich erst einmal nichts an den Öffnungszeiten, auch wenn der Lockdown zu spüren ist. Sollte sich der Lockdown noch einmal verlängern, wird noch einmal geschaut, ob die Zeiten beibehalten werden können. © Stefan Milk © Stefan Milk

Die Bäckerei habe schon während des ersten Lockdowns im Frühjahr die Öffnungszeiten geändert, weil weniger Bedarf war. Statt um 6.30 Uhr öffnet der Bäcker an der Rünther Straße mittlerweile um 7 Uhr. Die neuen Zeiten wurden nach dem ersten Lockdown so beibehalten, erklärt Holtmann. Die Handwerker, die noch kommen, haben sich daran gewöhnt, eine halbe Stunde später ihr Brötchen zu kaufen.

Auch bei Bäckerei Braune gibt es aufgrund des Lockdowns kleine Veränderungen der Öffnungszeiten – zum Beispiel in der Filiale im Gartencenter Röttger. Dort schließt die Filiale unter der Woche statt um 19 schon um 18 Uhr und am Samstag statt um 18 um 16 Uhr. Die Rünther Filiale schließt von Montag bis Samstag je eine Stunde früher, sie ist nun in der Woche bis 18 Uhr und am Samstag um 15 Uhr geöffnet. Auch der Kamener Standort ist betroffen. Dort wurde der Betrieb am Sonntagnachmittag gecancelt.

Ungewisse Zukunft erschwert die Planung

Stefan Braune, der davon ausgeht, dass die Cafés auch nach Januar nicht öffnen dürfen, hat beobachtet, dass viele Menschen nur noch einmal kommen und dafür alles kaufen – von Brötchen zum Frühstück bis Kuchen für den Nachmittag und das Brot für den Abend. Und doch fehlen die Kunden, die sich sonst ins Café setzen. Braune wüsste gerne, wie es nach Januar weitergeht. „Wir haben keine Aussagen, wie es mittelfristig weitergeht, das macht es schwierig“, kritisiert er. Sorgen machen müssen sich die Braune-Kunden aber nicht. „Glücklicherweise sind die Filialen gut gemischt. Es gibt nicht nur große Café-Standorte, die massiv leiden, sondern auch Vorkassenzonen.“ Dort laufe der Betrieb noch relativ stabil. Aktuelle Informationen finden Kunden auch in den Sozialen Medien und auf der Homepage.

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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