Langlebige Kunstwerke aus Stein und Marmor

dzSommerakademie

Weicher Sandstein oder kantiger Marmor: Mit kreativen Ideen und tatkräftigen Künstlern startete die Sommerakademie an der Ökostation. Bis zum Wochenende entsteht hier Kunst ohne Limits.

von Alexandra Prokofev

Bergkamen

, 20.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Das Klirren eines Hammers, schwitzende Gesichter und verstaubte Hände: Bei der diesjährigen Sommerakademie an der Ökologiestation werden mit Herzblut und Geschick neue Kunstwerke erschaffen. Ob Anfänger oder erfahrener Bildhauer: Jeder Teilnehmer der Sommerakademie hat sein eigenes Material. Dieses wird behutsam mit dem Hammer bearbeitet, langsam geschliffen und präpariert.

„Der Stein sagt selbst wo er hin will und man folgt ihm dann“, erklärt Harald Müller, Leiter der Akademie. Viele auf der ausgebuchten Teilnehmerliste haben noch keine genaue Vorstellung, wie ihr Kunstwerk am Ende aussehen soll.

Steinhauen als Therapie

„Ich folge erst einmal den Linien“, sagt auch Teilnehmerin Uta, während sie einen großen Baumberger Sandstein abschleift. Unter konzentriertem Blick der Künstler und mit geschickten Handbewegungen nehmen die noch groben Steine Gestalt an. So auch Viktorias Skulptur, die eine Meerjungfrau auf einem Felsen darstellt. „Die stelle ich später wahrscheinlich an unseren Teich im Garten“, berichtet sie. Während die Künstler energisch arbeiten gibt Müller Tipps oder bespricht neue Ideen für die Umwandlung des Steins. Er selbst ist freischaffender Bildhauer und kommt aus Hamm. „Es gibt keine Vorgaben, jeder macht das, was er möchte“, sagt Müller. Hier treffen sich nach seinen Angaben Menschen, die das Material lieben und sich einfach mal ausprobieren wollen. Und das in gemütlicher, rustikaler Atmosphäre, neben Holzbalken und Ziegelsteinwänden im Hof der Ökologiestation.

Die Teilnehmer kommen nicht nur aus der Umgebung, sondern nehmen auch lange Strecken auf sich. So auch Teilnehmer Günter, der 186 Kilometer für den Workshop zurücklegt. „Aber es lohnt sich jedes Mal“, sagt der zufriedene Künstler.

Langlebige Kunstwerke aus Stein und Marmor

Ursula Hudy arbeitet während der Sommerakademie auf der Ökologiestation an einem Kunstwerk aus Holz. Hier macht jeder das, was er möchte. © Marcel Drawe

Schwere Arbeit mit Spaß

Auf die Frage, warum gerade Stein verwendet wird und nicht etwa Holz hat Müller eine Antwort: „Stein ist sehr langlebig und man arbeitet sehr langsam, das beruhigt“. Und auch die Künstler stimmen dem zu. „Das ist therapeutisches Steinhauen“, hört man eine Teilnehmerin sagen.

Künstlerin Hildegard ist das dritte Mal bei der Sommerakademie dabei. „Man lernt immer mehr dazu“, sagt sie. Dieses Mal arbeitet sie an einem aufwendigeren Projekt, dass sie an einem Stein mit besonderer braun-gelben Maserung umsetzt.

In gemütlicher und gelassener Atmosphäre wechseln die Künstler die Perspektiven, messen ihre Steine ab oder holen sich Rat bei den anderen Teilnehmern. „Das ist schwere Arbeit, die aber einfach Spaß macht“, sagt Müller, „entweder man liebt es oder eben nicht“. Und auch wenn die Künstler mit schmerzenden Händen, verstaubter Kleidung und müden Beinen nach Hause gehen, ist sich er sicher: „Man ist müde, aber vor allem zufrieden“.

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