Die Lippe bei Rünthe-West. In diesem Bereich will der Lippeverband den Fluss renaturieren. Das soll auch zu einem besseren Hochwasserschutz führen. © Michael Dörlemann (Archiv)
Fluss-Umbau

Lippe-Renaturierung: Mehr Platz für Natur und Hochwasserschutz

Wenn der Lippeverband die Lippe im Bereich Bergkamen renaturiert, geht es darum, der Natur am Fluss wieder mehr Raum zu verschaffen. Aber auch der Hochwasserschutz spielt eine wichtige Rolle.

Der Lippeverband hat wie geplant die Unterlagen für die Renaturierung der Lippe im Bereich Bergkamen, Werne, Lünen Ende 2020 bei der Bezirksregierung eingereicht. Wenn das Planfeststellungsverfahren wie geplant abläuft, will der Verband ab 2023 mit den Arbeiten beginnen. Was dann unter dem Motto „lebendige Lippe“ umgesetzt wird, soll der Entwicklung der Natur an der Lippe dienen.

Für viele dürfte zurzeit aber genau so wichtig sein: Davon profitiert auch der Hochwasserschutz. „Wir verzahnen Ökologie und Hochwasserschutz miteinander, wenn wir das Konzept umsetzen“, sagt Anne-Kathrin Lappe, die Sprecherin des Lippeverbandes. Die Flachwasserbereiche, die an der Lippe neu entstehen, die neugeschaffenen Auen und die Altarme die erhalten bleiben – sie alle bieten dem Hochwasser mehr Raum sich auszubreiten, verlangsamen die Fließgeschwindigkeit und verhindern Hochwasserspitzen.

So wie bei Olfen könnte die Lippe nach der Renaturierung aussehen. © Arndt Brede (Archiv) © Arndt Brede (Archiv)

Die ersten Planungen zur Neugestaltung des Flusses umfassen das Gebiet zwischen der Rochuskapelle auf dem Werner Ufer der Lippe und dem Lippewehr „Schlagt“ zwischen Rünthe und Werne. Auf diesem Teilstück ist der Fluss zurzeit noch 3,5 Kilometer lang. Wenn der Lippeverband seinen Umbau beendet hat, soll er deutlich länger sein: 4,7 Kilometer – also 1,2 Kilometer mehr als bisher.

Neue Kurven im Verlauf des Flusses – der Fachbegriff ist Mäander – sollen mehr Auenbereich an der Lippe schaffen, in denen sich das Wasser bei höheren Wasserständen kontrolliert ausbreiten kann.

Der Wasserbau früher war genau das Gegenteil: Flüsse wurden begradigt, damit das Wasser schneller ablaufen konnte. Das vernichtete nicht nur Lebensraum für Tiere und Pflanzen – es führte auch dazu, dass es am Unterlauf von Flüssen zu Hochwasserspitzen und damit zu häufigeren Überschwemmungen kam.

Die Schlagt und die Fischtreppe auf der Rünther Seite der Lippe: In Höhe der Ökologiestation soll ein ähnliches Bauwerk entstehen. © www.blossey.eu © www.blossey.eu

Der Lippeverband will auch die Flusssohle im Bereich der Rochuskapelle anheben. Dieser Bereich befindet sich nördlich der Ökologiestation. Dort macht die Lippe einen weiten Bogen nach Norden. Dort soll auch ein Übergangsbauwerk entstehen, das wie die schon gebaute Fischtreppe auf der Rünther Seite der Lippe den Übergang zwischen den unterschiedlichen Sohlhöhen regelt, die dann entstehen.

Bis die Maßnahmen umgesetzt sind, werden allerdings noch einige Jahre vergehen. Der Lippeverband rechnet mit zwei Jahren Bauzeit. Die Renaturierung in diesem Bereich wäre frühestens 2025 abgeschlossen.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
Zur Autorenseite
Michael Dörlemann

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.