Lkw-Flut auf der Rotherbachstraße und die Rampe an der Jahnstraße ist noch nicht fertig

dzHaus-Aden-Gelände

Zurzeit rollt der Lkw-Verkehr auf das Haus-Aden-Gelände über die Rotherbachstraße. Eigentlich sollen die Lastwagen über eine Rampe an der Jahnstraße fahren. Jetzt gibt es Diskussion über ihre Anbindung.

Bergkamen

, 09.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anwohner der Rotherbachstraße in Oberaden ärgern sich schon seit einiger Zeit, dass Transporte zum Haus-Aden-Gelände über ihre Straße rollen. Das sind zurzeit viele, wie die stellvertretende Planungsamtsleiterin Christiane Reumke einräumt. Die RAG führt nicht nur den Beton für die Schachtverfüllung über die Rotherbachstraße. Es kommen auch neue Bodenlieferungen für die Wasserstadt Aden an.

Arbeiten an der Wasserstadt lagen lange brach

Eine beträchtliche Zeit lang in diesem Frühjahr seien die Arbeiten an der Wasserstadt zunächst nicht weitergegangen, sagt Reumke: „Der Boden war wegen der ergiebigen Regenfälle zu nass.“ Die einzige Lösung: Der Boden hätten gekalkt werden müssen. Das hätte ihn aber möglicherweise zu hart gemacht. Jetzt sind die Wetterbedingungen ideal für die Bodenarbeiten – und jetzt ist auch Nachschub erforderlich.

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Eigentlich sollten die Bodenanlieferungen über eine Rampe abgewickelt werden, die von der RAG an der Jahnstraße zwischen der Kanalbrücke und der neuen Bahnüberführung gebaut wird. Über diese Rampe sollen auch andere Lastwagen fahren, die auf das Gelände müssen. Dazu gehören Lastwagen, die weiteres Schüttmaterial für die Halde bringen. Später sollen auch die Schwertransporter die Rampe benutzen, die Teile für die neue Grubenwasserhaltung auf das Gelände bringen.

Eigentlich soll eine Rampe von der Jahnstraße auf das Haus-Aden-Gelände führen, über die die Bodentransporte abgewickelt werden. Sie ist zwar fast fertig, kann aber noch nicht an die Straße angebunden werden.

Eigentlich soll eine Rampe von der Jahnstraße auf das Haus-Aden-Gelände führen, über die die Bodentransporte abgewickelt werden. Sie ist zwar fast fertig, kann aber noch nicht an die Straße angebunden werden. © Stefan Milk

Betonmischer fahren auf jeden Fall weiter auf der K 16

Die Verfüllung des Schachtes wird aber auf jeden Fall weiter über die Rotherbachstraße abgewickelt. „Die RAG hat nach Bergrecht ein Wegerecht für die Zufahrt auf das Zechengelände und will auch daran festhalten“, erklärt Reumke. Anwohner der Straße bemängeln, dass die Rampe nicht jetzt schon für die Transporte auf das Haus-Aden-Gelände genutzt werden. Schließlich sei sie bis auf die oberste Deckschicht schon fertig, argumentierte ein Anwohner.

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Das ist nach Angaben der Planerin aber noch nicht so. „Das sieht nur auf den ersten Blick so aus“, sagt sie. Tatsächlich fehlt noch etwas sehr Entscheidendes, damit der Lkw-Verkehr über die Rampe rollen kann: Sie ist bisher noch nicht an die Jahnstraße angebunden.

Auch auf der Ostseite des Kreisverkehrs gibt es eine Rampe, die noch nicht ganz fertig ist.

Auch auf der Ostseite des Kreisverkehrs gibt es eine Rampe, die noch nicht ganz fertig ist. © Stefan Milk

Abstimmung mit Straßen NRW notwendig

Um diesen Mangel zu beseitigen, sind nicht nur kleinere Baumaßnahmen notwendig, sondern ein relativ komplizierter Abstimmungsprozess mit Straßen NRW.

Bodenlieferungen
Für Halde und Wasserstadt rollen noch tausende Lkw

  • Für die endgültige Gestaltung der Halde und des Geländes der Wasserstadt Aden muss noch viel Boden angeliefert werden.
  • Für die Wasserstadt befanden sich etwa 300.000 Kubikmeter Boden in einem Zwischenlager, die aber mittlerweile größtenteils aufgebraucht sind.
  • Es sind noch weitere knapp 600.000 Kubikmeter Boden erforderlich, die noch angeliefert werden müssen.
  • Auch für die Halde sind 600.000 Kubikmeter Schüttmaterial erforderlich, das bis 2025 größtenteils per Lkw angeliefert werden soll.
  • Die RAG hat kürzlich geschätzt, dass allein dafür 48.000 Lkw-Ladungen erforderlich sind. Das entspricht etwa 48 Lkw am Tag.
  • Die Transporte sollen über den Westenhellweg und die Jahnstraße aufs Zechengelände und die Halde rollen sobald die Rampe fertig ist.

Die Landesbehörde habe erhebliche Bedenken, wie der starke Lkw-Verkehr in den seit einigen Wochen wieder rollenden Verkehr auf der Jahnstraße eingebunden werden kann. Nach ihren Angaben gibt es sogar Forderungen, eine Ampel an der Zu- und Abfahrt von der Jahnstraße zur Rampe zu installieren. Mittlerweile gibt es sogar ein Gutachten dazu. Der Gutachter geht allerdings davon aus, dass eine Ampel überflüssig ist.

Nach Reumkes Angaben soll es in der kommenden Woche ein erneutes Abstimmungsgespräch mit Straßen NRW geben. Sie geht davon aus, dass es dabei auch zu einer Einigung kommt. „Bis Ende April sollte die Rampe und die Anbindung an die Jahnstraße fertig sein“, sagte sie.

An der Rampe müssen auch noch eine Lkw-Waschanlage und eine Waage installiert werden. Dafür sei vorerst aber auch eine provisorische Anlage ausreichend, die schnell installiert werden kann, erklärte Reumke.

Transporte über die Rotherbachstraße sind zulässig

Die Stadtplanerin verteidigte gleichzeitig, dass die Anlieferungen zurzeit über die Rotherbachstraße rollen, obwohl die Straße dicht bebaut und an einigen Stellen sehr eng ist. Die Rotherbachstraße sei als K 16 eine qualifizierte Kreisstraße und nicht als Wohnstraße eingestuft, machte sie deutlich. Es sei durchaus zulässig, dass sie auch von Lkw genutzt werden – auch wenn sich dieser Zustand so schnell wie möglich wieder ändern soll.

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