Lärm, Alkohol und Drogen im Wasserpark: Anwohner rufen häufiger die Polizei

dzWasserpark Bergkamen

Ein Anwohner des Wasserparks beschwert sich über junge Leute, die dort Alkohol und Drogen konsumieren. Nicht zu unrecht: Die Polizei ist oft da. Doch sie hält den Park nicht für gefährlich.

Bergkamen

, 23.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Wasserpark in der Bergkamener City ist ein beliebter Treffpunkt für junge Leute. Nicht alle halten sich dabei an die Gesetze, ist sich ein Anwohner sicher. Manche von ihnen würden übermäßig Alkohol konsumieren und einige sogar Drogen. „Das riecht man deutlich, wenn man an ihnen vorbeigeht“, sagt er.

Er ist sich sicher, dass er auch schon den einen oder anderen Drogendealer beobachtet hat. Manchmal kämen Ältere im Auto, zum Beispiel auf den Friedenskirchen-Parkplatz und dann würden dort zwielichtige Geschäfte am Beifahrerfenster ablaufen, berichtet er. Die Polizei habe er auch schon gelegentlich deswegen gerufen.

Seine Kinder, die noch im Vorschulalter sind, will er lieber nicht mehr in den Park lassen. „Dabei ist er so schön und der Spielplatz ist toll zum Spielen“, sagt der Mann.

Vor allem Jugendliche sollen dort häufiger auch Drogen konsumieren. Die Polizei ist schon häufiger auf Delikte aufmerksam gemacht worden (Symbolbild).

Vor allem Jugendliche sollen dort häufiger auch Drogen konsumieren. Die Polizei ist schon häufiger auf Delikte aufmerksam gemacht worden (Symbolbild). © picture alliance / dpa

Anwohner rufen die Polizei häufiger – auch wegen Lärm

Die Vorwürfe sind offenbar nicht aus der Luft gegriffen. Auch die Polizei hat den Wasserpark im Blick, wie Sprecher Christian Stein von der Kreispolizei in Unna bestätigt. Es gebe häufiger Einsätze – wegen Lärm, aber auch wegen Drogendelikten, sagt er. Die Polizei werde häufiger wegen solcher Vorfälle von Anwohnern gerufen.

Als besonderen Kriminalitätsschwerpunkt sieht die Polizei den Wasserpark aber erstaunlicherweise nicht. Der Park sei ein Treffpunkt von Jugendlichen und jungen Leuten, wie es ihn eigentlich in jeder Stadt im Kreis gebe, meint der Polizeisprecher. Und dort komme es zu den typischen Verstößen, wie Ruhestörung oder gelegentlich zu Drogenkonsum.

Treffpunkt für junge Leute – wie in vielen Städten

Eine Gefahr für die Allgemeinheit – zum Beispiel für Spaziergänger, die im Park Erholung suchen – gibt es nach Erkenntnissen der Polizei nicht. Es gebe keine dafür typischen Delikte, sagte Stein, wie Raub, Diebstahl oder Körperverletzung.

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Das deckt sich weitgehend mit den Erfahrungen, die der Ordnungsdienst der Stadt gemacht hat. Auch die städtischen Ordnungshüter sehen regelmäßig im Park vorbei. Auf Drogendelikte stoßen sie dabei nicht – was die Sozial- und Ordnungsdezernentin Christine Busch aber auch nicht wundert. „Die beiden Mitarbeiter sind schon von weitem zu erkennen“, sagt sie. Sprich: Wenn sie auftauchen, verschwindet der Joint sofort.

Für Delikte, die gegen das Strafgesetzbuch verstoßen, sei aber ohnehin die Polizei zuständig, nicht der Ordnungsdienst. Er schreitet ein, wenn es zu laut zugeht oder wenn Müll nicht mitgenommen wird, sondern im Park liegen bleibt. Das kommt vor, meist aber auch nicht mehr.

Auf dem Parkplatz an der Friedenskirche hat ein Anwohner nach eigenen Angaben schon dubiose Geschäfte bemerkt.

Auf dem Parkplatz an der Friedenskirche hat ein Anwohner nach eigenen Angaben schon dubiose Geschäfte bemerkt. © Michael Dörlemann

Streetworker beobachten die Szene im Park

Auch die Streetworker, die Kontakt zu den Jugendlichen halten und Cliquen beobachteten, hätten keine besonderen Erkenntnisse, so Busch. „Wir wissen noch nicht einmal von einer bestimmten Clique, die sich dort regelmäßig trifft.“

Der Anwohner will seine Kinder trotzdem nicht mehr gerne in den Wasserpark schicken. Allerdings nicht, weil er fürchtet, dass sie angesprochen werden und ihnen jemand etwas antun könnte.

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Er wolle einfach nicht, dass sie die falschen Vorbilder bekommen, sagt er. „Ich habe ja nichts dagegen, wenn sich dort Menschen treffen, ein Picknick machen und zusammen etwas trinken“, sagt er. Nur bei übermäßigem Alkoholgenuss, wie er ihn häufiger sehe und bei Drogen – da höre für ihn das Verständnis auf.

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