Landwirte-Sprecher gegen neuen Netto-Markt: „Landwirtschaftliche Flächen haben Wert“

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Der Vorsitzende der Bergkamener Landwirte kritisiert den geplanten Bau eines neuen Supermarkts auf einer Wiese am Häupenweg. Er weist darauf hin, wie viele Flächen schon verloren gegangen sind.

Bergkamen

, 10.08.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bergkamener Landwirte wollen es nicht länger hinnehmen, dass immer mehr landwirtschaftliche Flächen für Bauvorhaben verloren heben. Deshalb kritisiert Heinz Dieter Kortenbruck, der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Bergkamen, den Bau eines neuen Netto-Marktes auf einer Wiese am Häupenweg. Die Wiese zwischen dem Wellenbad-Parkplatz und dem ehemaligen Weddinghofer Aldi-Markt sei zwar als Siedlungsfläche ausgewiesen, räumt Kortenbruck ein. Trotzdem wehrt er sich dagegen, dass sie bebaut wird.

Allein für den Logistikpark A2 gingen große landwirtschaftliche Flächen verloren. in Bergkamen waren es allein zwischen 2004 und 2015 rund 254 Hektar.

Allein für den Logistikpark A2 gingen große landwirtschaftliche Flächen verloren. in Bergkamen waren es allein zwischen 2004 und 2015 rund 254 Hektar. © Stefan Milk

Kritik am „Logistikwahn“, dem Flächen zum Opfer fallen

Schon bei der öffentlichen Steinkauz-Beobachtung auf der rund 12.000 Quadratmeter großen Fläche vor gut zwei Wochen hatte Kortenbruck den „Logistikwahn“ kritisiert, dem immer mehr Flächen zum Opfer fielen.

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Der geplante Supermarkt auf der Wiese nehme zwar nicht so viel Platz weg, wie Logistikhallen. „Aber das Prinzip ist das gleiche: Es werden immer mehr landwirtschaftliche Flächen für Vorhaben geopfert, bei denen wir uns fragen müssen, ob wir sie wirklich brauchen“, sagt Kortenbruck. Er kritisiert, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder vorgekommen sei, dass Supermarktbetreiber ihren alten Markt aufgegeben und auf der grünen Wiese einen neuen, größeren gebaut hätten. „Dann konnten wir von Glück sagen, wenn ich für den alten Markt noch eine neue Nutzung gefunden hat“, sagt er.

Auch in Weddinghofen kritisieren die Gegner des Supermarkt-Baus, dass der Netto-Markt nur von der Schulstraße in ein neues, größeres Gebäude verlagert werden will.

„Landwirtschaft macht auch den Reiz einer Stadt aus“

Landwirtschaftliche Flächen hätten ihren Wert, mahnt der Landwirt aus Heil. „Sie machen auch den Reiz einer Stadt aus“, sagt Kortenbruck. Außerdem dienten die Flächen dazu, die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. „Irgendwann muss es mit dem Flächenverbrauch einfach gut sein“, mahnt der Landwirte-Sprecher.

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Kortenbruck erinnert daran, dass der Verbrauch an landwirtschaftlichen Flächen schon in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich hoch war. Nach den Daten der Landesdatenbank NRW schrumpfte die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Bergkamen zwischen 2004 und 2015 von 1763 auf 1509 Hektar, also um etwa 254 Hektar. Das ist fast fünf Mal so viel wie die Fläche der ehemaligen Zeche Haus Aden, auf der sie Wasserstadt entstehen soll.

Befürworter des Netto-Neubaus argumentieren, dass der neue Supermarkt die Nahversorgung im Ortsteil sicherstellt.

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