Auch die Tourismus-Förderung setzt auf die Digitalisierung. Die „Lauschtour“-App, die 2019 Start ging, muss aber überarbeitet werden. Auf Dauer soll sie in einem anderen Digital-Angbot aufgehen.

Bergkamen

, 15.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

340 mal haben Smartphone-Besitzer die Bergkamener „Lauschtour“-App bis Mitte November vergangenen Jahres heruntergeladen. Die städtische Tourismus-Förderin Simone Reichert ist mit dieser Resonanz zufrieden: „Laut Mario Neises kann sich diese Zahl durchaus sehen lassen.“ Neises ist Inhaber der „Lauschtour“-Firma, die die Tourismus-App für Bergkamen entwickelt hat. Sie führt Einheimische zu zehn Stationen im Stadtgebiet und vermittelt per Interviews mit Fachleuten Informationen über die einzelnen Punkte.

Stadt arbeitet an neuer Lauschtour-Version

Vielleicht hätte es sogar noch mehr Downloads der im Oktober präsentierten App gegeben, wenn Reichert die Werbung dafür nicht vorübergehend eingestellt hätte. Denn derzeit arbeitet sie an einer verbesserten Version, der Lauschtour 2.0 sozusagen.

Im Oktober hat die städtische Tourismusförderin Simone Reichert die Lauschtour gemeinsam mit Michael Bub (l.) und Ralf Sänger von der Öko-Station vorgestellt.

Im Oktober hat die städtische Tourismusförderin Simone Reichert die Lauschtour gemeinsam mit Michael Bub (l.) und Ralf Sänger von der Öko-Station vorgestellt. © Boyrs Sarad

Im Praxisbetrieb hätten sich einige Schwächen ergeben, sagt Reichert. Insbesondere für Nutzer, die einzelne Punkte ansteuern, aber nicht die ganze Tour machen wollen, sei die „Lauschtour“ zuweilen etwas verwirrend. Außerdem will die Tourismusförderin noch einmal einen genauen Blick auf die einzelne Stationen werfen: „An einigen besonders interessanten Stationen könnten die Besucher länger bleiben, dafür könnten wir den Text an anderen Punkten etwas kürzen oder ganz streichen“, meint sie. Wie die Umgestaltung aussehen soll, sei aber noch nicht abschließend beschlossen.

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Ein neue App für die Römer-Lippe-Route

Auf jedem Fall im Lauschtour-Programm wird der Römerpark in Oberaden auftauchen. Denn zum einen ist das einer der interessantesten Punkte in Bergkamen überhaupt, zum anderen gehört er zur Römer-Lippe-Route. Dieser knapp 500 Kilometer lange Radfernwanderweg führt von Detmold nach Xanten und lockt auch zahlreiche Radtouristen nach Bergkamen. Betreiber ist die Ruhr Tourismus GmbH, mit der Reichert eng zusammenarbeitet.

Bis November haben über 300 Smartphone-Nutzer die Lauschtour-App für Bergkamen heruntergeladen.

Bis November haben über 300 Smartphone-Nutzer die Lauschtour-App für Bergkamen heruntergeladen.

Denn die hat sich in diesem Jahr einem Projekt verschrieben, das bestens zu der Lauschtour passt: „Sie will die Möglichkeiten der Digitalisierung besser nutzen“, sagt Reichert. Ziel sei es, eine App zu entwickeln, die die verschiedenen digitalen Angebote der Städte an der Route vereint und miteinander verbindet.

Bisher müssen sich die Radfahrer für jede Stadt an der Route eine eigene App herunterladen. In Bergkamen beispielsweise die Lauschtour. Das neue Angebot soll aber nicht nur die verschiedenen Digitalangebote vernetzen und vereinen, sondern auch Service beinhalten, der speziell auf Fahrradfahrer abgestimmt ist: Geplant ist zum Beispiel eine Wettervorhersage und ein Verzeichnis der Übernachtungsmöglichkeiten entlang der Römer-Lippe-Route.

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Pläne für ein Behinderten-WC am Römerpark

Auf die IT-Spezialisten kommt daher eine ganze Menge Arbeit zu. Deshalb ist laut Reichert noch nicht sicher, dass die neue Römer-Lippe-App noch in diesem Jahr an den Start geht. Aus Reicherts Sicht hat das den Vorteil, dass noch ein wenig Zeit für die Überarbeitung der neuen Lauschtour-Version bleibt. Die soll aber spätestens zu Beginn der Tourismus-Saison im Frühling oder Frühsommer zur Verfügung stehen.

An diesem Schild sind Nutzer der Lauschtour-App richtig. Hier sehen sie das, was ihnen ihr Smartphone an Informationen liefert. Die Informationen lassen sich auch über den QR-Code auf dem Schild abrufen.

An diesem Schild sind Nutzer der Lauschtour-App richtig. Hier sehen sie das, was ihnen ihr Smartphone an Informationen liefert. Die Informationen lassen sich auch über den QR-Code auf dem Schild abrufen. © Michael Dörlemann

Bleibt zu hoffen, dass sie nicht das Schicksal eines anderen Römer-Lippe-Projektes erleidet. Nachdem sich die Ruhrtourismus von 2016 bis 2019 das Thema Barrierefreiheit auf die Fahne geschrieben hatte, sollte am Römerpark eigentlich eine Behinderten-Toiletten entstehen. „Das haben wir nicht mehr rechtzeitig geschafft“, sagt Reichert. Aber die hält an dem Plan fest: „Derzeit sprechen wir mit der Ruhr-Tourismus GmbH über Fördermittel.“

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