Viren und Aerosole sollen die Luftreinigungsgeräte aus der Umgebungsluft filtern (Symbolfoto). In Fröndenberg hat man bereits Geräte mit Mitteln eines Förderprogramms des Landes angeschafft. © dpa
Corona an Schulen

Linke wirft Stadt bei Luftfiltern für Schulen Falschinformation vor

Nach Angaben der Schuldezernentin kommen Fördermittel für Luftfilter für Bergkamen nicht in Frage, weil die Förderkriterien nicht erfüllt sind. Die Linke wirft der Stadt jetzt Falschinformation vor.

Die Linke wirft der Stadtverwaltung vor, bei der Anschaffung von Luftfiltern und Schulen mit Halb- und Unwahrheiten zu argumentieren. Hintergrund ist der Antrag der Fraktion, die Anschaffung von Luftfiltern für Kitas und Grundschulen mithilfe von Fördermitteln des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu prüfen. Über den Antrag soll der Bergkamener Jugendhilfeausschuss an diesem Donnerstag in seiner Sitzung ab 17 Uhr im Sportlerheim Oberaden beraten.

Anders als sonst üblich gibt es zu dem Antrag vorab keine schriftliche Stellungnahme der Stadtverwaltung, auf die sich der Ausschuss vorbereiten könnte. Stattdessen hat Schuldezernentin Christine Busch lediglich eine mündliche Stellungnahme in der Sitzung angekündigt.

Auf Anfrage sagte sie, die Anschaffung von Luftfiltern mithilfe der BAFA-Fördermittel komme für Bergkamen nicht in Frage. Gefördert würden nur Luftfilter für Räume, die sich nicht oder nicht ausreichend lüften lassen. Oder konkreter gesagt: Die Förderung betreffe nur Räume der Kategorie zwei und drei (nur unzureichende oder gar keine Lüftung möglich). In den Bergkamener Schulen und Kitas gebe es aber nur Räume der Kategorie eins, in denen die Fenster zum Lüften geöffnet werden könnten.

Die Schule startet wieder zu Beginn einer vierten Corona-Welle. Das verlangt weiter Disziplin beim Maske-Tragen und Lüften, meint unser Autor.
Die Schule startet wieder zu Beginn einer vierten Corona-Welle. Das verlangt weiter Disziplin beim Maske-Tragen und Lüften, meint unser Autor. © picture alliance/dpa/dpa-tmn © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Dieser Darstellung widerspricht Oliver Schröder, der Vorsitzende der Linken-Fraktion energisch. Einzige Voraussetzung für die BAFA-Fördermittel sei, dass es um Kinder unter zwölf Jahren geht, sagt er – da habe sich die Fraktion bei der BAFA eigens erkundigt. „Es geht also eindeutig um die Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter, die sich noch nicht impfen lassen können“, betonte Schröder. Die Frage, ob die Räume belüftet werden könnten oder nicht, spiele bei der Förderung keine Rolle.

Er kritisiert auch, dass Busch Stoßlüften für die bessere Möglichkeit hält, um Corona-Infektionen in Klassenräumen und Gruppenräumen der Kitas vorzubeugen. Die Behauptung, dass dabei die Raumtemperatur auch an kalten Wintertagen nur unwesentlich sinke, widerspreche jeder Lebenserfahrung. „Das haben wir bei unseren eigenen Kindern gesehen. Die haben nicht ohne Grund Decken mit in den Unterricht genommen“, sagte er.

Schröder kritisierte auch, dass Öffnen der Fenster für einige Minuten kein richtiges Stoßlüften sei. Dazu müssten seiner Ansicht nach auch die Türen geöffnet werden, damit die Luft garantiert ausgetauscht wird – und dann sei es im Winter garantiert kalt in den Räumen.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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Michael Dörlemann

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