Oliver Schröder, Linke Kamen/Bergkamen © privat
Pandemiebekämpfung

Linke für harten Lockdown statt Ausgangssperre

Einen kurzen, harten Lockdown fordert Linke-Fraktionschef Oliver Schröder aus Bergkamen – und kritisiert Bundespläne für eine Ausgangssperre. Die Linken sagen eine Unterschriftenaktion ab.

Keine Ausgangssperre, aber ein harter und kurzer Lockdown: Der Bergkamener Linke-Fraktionschef Oliver Schröder hat sich für schärfere Corona-Regeln ausgesprochen. In einer von ihm am Samstag übermittelten Mitteilung des Ortsverbands Die Linke Kamen/Bergkamen wird die geplante sogenannte Bundesnotbremse kritisiert.

Eigentlich wollten Linke-Mitglieder am Samstag auf dem Platz von Gennevilliers stehen und Unterschriften für die „Volksinitiative Gesunde Krankenhäuser in NRW für alle“ sammeln. Doch die Aktion wurde abgeblasen. „Aufgrund einer Inzidenz von aktuell 336,50 in der Stadt Bergkamen“, heißt es zur Begründung. Dieser Wert lässt sich aus den vom Kreisgesundheitsamt am Donnerstag veröffentlichten Infektionszahlen errechnen. Am Freitag lag die 7-Tages-Inzidenz für Bergkamen bei 379,5.

Der Ortsverband erhebt die Forderung, dass die Stadt Bergkamen „aktiv Maßnahmen zur Bekämpfung und Eindämmung des Coronavirus“ ergreift. Konkrete Vorschläge an Bürgermeister Bernd Schäfer (SPD) werden nicht genannt. Schäfer hatte am Freitag in einer Videobotschaft die Einhaltung der Corona-Regeln angemahnt und bezog sich dabei auf eine vom Kreis Unna angekündigte Kontaktsperre. Am Samstagmittag dann gab der Kreis Unna bekannt, dass ab Montag, 19. April, 0 Uhr, eine Ausgangssperre gelten wird.

Eine Ausgangssperre wiederum, wie sie im Bundestag debattiert wird, halten die Bergkamener Linken nicht für eine geeignete Maßnahme. „Stattdessen sprechen wir Linke uns für einen harten und kurzen Lockdown aus – wie u.a. in Portugal angewandt – um die dritte Welle wirkungsvoll zu brechen.“

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer
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