Das schmeckt lecker: Tino (5), Nora (5), Felix (6) und Reik (5) haben sich ihr Eis im Eistreff an der Landwehrstraße geholt. © Stefan Milk
Frühlingswetter

Lange Schlangen vor der einzigen geöffneten Eisdiele in Bergkamen

Bei diesem Wetter macht Ibrahim Islak sehr gute Geschäfte. Der „Eistreff“ an der Landwehrstraße hat in Bergkamen derzeit ein Monopol. Allerdings kamen die Kunden schon, als noch Schnee lag.

So gar Ex-Weltmeistern schmeckt das Eis von Ibrahim Islak. Der Bergkamener Radsportler Lucas Liß hat am Wochenende viel Zeit auf dem Rennrad verbracht, am Montagvormittag ist er fast sieben Kilometer gejoggt – und danach gönnt er sich er eine Erfrischung: Drei Kugeln in der Waffel vom „Eistreff“ an der Landwehrstraße. „Ich bin hier Stammkunde“, sagt er.

Der Bergkamener Radsportler Lucas Liß gehört zu den Stammkunden des Eistreffs © Johannes Brüne © Johannes Brüne

Das trifft auch auf den Mann zu, der kurz vor Liß in der Eisdiele war. Er hat gleich 16 Eisbecher gekauft, die er im Korb auf seinem Fahrrad verstaut. Einen Teil davon essen Kinder und Enkel, erzählt der Radler, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte: „Der Rest kommt in die Kühltruhe.“

Der Mann schwört auf Vorratshaltung. Vor allem nachdem er gesehen hat, was am frühlingshaften Wochenende los war vor dem „Eistreff“: „Die Leute standen ja bis zur Töddinghauser Straße.“

Die Wartezeit betrug bis zu einer Stunde

Eisdielen-Inhaber Ibrahim Islak, der mit Eis aus eigener Herstellung wirbt, bestätigt den Riesenandrang: „Meine Kunden mussten bis zu einer Stunde warten.“ Alle seien geduldig geblieben, niemand habe gemeckert: „Die Leute haben sich einfach nur gefreut, dass sie bei dem schönen Wetter endlich wieder raus können. Vor allem die Familien mit Kindern.“

Ibrahim Islak betreibt die Eisdiele an der Landwehrstraße und macht bei diesem Wetter gute Geschäfte © Stefan Milk © Stefan Milk

Islaks Eis fand bereits während des Wintereinbruchs seine Abnehmer an der mit Plexiglasscheiben geschützten Theke. Am 1. Februar hat Islak die Winterpause beendet. Als dann Schnee und Eis kamen, hat er seinen Laden erst einmal wieder geschlossen. „Aber nur für einen Tag“, sagt er. „Es kamen so viele Bestellungen, dass ich schnell wieder geöffnet habe.“

Beim „Eistreff“ kann man sein Kugeleis vorbestellen. Klassisch per Telefon unter (02307) 268 99 22 oder per WhatsApp unter (0163) 278 27 01. Auch auf Facebook ist der Eistreff vertreten. Die normale Kugel Eis kostet 1,10 Euro, die große Kugel 1,60.

Angesichts der Wetterprognosen ist Islak auch für die bevorstehenden Tage auf einen größeren Andrang eingestellt. Zumal er derzeit eine Monopol-Stellung genießt. Allzu viele Eisdielen gibt es in der Stadt ohnehin nicht.

Die städtische Homepage nennt fünf, diese Übersicht ist aber nicht mehr ganz aktuell. Das Eiscafé Dolomiten an der Ebertstraße etwa gibt es schon länger nicht mehr. Und die Pizzeria Le Rose an der Rünther Straße verkauft nur noch warme Speisen und kein Eis.

„Café Pelle“ wartet auf das Ende des Lockdowns

Es bleiben also noch zwei Eiscafés in Bergkamen. Das „Café Pelle“ an der Präsidentenstraße könnte zwar theoretisch bereits Eis zum Mitnehmen verkaufen. Für die paar Tage mit sonnigem Wetter lohne es sich nicht, extra frisches Eis herzustellen, sagt Massimilan Pelle. Er ist der Sohn des Inhaber-Ehepaars. Seine Eltern seien noch in Italien. Das Café werden sie frühestens wieder öffnen, wenn der Lockdown vorbei ist.

Die Eistöpfe im Eiscafé Pelle bleiben vorerst leer © Johannes Brüne © Johannes Brüne

Wann das „Eiscafé Via Veneto“ an der Jahnstraße in Oberaden wieder öffnet, ist nicht herauszufinden. Ein Aushang an der Eingangstür wünscht den Gästen ein „Frohes Fest und einen guten Rutsch“, und verkündet: „Wir sind ab Februar 2021 wieder für Sie da.“

Es sieht also so aus, als habe Ibrahim Islak das Kugeleis-Geschäft in Bergkamen noch eine Weile für sich. Vor einem Jahr hat er die Eisdiele übernommen. Die Winterpause von Oktober bis Februar hat er zum Renovieren genutzt: „Hier ist zehn Jahre nichts gemacht worden.“ Das wichtigste aber ist das Eis. „Und das schmeckt“, versichert Stammkunde Lucas Liß.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne
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